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Ungemütliche Zeiten in Wolfsburg - VfL vor großem Umbruch

Fußball Ungemütliche Zeiten in Wolfsburg - VfL vor großem Umbruch

Nach dem sechsten sieglosen Spiel in Serie kündigt Wolfsburgs Sportchef Allofs einen personellen Umbruch an. Beim 0:2 gegen Augsburg offenbaren sich Risse zwischen Fans und Spielern. Die nächste leblose Bundesliga-Pleite sorgt für Unmut beim Vizemeister.

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Wolfsburgs Manager Klaus Allofs kündigt einen personellen Umruch an.

Quelle: Peter Steffen

Wolfsburg. Es wird ungemütlich beim VfL Wolfsburg. Am Tag nach der x-ten leichtfertig verspielten Chance, doch noch einmal an die Europapokalränge heranzukommen, wurde erstmals auch Trainer Dieter Hecking infrage gestellt.

"Eine Trainerfrage ist nach den jüngsten Spielen berechtigt, aber sie wird ausschließlich von außen hereingetragen", befand der Coach des auf Platz zehn abgerutschten Vizemeisters der Vorsaison am Sonntag.

Ernsthaft Sorgen um seinen Job muss sich Hecking trotz des bitteren 0:2 (0:1) am Samstag gegen den FC Augsburg - dem sechsten sieglosen Ligaspiel in Serie - wohl nicht machen. "Klaus Allofs und ich haben intern alles besprochen", berichtete Hecking.

Klar ist stattdessen, dass der Luxuskader des Noch-Pokalsiegers im Sommer noch einmal aufgemotzt wird. Auch ohne die Millionen aus der Champions League, die seit der nächsten bösen Enttäuschung gegen Augsburg nun auch theoretisch nicht mehr zu erreichen ist. "Das Spiel hat noch einmal die vergangenen Wochen bestätigt, dass wir es in dieser Saison nicht geschafft haben, auf diesem hohen Niveau zu bestehen", sagte Allofs der Deutschen Presse-Agentur und Hecking fügte später hinzu: "Im Hintergrund laufen schon die Gespräche."

Wegen eines einmaligen Innenraumverbotes aufgrund einer Auseinandersetzung mit dem vierten Offiziellen beim 2:3 in der Woche zuvor bei Werder Bremen hatte Allofs sich den erneut nicht bestandenen Charaktertest der VfL-Profis am Samstag von der Tribüne aus anschauen müssen. "Es sah von oben genauso schlecht aus, wie es von unten ausgesehen hätte", meinte Allofs mit einem Tag Abstand.

Schon am Samstag war die Stimmung frostig. Den erneuten leb- und lustlosen Auftritt der VfL-Profis quittierten die Fans mit lautstarken Pfiffen über die gesamte Spielzeit, was wiederum Bas Dost erzürnte. "Dafür habe ich kein Verständnis. Das bringt uns nicht weiter", schimpfte der Niederländer, der "brutal genervt" war.

"Zuhause 0:2 gegen Augsburg, das kann ich einfach nicht glauben. Wir sind in einer Situation, in der es einfach nicht reicht", sagte Dost weiter. Schon vorher hatte der Manager darin "eine gute Gelegenheit" erkannt, "Dinge zu verändern. Sicher ist: Wir gehen nicht mit diesem Team in die neue Saison."

Baustellen im Team, dies ist nicht erst seit Samstag klar, gibt es viele. Wie groß der Umbruch ausfällt, ist aber noch unklar. "Das hängt davon ab, wie wir mit bestehenden Verträgen umgehen. Zwei Spieler haben Ausstiegsklauseln", meinte Allofs, der damit auf Luiz Gustavo und Ricardo Rodriguez anspielte.

Beide können im Sommer für viel Geld gehen und beide trabten am Samstag über das Spielfeld, als ginge sie die Saison-Endphase in Wolfsburg schon nichts mehr an. Trainer Dieter Hecking nahm sie frühzeitig vom Feld. "Luiz war von den zentralen Mittelfeldspielern derjenige, der am meisten mit sich gerungen hat", sagte Hecking.

Der mies gelaunte Coach nahm sein von den Fans ausgepfiffenes Team trotz der herben Enttäuschung in Schutz, sagte aber auch: "Die Spieler werden der eigenen Erwartungshaltung nicht gerecht. Das mag so aussehen, als wären sie teilweise nicht mit vollem Einsatz dabei."

Max Kruse etwa, seit Enthüllungen über sein Privatleben vor Wochen im Dauer-Tief, leitete das sechste sieglose VfL-Spiel in Serie mit einer katastrophalen Ballannahme schon nach wenigen Sekunden ein. "Max macht einen Fehler, den er als Nationalspieler nicht machen darf", schimpfte Allofs noch am Sonntag über die Szene vor dem 0:1 durch Augsburgs Alfred Finnbogason nach nur 46 Sekunden.

Trotz seines noch bis 2019 gültigen Vertrages scheint auch Kruse kaum noch eine Zukunft in Wolfsburg zu haben. Auch André Schürrle und Dost gelten nach Medienangaben als Wechselkandidaten. Zudem hat Manchester United Interesse an Abwehrchef Naldo, der als einer der wenigen im aktuellen Kader indes eigentlich als unverzichtbar gilt, aber auch schon 33 ist. Da Ersatz-Innenverteidiger Robin Knoche die Backup-Rolle auf hohem Niveau nicht mehr zugetraut wird, besteht in der Abwehr zwar erhöhter Bedarf an Neuzugängen. Hochkarätige Zugänge kann der VfL aber wohl in allen Mannschaftsteilen gebrauchen.

"Die Mannschaft ist vom Kopf her leer, das merkt man ihr an", sagte Hecking. Wie zum Beweis stammelte Mittelfeldläufer Maximilian Arnold nach dem 0:2 immer wieder die selben Phrasen vor sich hin. "Absolut enttäuschend, absolut enttäuschend", fiel in jedem Satz, beständig zuckten dabei ratlos die Achseln.

dpa

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