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Sensations-Gold durch Dreispringer Heß

Leichtathletik Sensations-Gold durch Dreispringer Heß

Teenager Max Heß sorgt für einen Gold-Coup im Dreisprung und die erste Männer-Medaille für Deutschland bei der Leichtathletik-EM. Speerwerferin Linda Stahl und Lisa Ryzih im Stabhochsprung holen Silber. Damit ist die EM-Medaillenbilanz von 2014 schon übertroffen.

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Max Hess gelingt ein Supersprung.

Quelle: Michael Kappeler

Amsterdam. Sensations-Sieg von Dreisprung-Teenager Max Heß, zweimal Silber durch Linda Stahl und Lisa Ryzih - der Deutsche Leichtathletik-Verband hat die EM-Medaillenbilanz mit zehn Edelplaketten von 2014 schon übertroffen.

Vor zwei Jahren in Zürich waren es acht Medaillen. Ein Goldstück wie es der erst 19-jährige Heß mit drei Sätzen in die Sandgrube am Samstag holte, gab es lange nicht mehr. "Damit liebäugelt man, aber als Europameister aus dem Stadion zu gehen, ist schon etwas unwahrscheinlich", sagte der Chemnitzer.

Vier Tage vor seinem 20. Geburtstag überraschte er in Amsterdam mit der Siegweite von 17,20 Metern die gesamte Konkurrenz. Mit seinem einzigen gültigen Versuch hatte der Jüngste im deutschen Männerteam am Ende vier Zentimeter Vorsprung auf den Polen Karol Hoffmann. "Es war eng. Ich hätte nicht mehr nachlegen können, weil mein Fuß nicht mitmachte", sagte Heß, der im Winter Hallen-Vizeweltmeister wurde, erleichtert. Bis dato einziger deutscher Dreisprung-Europameister war der DDR-Athlet Jörg Drehmel, der 1971 in Helsinki den Titel gewann.

Auch die weiteren beiden Medaillengewinne hatten etwas Besonderes. Speerwerferin Linda Stahl holte sich mit dem letzten Versuch über 65,25 Meter noch Silber. "Alles oder nichts - und es gab irgendwie alles", sagte die 30-jährige Leverkusenerin. Zerknirscht war nach dem großen Wurf ihrer Clubkollegin Katharina Molitor. Die Weltmeisterin lag mit 63,20 Metern bis dahin auf dem Bronze-Rang und wurde am Ende mit 30 Zentimetern Rückstand auf Sara Kolak (Kroatien) Vierte.

"Der vierte Platz an sich ist natürlich ärgerlich", sagte Molitor, die jetzt sogar um den Start bei den Olympischen Spielen bangen muss. Denn die Olympia-Zweite Christina Obergföll könnte sie noch aus dem Rio-Team verdrängen. Die Offenburgerin war als Vierte der deutschen Meisterschaften nicht für die EM nominiert worden, wird aber am Sonntag in ihrer Heimatstadt bei einem Meeting noch versuchen, Molitor auszustechen. Christin Hussong aus Zweibrücken hatte als deutsche Meisterin das Rio-Ticket schon vor der EM in der Tasche.

Einen unerwarteten Höhenflug erlebte Stabhochspringerin Lisa Ryzih. Die 27 Jahre alte Athletin vom ABC Ludwigshafen übersprang 4,70 Meter - nur Europameisterin Ekaterini Stefanidi aus Griechenland kam mit 4,81 Metern höher. "Ich genieße absolut den Moment und freue mich so, dass es eine Medaille geworden ist", sagte die im russischen Omsk geborene Ryzih. Die deutsche Meisterin Martina Strutz (Schwerin) wurde mit 4,45 Metern nur Zehnte.

Nur um 14 Zentimeter verpasste Diskuswerfer Christoph Harting EM-Bronze und damit seine erste internationale Medaille. Der jüngere Bruder von Olympiasieger Robert Harting musste sich mit 65,13 Metern und Platz vier begnügen. Der Pole Piotr Malachowski holte sich mit 67,06 Metern seinen zweiten EM-Titel nach 2010. Robert Harting verzichtete auf eine Titelverteidigung.

Siebenkampf-Königin von Europa ist die Niederländerin Anouk Vetter. Mit 6626 Punkten siegte sie vor heimischer Kulisse vor Titelverteidigerin Antoinette Nana Djimou (Frankreich/6458 Punkte). Die Leverkusenerin Anna Maiwald wurde bei ihrem EM-Debüt mit 6020 Punkten Zehnte. Deutschlands beste Siebenkämpferin Carolin Schäfer (Friedrichstein) war nicht am Start und sparte ihre Kräfte für die Olympischen Spiele.

Der EM-Schlusstag könnte noch ein großer Sonntag für den DLV werden. Titelverteidiger David Storl ist bereit für den goldenen Hattrick im Kugelstoßen. In der Qualifikation schaffte der Chemnitzer mit 20,84 Metern mit dem ersten Stoß den Finaleinzug. "Nach der holprigen Saison war das nicht unbedingt zu erwarten, dass es gleich so klappt. Es muss einfach wieder Spaß machen", sagte der Doppel-Weltmeister.

Auch in den vier Staffeln hoffen die deutschen Sprinter noch auf einen Endspurt mit Medaillen. Die beiden 4 x400-Meter Quartette zogen locker in die Finals ein. Die vier Frauen erreichten in 3:28,03 Minuten die viertbeste Zeit. Flott unterwegs waren auch die Männer, die in 3:03,97 Minuten schon mal Saisonbestzeit liefen.

Außerdem wollen - angeführt von der EM-Dritten Gina Lückenkemper und dem bisher enttäuschenden Julian Reus - die Kurzsprint-Staffeln ganz vorne landen. Für den Endlauf qualifizierten sich beide DLV-Quartetts ohne Probleme.

dpa

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