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UEFA-Mitglieder wählen Platini-Nachfolger

Fußball UEFA-Mitglieder wählen Platini-Nachfolger

Vier Monate nach dem erzwungenen Amtsverzicht von Michel Platini kürt die UEFA einen neuen Präsidenten. Kandidaten für den Chefposten sind Aleksander Ceferin aus Slowenien und der Niederländer Michael van Praag. Ceferin ist Favorit. Auch der DFB will den 48-Jährigen wählen.

Athen. Der UEFA-Terminkalender sah für die zweite Woche im September ursprünglich nur eine Sitzung des Exekutivkomitees vor. Nun wird in Athen bei einem außerordentlichen Kongress aber ein neuer Präsident gewählt.

Notwendig wurde dies, weil Amtsinhaber Michel Platini nach monatelangem Kampf ums Amt doch aufgab. Auch der Internationale Sportgerichtshof CAS hob die Ethiksperre gegen ihn nicht auf. Das Vakuum an der UEFA-Spitze soll nun beendet werden. Um den Posten streiten zwei unterschiedliche Funktionärstypen.

DIE WAHL: Wer wird Nachfolger von Platini? Kurz vor der Kür des neuen UEFA-Präsidenten spricht praktisch alles für den Coup des noch vor wenigen Monaten außerhalb des Fußball-Funktionärszirkels praktisch unbekannten Slowenen Aleksander Ceferin. Mehr als 30 der 55 Stimmen will der 48-Jährige sicher haben. Damit wäre sein Konkurrent Michael van Praag aus den Niederlanden chancenlos. Der Deutsche Fußball-Bund hat sich vor der Abstimmung in Athen klar pro Ceferin positioniert. Das schadet den eigenen Interessen sicher nicht.

Ceferin steht für den gleichen Funktionärstypus wie FIFA-Boss Gianni Infantino - jung, dynamisch, aber auch nicht über jeden möglichen Interessenskonflikt erhaben. Van Praag ist ein Funktionärs-Oldie, ließ sich aber auch in der Krisenzeit nichts zu Schulden kommen. Die Frage von Transparenz und moralischer Erneuerung stellten beide Kandidaten in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfes.

DIE REDE: Emotionaler Höhepunkt ist nicht die Wahl des neuen Präsidenten, sondern der Auftritt des alten. Michel Platini hat von den FIFA-Ethikhütern eine bislang einmalige Sondererlaubnis bekommen und darf trotz seiner Sperre vor den Delegierten sprechen. Die Rede des über eine Millionenzahlung von FIFA-Ex-Chef-Blatter gestolperten Franzosen wird auch zeigen, wie ernst es dem europäischen Fußball mit einer moralischen Erneuerung ist - oder eben nicht. Es ist mit großem Applaus für Platini zu rechnen. Viele Funktionäre im Saal haben ihm einiges zu verdanken. DFB-Chef Reinhard Grindel hält die Idee der Abschiedsrede allerdings für eine unnötige Verklärung der belasteten Vergangenheit.

DIE FRAUENFRAGE: Unabhängig von der Wahl des Präsidenten hätte die UEFA zu einem Sonderkongress einladen müssen. Denn die Regularien der FIFA sehen vor, dass durch dieses Gremium bis Ende September eine Frau bestimmt werden muss, die künftig für die UEFA im Council des Weltverbandes sitzen wird. Einzige verbliebene Kandidatin ist die Italienerin Evellina Christillin. Eine deutsche Bewerberin schickte der DFB nicht ins Rennen.

DIE EM: Für die deutsche Delegation ist der Kongress auch eine wichtige Kontaktbörse. Boss Grindel will weiter werben, für sich und natürlich auch für die EM-Bewerbung 2024. Die wird zwar erst in zwei Jahren vergeben, aber das Rennen wird spätestens mit der Wahl des neuen Präsidenten eröffnet. Und: Grindel will im kommenden Frühjahr ins UEFA-Exekutivkomitee einziehen. Dafür muss man viele Hände schütteln. "Jede große europäische Tagung führt dazu, dass ich die Kollegen aus anderen Nationalverbänden besser kennenlerne. Durch diese persönlichen Treffen können sie meine Person und Position besser einschätzen", sagte der DFB-Chef.

dpa

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