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Rauball erwartet kein schnelles Ende der Affäre

Fußball Rauball erwartet kein schnelles Ende der Affäre

Der amtierende Interims-Verbandschef Reinhard Rauball mahnt in der DFB-Krise zu Geduld und warnt vor überzogenen Erwartungen bei den Aufklärungsarbeiten. Auf Malta wurden im Zusammenhang mit der WM-Affäre Büroräume durchsucht.

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Nach dem Rücktritt Niersbachs führt DFB-Vize Reinhard Rauball gemeinsam mit Rainer Koch interimsmäßig den DFB.

Quelle: Arne Dedert

Berlin. Ligapräsident Reinhard Rauball erwartet kein schnelles Ende der aktuellen Krise des Deutschen Fußball-Bundes.

"Der DFB befindet sich derzeit in einer höchst problematischen Situation. Im Sinne unseres Sports gilt es daher, gemeinsam anzupacken - die Bundesliga genauso wie die Amateure", sagte der 68-Jährige der "Bild"-Zeitung und ergänzte: "Dafür wird deutlich mehr Zeit nötig sein, als erwartet wird." In der kommenden Woche werde das DFB-Präsidium erstmals ohne den zurückgetretenen Wolfgang Niersbach tagen "und über die nächsten Schritte beraten", sagte Rauball.

Nach dem Rücktritt Niersbachs führt DFB-Vize Rauball gemeinsam mit seinem Kollegen Rainer Koch interimsmäßig den DFB. Als künftiger Verbandschef aber steht der Präsident des Bundesligisten Borussia Dortmund nicht zur Verfügung. Auch Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und Eintracht Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen haben ihre Kandidaturen für das Spitzenamt ausgeschlossen.

Aktuell gelten Koch und DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel als aussichtsreichste Bewerber um das vakante Amt in der Frankfurter Verbandszentrale. Dort verabschiedete sich am Mittwoch Niersbach zwei Tage nach seinem Rücktritt nach Informationen von

www.sport1.de in einer "hoch emotionalen Rede" von seinen Mitarbeitern.

Niersbach hatte die "politische Verantwortung" für den Skandal um die Vergabe der WM 2006 an Deutschland übernommen und am Montag seinen Rücktritt erklärt. Im Zusammenhang mit der Affäre und nach Berichten über eine mögliche Verwicklung Maltas untersuchte die Polizei laut Medien die Büros des Fußballverbands der Mittelmeerinsel.

Generalsekretär Bjorn Vassallo sagte der "Times of Malta" (Mittwoch), Beamte einer Einheit für Wirtschaftskriminalität hätten bereits am Montag die Archive nach Dokumenten durchforstet, die zur Aufklärung beitragen könnten. Der Verband arbeite mit den Behörden zusammen.

Die britische Zeitung "The Mail on Sunday" hatte berichtet, sie habe Dokumente, die bewiesen, dass ein lukrativer TV-Deal während eines geheimen Treffens des früheren Verbandspräsidenten Joe Mifsud mit dem damaligen Bayern-Präsidenten Franz Beckenbauer im Jahr 2000 besiegelt wurde. Dabei ging es um die Fernsehrechte für ein Freundschaftsspiel zwischen Malta und den Bayern 2001.

Mifsud sagte, er könne sich nicht daran erinnern, ob Beckenbauer wirklich dabei war, als der TV-Vertrag zwischen dem maltesischen Verband und der Schweizer TV-Rechte-Agentur CWL im Juni 2000 in seinem Haus unterschrieben wurde. Mifsud soll beim FIFA-Votum für die Vergabe der WM an Deutschland gestimmt haben. Beckenbauer war damals Bayern-Präsident und zugleich Chef des Bewerbungskomitees.

Von Beckenbauer erwartet die Führung des DFB nun Aufklärung. "Man musste bislang den Eindruck gewinnen, dass er hätte mehr sagen können, als er getan hat", sagte DFB-Vizepräsident Peter Frymuth der "Rheinischen Post" (Mittwoch). Nach dem Auftauchen eines belastenden Dokuments, das Korruption vor der Vergabe der WM 2006 an Deutschland vermuten lässt, drängt die DFB-Spitze auf ein schnelles Ende des öffentlichen Schweigens von Beckenbauer. Ligapräsident Rauball und Koch hatten am Dienstag den Druck auf Beckenbauer deutlich erhöht.

dpa

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