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Polen nach Elfmeterschießen im Viertelfinale

Fußball Polen nach Elfmeterschießen im Viertelfinale

Wieder kein Glück für die Schweizer, die wie bei der WM das Viertelfinale unglücklich verpassten. Polen blieb souverän vom Elfmeterpunkt und feierte den größten EM-Erfolg.

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Granit Xhaka verschießt für die Schweiz vom Elfmeterpunkt. Foto: Robert Ghement

Saint-Étienne. Polen steht erstmals bei einer Fußball-Europameisterschaft im Viertelfinale. Der WM-Dritte von 1974 und 1982 kam gegen die Schweiz zu einem 5:4-Sieg im Elfmeterschießen und feiert damit den größten Erfolg bei einer EM. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 1:0) gestanden.

Vor 38 842 Zuschauern im Geoffroy-Guichard-Stadion von Saint-Etienne erzielte der langjährige Dortmunder Bundesligaprofi Jakub Blaszczykowski den Führungstreffer für die Polen (39.), ehe Xherdan Shaqiri mit einem Traumtor (82.) der Ausgleich gelang. Die Schweizer scheiterten wie schon vor zwei Jahren bei der WM im Achtelfinale.

"Das ist ein historischer Moment für uns", bekannte der frühere Dortmunder Jakub Blaszczykowski, während Trainer Adam Nawalka stolz vorausblickte: "Wir können optimistisch aufs nächste Spiel schauen."

Einziger Fehlschütze nach 120 Minuten war ausgerechnet der in diesem Turnier sonst so starke Schweizer Granit Xhaka, der den Ball weit links neben das Tor setzte. Alle Eidgenossen waren hinterher bedacht, den Noch-Gladbacher schnell wieder aufzubauen. "Auch Beckham und Ronaldo verschießen Elfmeter", sagte Stürmer Haris Seferovic. Xhaka selbst meinte: "Ich bin noch ein junger Mensch, der heute halt einen Fehler gemacht hat."

"Das ist sehr schade für die Jungs. Wir hätten am Ende eigentlich das Tor schießen müssen", sagte der Schweizer Coach Vladimir Petkovic. Gladbachs Torhüter Yann Sommer konnte es kaum fassen: "Das geht mir sehr nahe. Wir sind sehr enttäuscht. Wir haben maximal gefightet und hätten den Sieg verdient gehabt."

Im Duell der K.o.-Runden-Debütanten und Minimalisten, die beide mit nur zwei Treffern ins Achtelfinale eingezogen waren, setzten die Polen zunächst die Akzente. Bereits nach 20 Sekunden sorgten Robert Lewandowski und Arkadiusz Milik für Aufregung in Schweizer Strafraum. Nach einem Fehler von Johan Djourou kam zunächst Lewandowski in seinem 80. Länderspiel knapp gegen Sommer zu spät, Milik setzte den Nachschuss über das Tor.

Für Gefahr vor dem polnischen Gehäuse sorgten zunächst lediglich die Defensivakteure der Schweizer. Ein Rechtsschuss von Linksverteidiger Ricardo Rodriguez verfehlte das Tor knapp (25.), ein Kopfball von Fabian Schär landete in den Armen von Lukasz Fabianski (35.).

In Blaszczykowski erzielte dann auch bei den Polen eher ein defensiverer Spieler die Führung. Nachdem sich Kamil Grosicki auf der linken Seite durchsetzen konnte und die Abwehrreihe der Schweizer düpierte, erzielte der völlig freistehende Mittelfeldspieler aus sieben Metern mit seinem zweiten Turniertreffer noch vor der Pause das 1:0.

Erst nach dem Rückstand kam mehr Bewegung ins Offensivspiel der Schweizer. Der quirlige Shaqiri brachte Unruhe in die polnische Abwehr. Die immer stärkeren Schweizer kamen durch Seferovic zu einem Lattentreffer (79.), ehe Shaqiri mit einem sehenswerten Seitfallzieher von der Strafraumgrenze zum 1:1 traf und somit die Verlängerung erzwang. Dort hätte Eren Derdiyok in der 113. und 118. Minute jeweils den Siegtreffer für die Schweiz erzielen können, doch Fabianski parierte wieder reaktionsschnell.

Beim Elfmeterschießen blieben die Polen souverän, Sommer hatte nur einmal die Finger am Ball und setzte seine Pechserie fort. Der Gladbacher Keeper konnte in zwei Jahren im Club von mehr als 20 Strafstößen nur einen parieren. "Wir hätten etwas Historisches schaffen können, das gelang uns nicht. Wir dürfen aber trotzdem stolz sein", sagte Shaqiri.

dpa

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