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Nach dem Nein: Wie weiter nach dem Olympia-Debakel?

Sportpolitik Nach dem Nein: Wie weiter nach dem Olympia-Debakel?

Wie geht es weiter im deutschen Sport? Welche Lehren sind aus dem Nein der Hamburger zu Olympia zu ziehen? Und wer hat Schuld am gescheiterten Referendum? Am Tag 1 nach dem überraschenden Wahltag in Hamburg und Kiel dürften die Debatten Fahrt aufnehmen.

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DOSB-Präsident Alfons Hörmann ist die Enttäuschung über das Abstimmungsergebnis anzusehen.

Quelle: Daniel Reinhardt

Hamburg. Nach dem Aus für die Hamburger Olympia-Bewerbung kehren Bund, Stadt und Verbände am Montag die sportpolitischen Scherben zusammen.

Das Nein der Bürger zu Sommerspielen 2024 hat Entsetzen und Niedergeschlagenheit hinterlassen. Wenige Stunden nach der Pleite wissen Politik und Sport noch nicht, wie es ohne die hehren Pläne von Olympischen Spielen 2024 weitergehen soll.

51,6 Prozent der 651 589 Hamburger, die sich am Referendum beteiligten, waren gegen Olympia in der Hansestadt. Nur 48,4 Prozent waren dafür. "Für den deutschen Sport ist das ein Armutszeugnis", sagte Hockey-Olympiasieger Christian Blunck lapidar.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird sich am Samstag in Hannover bei seiner 12. Mitgliederversammlung mit der Frage beschäftigen: Was nun? Olympia sollte den deutschen Spitzensport beflügeln und aus den Niederungen führen, in die er in den vergangenen Jahren abgerutscht ist. Diese Chance für die kommende Generation sei vergeben, stellte DOSB-Präsident Alfons Hörmann ernüchtert fest. Einen Plan B gibt es derzeit nicht. Hörmann: "Wir waren auf dieses Szenario bis zum heutigen Tag nicht vorbereitet."

Hamburg sollte ein Fanal des sportlichen Aufbruchs werden. Vorbei. "Es scheint so, dass der olympische Gedanke und Deutschland im Moment nicht zusammenpassen", konstatierte Hörmann. Erst die Pleite in München mit der abgelehnten Olympia-Bewerbung für Winterspiele 2022, jetzt, nur zwei Jahre später, der Reinfall mit Hamburg.

"Hamburg meine Perle vor die Säue geworfen. Das Tor zur olympischen (Sport)welt für immer geschlossen", twitterte die Handball-Ikone Stefan Kretzschmar verärgert. Ähnlich äußerte sich Paralympics-Siegerin Kirsten Bruhn. Nun sehe es düster aus für den Leistungssport in Deutschland.

Beim IOC in Lausanne schien das Hamburger Nein kein Erstaunen hervorzurufen. "Wenn man die Diskussionen in Deutschland in den letzten Wochen verfolgt hat, kommt dieses Ergebnis nicht ganz überraschend", teilte ein IOC-Sprecher mit. Hamburg habe eine große Chance verpasst, weil das IOC der Stadt 1,7 Milliarden US-Dollar (1,6 Milliarden Euro) zum Gelingen der Spiele beigesteuert hätte. "Es ist verständlich, dass die Einwohner Hamburgs in einer Situation, in der Deutschland mit der hohen Anzahl von Flüchtlingen eine historische Herausforderung zu bewältigen hat, auf die nicht geklärte Finanzierung sensibel reagiert haben."

Das IOC will Deutschland aber nicht ausgrenzen. Es freue sich "auf die weitere Zusammenarbeit mit dem DOSB". Nicht nur das IOC ist enttäuscht, auch Kiel. Der Segel-Partner Hamburgs sprach sich mit überwältigender Mehrheit von 65,57 für olympische Regatten auf der Förde aus. Doch selbst die 40 792 Kieler Ja-Stimmen hätten Hamburg nicht gerettet.

dpa

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