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Trainer-Zoff: BVB-Coach Tuchel kritisiert Bayer-Fouls

Fußball Trainer-Zoff: BVB-Coach Tuchel kritisiert Bayer-Fouls

Nach dem Westderby Bayer 04 gegen Borussia Dortmund knallte es richtig. BVB-Coach Tuchel geriet wegen des vermeintlich rüden Spiels der Leverkusener mit Kollege Schmidt in Streit. War es nur der Ärger, weil die Bayern gepatzt hatten und der BVB die Chance nicht nutzte?

Das Team von Thomas Tuchel konnte den Ausrutscher der Bayern nicht nutzen.

Quelle: Bernd Thissen

Leverkusen. Am Ende gab es noch richtig Zoff. Nach dem 0:2 bei Bayer Leverkusen provozierte der tief enttäuschte Dortmunds Chefcoach Thomas Tuchel wegen der angeblichen Härte der Werkself einen Schlagabtausch mit seinem Trainerkollegen.

"Wir hatten wieder mal 21 Fouls gegen uns", schimpfte er nach dem 75. Bundesliga-Westderby. "Da werden Mittel angewendet, die in dieser Häufigkeit normalerweise dafür sorgen, dass man nicht zu elft zu Ende spielt."

Bayer-Trainer Roger Schmidt hielt den Vorwurf Tuchels, seine Leverkusener seien zu rüde aufgetreten, nicht nur für falsch, sondern kehrte ihn noch um. "Das war ein sehr faires Spiel. Es könnte aber auch so sein, dass Dortmund sehr gut darin ist, Fouls zu ziehen", konterte er kühl und brachte Tuchel erneut in Rage. "Da habe ich ein anderes Spiel gesehen, sorry", meinte der Borussia-Coach. "Ich war ja mal Trainer", kommentierte Bayer-Sportchef Rudi Völler beschwichtigend den Streit. "Wenn du verlierst, siehst du die Dinge auch mal anders."

Es war wohl nicht nur der Ärger Tuchels über die nach seiner Ansicht zu harten Attacken gegen seine Spieler, von denen Gonzalo Castro und Sebastian Rode angeschlagen ausgewechselt werden mussten. Mehr noch wurmte ihn sicher, den 1:1-Ausrutscher vom FC Bayern gegen den 1. FC Köln nicht genutzt zu haben und nicht bis auf einen Punkt an den Branchenprimus herangerückt zu sein. Offen zugeben wollte Tuchel es nicht. "Das hat mit dem Ergebnis von Bayern München absolut gar nichts zu tun", sagte er barsch. "Der Ehrgeiz ist völlig unabhängig von jedem anderen Ergebnis in der Bundesliga."

Die BVB-Spieler teilten die Sichtweise ihres Trainers nicht. "Natürlich wäre das heute ein Big Point gewesen", sagte Gonzalo Castro nach der Niederlage bei seinem früheren Arbeitgeber mit Blick auf das Bayern-Remis. "Natürlich wollten wir nachziehen, weil Bayern Punkte liegengelassen hat", äußerte sich Marcel Schmelzer ähnlich. "Aber wir haben auch so in dieser Saison noch viel vor. Das Team ist relativ frisch zusammen. Deshalb nehmen wir uns die Zeit."

Die zweite Saisonniederlage des BVB nach drei Siegen in Serie ist nicht nur in den Attacken des Gegners und der Müdigkeit nach dem 2:2 in der Champions League gegen Real Madrid begründet. Vielmehr trafen die Dortmunder auf eine Mannschaft, die von der ersten bis zur letzten Minuten kämpfte und die beste Leistung in dieser Spielzeit zeigte. "Man hat gesehen, was Leverkusen drauf hat. Wir haben keinen Schritt nachgelassen", meinte Spielmacher Hakan Calhanoglu.

"Wir haben mit Herz und Leidenschaft gespielt und sind auf einem richtigen Weg", sagte der Ex-Dortmunder Kevin Kampl. "Es war mein erster Sieg gegen den BVB, seit ich weg bin. Das fühlt sich gut an." Schließlich konnte Bayer wieder zur Tabellenspitze aufschließen und liegt nur noch zwei Punkte von den Westfalen entfernt.

Wesentlichen Anteil am Bayer-Erfolg und besonderen Grund zur Freude hatte Admir Mehmedi, der nach 1130 torlosen Minuten und 22 Bundesliga-Spielen ohne Treffer in der 10. Minute das 1:0 köpfte. "Das tut sehr gut. Natürlich macht man sich zwischendurch seine Gedanken", bekannte der Schweizer Nationalspieler, der aber zugab: "Klar ist auch, dass ich kein Torjäger wie Chicharito bin." Der Mexikaner erzielte das 2:0 (79.) und damit sein fünftes Liga-Tor.

dpa

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