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Gladbachs Elfmeter-Trauma: "Alle Neune" in zehn Spielen

Fußball Gladbachs Elfmeter-Trauma: "Alle Neune" in zehn Spielen

Gut gespielt, unglücklich verloren, die Fans begeistert, der Trainer zufrieden: Gladbachs Heimpremiere in der Champions League hatte großen Unterhaltungswert. Trotz der Niederlage.

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Raffael (l) scheiterte vom Elfmeterpunkt an Manchesters Torwart Joe Hart.

Quelle: Rolf Vennenbernd

Mönchengladbach. Das Zittern beginnt im eigenen Strafraum. Die Elfmeter-Seuche bei Borussia Mönchengladbach nimmt allmählich bedrohliche Ausmaße an und kostet den Club vor allem in der Champions League wichtige Punkte.

Neun Strafstöße in zehn Pflichtspielen, davon allein vier in zwei internationalen Partien, zeugen von großer Unsicherheit im defensiven Zweikampfverhalten. "Das kann ja gar nicht sein. Wenn man in jedem Spiel einen Elfmeter bekommt, wird es schwer", meinte Gladbachs Nationalspieler Patrick Herrmann nach dem unglücklichen 1:2 (0:0) gegen Manchester City, besiegelt durch einen in der 90. Minute verwandelten Strafstoß von Sergio Aguero.

Drei in Sevilla, zwei in Bremen, zwei gegen Augsburg und je einer gegen Stuttgart und Manchester - sieben Strafstöße führten zu Gegentreffern, einer ging daneben, einer an die Latte. Torhüter Yann Sommer konnte nicht einen Schuss vom Punkt halten. "Wir hatten uns fest vorgenommen, das schnellstmöglich abzustellen. Leider ist uns das nicht gelungen, das müssen wir jetzt so hinnehmen", sagte Rechtsverteidiger Julian Korb.

Das ist auch für Trainer André Schubert eine ungewöhnliche Situation. "Sicherlich war nicht jeder Elfmeter auch ein Elfmeter. Vielleicht agieren wir zu ungeschickt im Strafraum und sind nicht kontrolliert genug. Aber ich bin ja froh, dass sich die Mannschaft in punkto Zweikämpfen deutlich gesteigert hat", befand der Coach. An der Elfmeterschwäche müsse man arbeiten.

Gegen Manchesters Starensemble kam dann auch noch das Missgeschick hinzu, dass der ansonsten sehr starke Raffael den ersten Elfmeter der Saison verschoss. Vorgesehen war er dafür nicht. Eigentlich wollte Herrmann schießen. Schubert hatte keinen Elfmeterschützen festgelegt. "Raffael schien sich sicher zu sein, fühlte sich gut und hat Verantwortung übernommen", sagte Gladbachs Übergangstrainer. Der Brasilianer ärgerte sich über seinen Fehlschuss. "Ich habe im letzten Moment noch den Fuß gedreht, und das war ein Fehler."

Dennoch hätte es für die ersten Champions-League-Punkte reichen können. Denn Lars Stindl erzielte kurz nach der Pause auf Vorarbeit von Korb die Führung. Nach dem Ausgleichstreffer durch Martin Demichelis (65.), der erst mit einem Tag Verspätung das Tor durch die Europäische Fußball-Union (UEFA) zugeschrieben bekam, schien ein Remis in greifbarer Nähe, ehe Fabian Johnson Aguero unglücklich am Fuß traf. "Ich habe ihn berührt. Das geht auf meine Kappe", sagte der US-Nationalspieler. Zuvor hatten die Gladbacher vor allem bei Kontern durchaus Chancen zum Sieg.

"Natürlich sind wir enttäuscht. Aber die Mannschaft hat sich hervorragend verkauft", sagte Schubert. Auch in Hinblick auf die Partie gegen den VfL Wolfsburg am Samstag könne man durchaus positive Dinge mitnehmen, befand der Coach. "Davon lassen wir uns nicht umhauen." Man habe schließlich gezeigt, dass man mit den Besten mithalten könne, meinte Herrmann.

Lob gab es auch von Deutschlands "Fußballer des Jahres", Kevin De Bruyne, der eine schwache Leistung bot. "Ich gebe zu, dass wir am Ende auch ein bisschen Glück brauchten, um dieses Spiel zu gewinnen, aber nach dem 0:1 waren wir auch einfach die bessere Mannschaft."

Abgesehen vom Ergebnis war die Heimpremiere in der europäischen Königsklasse ein großes Ereignis im Borussia-Park. Mit einer spektakulären Choreographie und lautstarker Unterstützung sorgten die Fans für eine großartige Stimmung. "Für mich war es das erste Champions-League-Spiel. Das war Gänsehautfeeling pur und eine super Atmosphäre", sagte Herrmann. Noch mindestens zweimal dürfen sich Borussias Anhänger auf einen solchen Abend freuen - dann wird Schluss sein in Europa. Denn die punktlosen Gladbacher werden den Rückstand in der "Mördergruppe" wohl nicht mehr aufholen.

dpa

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