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Kulturkampf RB gegen Union: "Jeder muss seinen Weg gehen"

Fußball Kulturkampf RB gegen Union: "Jeder muss seinen Weg gehen"

Bei der Zweitliga-Partie RB Leipzig gegen Union Berlin treffen zwei komplett unterschiedliche Fußball-Kulturen aufeinander. Und es ist das Duell des Tabellenführers gegen das beste Rückrundenteam. Union muss zu Beginn 15 Minuten auf seinen "zwölften Mann" verzichten.

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Wenn Trainer Sascha Lewandowski mit Union Berlin bei RB Leipzig antritt, treffen zwei unterschiedliche Fußball-Kulturen aufeinander.

Quelle: Roland Weihrauch

Leipzig. Ein leerer Gäste-Bereich, 15 Minuten lang. Es ist ein Protest, den Fans des 1. FC Union Berlin beim von ihnen ungeliebten Zweitliga-Konkurrenten RB Leipzig vorhaben.

Wenn sie am Freitag beim Tabellenführer zu Gast sind, wollen Union-Fans einmal mehr demonstrieren, dass die sehr wirtschaftlich geprägte Clubphilosophie nicht mit ihren eigenen Wertvorstellungen übereinstimmt. "Für den Fußball, den wir lieben!", lautet das Motto für die Aktion, die bei Union-Trainer Sascha Lewandowski auf Unterstützung und Verständnis trifft.

"Unser Weg ist sicherlich ein ganz anderer", betonte der 44-Jährige vor dem Ost-Duell. "Jeder hat seine Chancen, und jeder muss seinen Weg gehen." RB Leipzig und Union könnten unterschiedlicher kaum sein. Nicht nur weil die Sachsen vor dem 22. Spieltag mit sechs Punkten vor dem SC Freiburg auf Platz eins liegen. Und der Zwölfte aus der Hauptstadt erkennen musste, dass er noch lange nicht erstligareif ist - auch wenn strategisch schon vom Aufstieg gesprochen wurde.

Auf der einen Seite RasenBallsport Leipzig, das auch dank der Millionen eines österreichischen Getränkeherstellers mit riesigen Schritten emporstrebt. In seinem siebten Jahr scheint der Club auf dem Weg in die Bundesliga kaum mehr aufzuhalten zu sein. Auf der anderen Seite die "Eisernen", die damit kokettieren, ganz anders und auch mit geringen finanziellen Mitteln ihre Ziele zu verfolgen. Für Anhänger gilt Union als Kultclub, der sich der puren Kommerzialisierung entgegenstemmt.

Die Abneigung gegen RB Leipzig hat bei den Berlinern Tradition. Im März vor fünf Jahren wurde ein Testspiel gegen den damaligen Viertligisten nach Fanprotesten abgesagt. Im direkten Duell 2014 hüllten sich Union-Fans in schwarze Plastiktüten und wollten so das drohende Ende der Fußballkultur anprangern. Beim Hinspiel am 28. August 2015 (1:1) kleideten sie sich in Rot und schwiegen 15 Minuten.

"Was außen herum passiert, bekommen wir gar nicht mit", behauptete RB-Innenverteidiger Willi Orban nun. "Wir müssen alles, was außen rum passiert, ausblenden", forderte auch Trainer Ralf Rangnick, und auf die Frage, ob RB den Fußball kaputt mache, antwortete der 57-Jährige vor einiger Zeit im Interview von "11Freunde": "Ich glaube, dass nur eine klare Minorität der Fans das denkt. Die Mehrzahl begreift, dass wir mit unserem Geld nicht ganz so blödsinnig umgehen."

Sportlich begegnen sich beide Trainer mit enormem Respekt. Die Leipziger "haben jetzt schon eine gute bis sehr gute Erstliga-Mannschaft", lobte Sascha Lewandowski. Zu Rangnick schaue er "ein bisschen" auf.

Nach sechs Siegen in Serie musste RB am vergangenen Freitag beim Kiezclub FC St. Pauli eine Niederlage hinnehmen (0:1). Bestes Rückrundenteam sind nach drei Siegen aus vier Partien die Köpenicker. Doch die Unioner reisen mit dem "vermeintlich letztem Aufgebot" an. Mit sieben Ausfällen sind die personellen Probleme erheblich - und auch der Einsatz von Werder-Leihgabe und Weltmeister-Bruder Felix Kroos ist sehr unwahrscheinlich.

"Es ist ein Weg der kleinen Schritte, das war mir vielleicht am Anfang nicht ganz so bewusst", meinte Lewandowski über seinen Job, den er erst nach dem Hinspiel gegen RB als Nachfolger von Norbert Düwel aufgenommen hatte. In Leipzig setzte er trotz der Aktion zum Anpfiff auf den Rückhalt durch die Fans: "Ich hoffe, dass sie uns ab der 16. Minute helfen, den 12. Mann können wir gut gebrauchen."

dpa

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