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Selby feiert zweiten Snooker-WM-Titel

Billard Selby feiert zweiten Snooker-WM-Titel

Was für ein Sportabend für Leicester: Nur kurz nach den Fußballern durfte sich auch Mark Selby freuen. Der Snooker-Profi wurde erneut Weltmeister - vielleicht auch, weil er schon in seiner Kindheit lernen musste, mit Rückschlägen umzugehen.

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Mark Selby feierte nicht nur seinen WM-Titel, sondern auch den englischen Meistertitel von Leicester City.

Quelle: Michael Cullen/Zuma Wire

Sheffield. Leicester hat nicht nur einen Fußball-Meister: Nach seinem zweiten Weltmeistertitel posierte Snooker-Profi Mark Selby mit dem WM-Pokal - und hielt dabei stolz eine Fahne des Sensationsteams aus seiner Heimatstadt hoch.

Nur 13 Minuten, nachdem die "Füchse" erstmals als englischer Titelträger feststanden, machte Selby am Montagabend in Sheffield seinen Triumph in der Billard-Variante perfekt.

Als nach dem 18:14 über den Chinesen Ding Junhui im Crucible Theatre im Sieger-Interview die Rede auf Leicester City kam, gab es schon großes Gejohle unter den knapp 1000 Zuschauern. "Dass so eine kleine Stadt wie wir Premier-League-Champion wird nach dem, was voriges Jahr war, ist eine fantastische Leistung", sagte der 32-Jährige und gratulierte der Mannschaft von Trainer Claudio Ranieri, die in der vergangenen Saison nur mit Mühe den Klassenverbleib geschafft hatte.

Auch Selbys zweiter Titel nach 2014 war keine Selbstverständlichkeit, obwohl er als Weltranglisten-Erster in das Turnier ging. Aus nicht näher genannten persönlichen Gründen hatte er im Vorfeld der WM für zwei Turniere abgesagt und zeigte dann auf der Theater-Bühne in Sheffield nur selten sein bestes Snooker. Der 29-jährige Ding schaffte es aber nicht, sich zum ersten Weltmeister aus Asien zu krönen. Der einstige Weltranglisten-Primus, der diesmal erst durch die Qualifikation musste, war vor allem anfangs zu nervös.

Auch Selby musste sich oft auf sein B-Spiel verlassen, nur in zwei Sessions habe er in den mehr als zwei Wochen gut gespielt, urteilte er selbstkritisch. Mehrmals siegte er knapp, auf die Bestätigung seines ersten Titels deutete phasenweise nichts hin. "Der Sieg vor zwei Jahren war etwas Besonderes, aber diesmal habe ich mich mehr unter Druck gefühlt", gestand Selby.

Bei der Siegerehrung jubelte er nicht überschwänglich, das schmale Lächeln des Mannes im schwarzen Hemd, in silbergrauer Weste und Hose verriet vor allem Erleichterung. Nachdem Selby in der letzten Partie den praktisch entscheidenden Ball gelocht hatte, streckte er seinen rechten Zeigefinger Richtung Tribüne, wo seine Ehefrau Vikki mit der kleinen Tochter saß. "Ich weiß es nicht", sagte Selby auf die Frage, wie er es doch geschafft habe, sich die Rekord-Siegprämie von 330 000 Pfund zu sichern und Rang eins in der Weltrangliste zu verteidigen.

Der Weltmeister ist ein von den Konkurrenten gefürchteter Kämpfer. "Mark Selby ist aus Granit. Er ist ein großartiger Wettkämpfer, sein B-Spiel bereitet den Konkurrenten Kopfzerbrechen", urteilte Ex-Champion John Parrott. Dass der müde Selby am ersten der zwei Finaltage am Sonntagabend bis weit nach Mitternacht durchhielt, liegt auch ein wenig an seiner Biografie. Seine Mutter verließ die Familie, als er acht Jahre alt war, der Vater starb acht Jahre später.

Selby biss sich auch diesmal durch und behielt die Nerven, obwohl seine frühe 6:0-Führung bis auf 10:9 schmolz und Ding am Montag nach dem 11:16 noch einmal auf 14:16 herankam. Das zweitägige Finale zog sich über 13 Stunden - und am Ende lächelte der "Jester (Witzbold) from Leicester".

dpa

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