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Schweinsteiger plant Kurz-Comeback gegen Ungarn

Fußball Schweinsteiger plant Kurz-Comeback gegen Ungarn

Überraschung in Ascona: Der lange verletzte Weltmeister Bastian Schweinsteiger plant die Rückkehr in den Spielbetrieb schneller als gedacht. Bundestrainer Löw will gegen Ungarn auf einigen noch offenen Positionen testen. Die Genesung von Max Hummels verlangt Geduld.

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Bastian Schweinsteiger beim Medientermin in Ascona.

Quelle: Christian Charisius

Ascona. Die erstaunliche Nachricht verkündete der Kapitän persönlich - und das eher nebenbei. Bastian Schweinsteiger möchte nach zwei schweren Knieverletzungen und eigenen Zweifeln schon bei der EM-Generalprobe des DFB-Teams gegen Ungarn als Einwechselspieler sein Comeback feiern.

"Ich bin zuversichtlich. Mein Ziel ist, beim Freundschaftsspiel zu spielen. 20 bis 30 Minuten wären gut", sagte Schweinsteiger am vorletzten Tag des Trainingslagers in Ascona in der hintersten Ecke eines schlichten, weißen Pressezeltes.

Alle 23 EM-Spieler hatten sich beim DFB-Medientag nach dem offiziellen Mannschaftsfoto den Fragen der in die Schweiz mitgereisten Journalisten aus aller Welt gestellt. Dabei berichtete ein entspannt wirkender Schweinsteiger mit einem Lächeln von seinem überraschenden Plan, den er auch "schon mal grob" mit Bundestrainer Joachim Löw besprochen habe. Ein Einsatz von Beginn an sei noch kein Thema. "Ich glaube eher an eine Einwechslung", sagte der 114-malige Nationalspieler erleichtert. "Natürlich geht das nicht von Null auf Hundert. Ich muss mich noch weiter an den Rhythmus gewöhnen."

Erstmals räumte Schweinsteiger sogar eigene Zweifel ein, ob ihm ein ähnlicher Kraftakt wie vor der triumphalen Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien noch einmal gelingen würde. Vor zwei Jahren hatte er nach einer Patellasehnenentzündung während des Turniers zur Topform gefunden. "Als bei der Nationalmannschaft in Berlin die Verletzung passiert ist, war ich nicht so zuversichtlich. Da habe ich die Wochen durchgerechnet", erzählte der 31-Jährige. Das Bangen änderte sich aber schon in den vergangenen Wochen.

"Ich hatte keinen einzigen Tag einen Rückschlag", berichtete Schweinsteiger von seinem "sehr guten" Heilungsprozess: "Ich konnte den Trainingsplan immer einhalten." Im Trainingscamp im Tessin gewann auch Löw zunehmend die Überzeugung, dass sein Kapitän trotz aller Bedenken mit in den Kampf um den EM-Titel eingreifen kann. Die Woche habe ihn schlauer gemacht, erklärte der Bundestrainer.

Abwehrspieler Mats Hummels muss auf sein Comeback nach Muskelfaserriss in der Wade noch mindestens zwei Wochen warten. Das erste EM-Gruppenspiel in Frankreich am 12. Juni gegen die Ukraine wird der Neu-Münchner definitiv verpassen. "Mein Ziel ist es, um dieses erste Spiel herum wieder in das Mannschaftstraining einzusteigen. Wenn ich zum dritten Gruppenspiel dabei bin, sind es immer noch fünf Spiele in drei Wochen", sagte Hummels - wobei er bei dieser Rechnung einfach mal optimistisch vom Finaleinzug ausging.

Am Freitag kann Löw im Tessin noch an personellen und taktischen Varianten für seine Turnier-Strategie arbeiten. Dann geht es erst einmal zurück in die Heimat. Bei der Übungseinheit am Donnerstag im Stadio Comunale di Ascona mit 22 Akteuren bereitete Löw mit einer Spielform über den halben Platz den letzten Test gegen EM-Teilnehmer Ungarn vor. "Wir haben eine sehr hohe Trainingsintensität. Alle Spieler ziehen brutal mit", berichtete Stürmer Mario Gomez.

Toni Kroos, der nach dem Champions-League-Sieg mit Real Madrid am Vorabend in die Schweiz nachgereist war, absolvierte das Training gleich voll mit der Mannschaft. "Es fällt gar nicht so schwer, den Schalter umzulegen. Ich habe ja gar keine Vorbereitung, ich spiele durch", erklärte der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler.

Bei der EM-Generalprobe will Löw wahrscheinlich den Münchner Turnier-Neuling Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger und Shkodran Mustafi vom FC Valencia in der Innenverteidigung neben Antonio Rüdiger testen. "Das ist das letzte Spiel vor der EM, das ist für alle wichtig. Wir wollen das 1:3 gegen die Slowakei gutmachen und uns Selbstbewusstsein holen", sagte Abwehrmann Rüdiger vom AS Rom.

In den jüngsten vier Länderspielen hat Rüdiger immer von Beginn an und über 90 Minuten gespielt. Damit zählt der 23-Jährige beim Kampf um die noch wenigen offenen Plätze in Löws EM-Startelf zum engeren Kreis. "Das sehe ich auch so", sagte Rüdiger selbstbewusst.

Mario Götze als zentraler Mittelfeldspieler und Gomez in der Spitze könnten nach den Trainingseindrücken gegen die Ungarn gemeinsam für Gefahr im Zentrum sorgen. "Natürlich schauen wir auf das Spiel am Samstag. Priorität hat aber der EM-Start", erklärte Löws Assistent Marcus Sorg. Schweinsteiger weiß um die schwere Aufgabe für ihn und das DFB-Team, das als Weltranglisten-Vierter zur EM reist. "Wir haben bei den letzten Turnieren immer das Halbfinale gespielt, andere Nationen würden sich das erträumen. Aber es ist in jedem Spiel schwieriger. Gegen den Weltmeister sind alle noch mehr motiviert."

Die voraussichtliche Aufstellung gegen Ungarn:

Neuer - Kimmich, Mustafi, Rüdiger, Hector - Khedira, Kroos - Müller, Götze, Draxler - Gomez

dpa

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