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Freshfields statt FIFA: DFB vor eigener Woche der Wahrheit

Fußball Freshfields statt FIFA: DFB vor eigener Woche der Wahrheit

Die Kongresstage in Zürich waren für Deutschlands wichtigste Fußball-Funktionäre nur eine kurze Ablenkung. Wenige Tage vor der Präsentation des Untersuchung zu den dubiosen Vorgängen um die WM-Vergabe 2006 geht die DFB-Spitze auf Distanz zum Ex-Chef.

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Reinhard Rauball und Rainer Koch und Ex-Präsident Wolfgang Niersbach beim FIFA-Kongress.

Quelle: Patrick Seeger

Zürich. Für einen kurzen süßen Augenblick konnten sich die deutschen Fußball-Funktionäre mal wieder wie Sieger fühlen. Der Erleichterung über die Wahl von Wunschkandidat Gianni Infantino zum FIFA-Präsidenten folgten aber schnell wieder die sorgenvollen Gedanken um die eigenen Probleme.

Der Sommermärchen-Skandal hatte die Interims-Crew des DFB um Reinhard Rauball und Rainer Koch auch in Zürich nicht ganz losgelassen. Die Causa WM 2006 sei rund um den FIFA-Kongress "ein Thema" gewesen, gestand Rauball.

Nach den so wichtigen FIFA-Tagen steht für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nun die eigene Woche der Wahrheit an. Mit der Präsentation des Freshfields-Berichts am Freitag in Frankfurt sollen endlich die Fragen zu dubiosen Verträgen und Geldtransfers vor der Vergabe der WM 2006 auch öffentlich beantwortet werden. Rauball und Koch stehen dann als selbst ernannte Aufklärer in der Pflicht.

Auf erneut vorab durchgesickerte Details um die dubiosen Zahlungsvorgänge von 6,7 Millionen Euro zwischen DFB, FIFA und dem ehemaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus um die Jahrtausendwende reagierten die deutschen Funktionäre schmallippig. Der immer mehr unter Druck stehende Ex-DFB-Präsident Wolfgang Niersbach kam nicht aus der Deckung. "Ich bin für mich selbst total im Reinen, und ich bleibe bei der Aussage, dass ich mich zu dem laufenden Verfahren nicht äußere", sagte er.

Ein Diskussionspunkt ist weiterhin, wann Niersbach über die Vorgänge im von Franz Beckenbauer offenbar in alter zweifelhafter Funktionärs-Manier geführten Organisationskomitee Bescheid wusste. Es ist das Schicksal Niersbachs, dass er als noch aktiver Funktionär im Zentrum der Kritik steht. Andere Top-Leute von damals, wie Beckenbauer, Theo Zwanziger, Horst R. Schmidt oder Strippezieher Fedor Radmann können aus dem Fußball-Off nach Gusto Kommentare abgeben - oder auch nicht.

Kommt am Freitag heraus, dass Niersbach bei seiner misslungenen Aufklärungsarbeit im Herbst 2015 in weiteren Fällen die Unwahrheit sagte, dürfte er auch als deutsches Exekutivmitglied bei FIFA und UEFA kaum noch zu halten sein - zumal dann auch die Ethikkommission des Weltverbandes aktiv werden dürfte. Wenn die Untersuchung der vom DFB beauftragten Freshfields-Juristen in einem Frankfurter Hotel vorgestellt wird, sucht die UEFA-Exekutive mit Niersbach in Nyon bei der Suche nach einem neuen Generalsekretär zu helfen.

Rauball ging erstmals spürbar auf Distanz. "Es war immer unsere Grundauffassung, dass wir sagen, wir wollen das aufklären", beschrieb der Ligapräsident die DFB-Grundhaltung und ergänzte eine Liste von diversen Handlungsschritten, die auch für die Personalie Niersbach gelten. "Das ist genau in dieses Raster eingeordnet. Da warten wir als nächstes den Bericht von Freshfields ab", so Rauball. Totales Vertrauen klingt anders.

Nach dem Rücktritt von DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock muss der Verband zudem noch einen neuen Mann für die Führung der täglichen Amtsgeschäfte suchen. Da der designierte Präsident Reinhard Grindel als relativer Verbandsneuling noch nicht alle Abläufe verinnerlichen konnte, soll eine interne Lösung gefunden werden. Laut "Bild" ist Friedrich Curtius ein Kandidat - bislang Leiter des Präsidialbüros und auf Auslandsreisen ein steter Begleiter von Niersbach.

dpa

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