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Löw warnt vor weiterer Belastung

Fußball Löw warnt vor weiterer Belastung

Der Bundestrainer setzt vor den WM-Quali-Spielen gegen Tschechien und Nordirland auf eine extrem kurze Vorbereitung. Er gönnt seinen Profis noch Regeneration. Denn für Löw ist die Belastungsgrenze der Topspieler längst erreicht. Trotzdem kommt ein neuer Wettbewerb.

Joachim Löw lehnt eine Aufstockung der Fußball-WM von 32 auf noch mehr Mannschaften ab.

Quelle: Federico Gambarini

Berlin. Joachim Löw gönnt seinen 22 eingeladenen Spielern erst noch ein paar freie Tage. Erst am Mittwoch startet der Bundestrainer die Blitz-Vorbereitung auf den nächsten Länderspiel-Doppelpack des Weltmeisters - das ist ungewöhnlich.

Nur drei Tage nach dem Treffen in Hamburg steht das WM-Qualifikationsmatch gegen Tschechien auf dem Programm, am Dienstag darauf geht es in Hannover gegen Nordirland. "Wir müssen von Beginn an hochkonzentriert sein", forderte Löw mit Blick auf die Partie gegen die Tschechen als wohl stärkstem Gruppen-Gegner in der Ausscheidung um das WM-Ticket nach 2018. Nur der Gruppensieger kommt direkt nach Russland. Die erste Partie hat die deutsche Nationalmannschaft in Norwegen 3:0 gewonnen.

Die zusätzliche kurze Ruhephase für Kapitän Manuel Neuer und seine Kollegen, die allesamt ohne größere Blessuren aus den Liga-Spielen des verlängerten Wochenendes kamen, soll den stark belasteten Nationalspielern zumindest ein wenig helfen. "Die Grenze der sportlichen Belastbarkeit ist erreicht - sportlich und mental", betonte Löw in der "Welt am Sonntag" nochmals. Ein weiteren Raubbau an den Körpern der Spitzenprofis könnte Folgen haben: "Wir müssen uns darüber klar sein, dass auf Dauer die Qualität darunter leidet."

Aus diesem Grund lehnt der Bundestrainer eine mögliche Aufstockung der Fußball-Weltmeisterschaft von 32 auf 40 Mannschaften auch rigoros ab. Entsprechende Überlegungen halte er nicht für gut: "Der sportliche Wert darf nicht verwässern, wenngleich ich absolut Verständnis gerade für die kleineren Nationen habe, die über diesen Weg auch einmal die große Fußball-Bühne betreten können", bemerkte der Weltmeister-Coach. Auch Ligapräsident Reinhard Rauball hatte sich zuletzt ähnlich geäußert: "Der DFB und die Bundesliga halten eine Ausweitung dieser Wettbewerbe auf Kosten der Spieler, Clubs und Fans für falsch."

Dennoch wird sich die Spirale weiterdrehen. Schon 2018 startet die neue Nations League, an der alle 55 Nationalteams Europas teilnehmen. Auch der Deutsche Fußball-Bund hat zugestimmt. Zwar betonte die Europäische Fußball-Union UEFA, dass der zentral vermarktete neue Wettbewerb keine zusätzliche Belastung bringen würde, da in den im Jahreskalender ohnehin verankerten Wochen gespielt wird - das ist jedoch nur die halbe Wahrheit.

Denn natürlich wird auch die DFB-Elf einen Punktspiel-Wettkampf mit anderer Intensität angehen als ein Freundschaftsspiel. Für Klassiker wie Deutschland gegen Brasilien oder Argentinien, gegen Italien oder England ist kaum noch Platz. Zudem fehlen Löw dann die von ihm vehement eingeforderten Tests gerade für junge Spieler. "Wir dürfen das Rad nicht überdrehen", warnte der 56-Jährige jetzt noch einmal.

Die Nations League soll in vier Divisionen mit Auf- und Abstieg gespielte werden. Die Einteilung erfolgt bereits im November 2017 nach der dann aktuellen FIFA-Weltrangliste. In der höchsten Division mit Deutschland gibt es vier Dreier-Gruppen. In jedem ungeraden Jahr, erstmals 2019, wird der Sieger der UEFA Nations League in einem Final Four ermittelt - und das im Juni nach einer langen Saison. Anreiz für die kleinen Verbände ist es, dass über den neuen Wettbewerb auch vier Startplätze für die nächste EM-Endrunde vergeben werden.

dpa

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