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EM-Gegner für Löw-Team gesucht - Terror-Furcht bei Fans

Fußball EM-Gegner für Löw-Team gesucht - Terror-Furcht bei Fans

Die Befürchtung der Fans, bei der EM im Sommer 2016 könne es zu weiteren Terroranschlägen kommen, ist hoch. Trotzdem ist die große Mehrzahl für die Austragung des Turniers in Frankreich. Die Auslosung soll die Freunde auf den Sport auch bei Löw und Co. zurückbringen.

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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft will auch den EM-Titel gewinnen.

Quelle: Jan Woitas

Berlin. Die Ängste und Erinnerungen an den Terror vom 13. November werden noch einmal wiederkehren, wenn Joachim Löw und Oliver Bierhoff am Samstag in Paris die Gruppenauslosung für die EM-Endrunde im kommenden Sommer verfolgen.

Vier Wochen nach den schrecklichen Anschlägen in der französischen Hauptstadt werden im "Palais des Congrés" per Setzen und Losen die 24 Teams auf die sechs Vorrundengruppen verteilt. Dann wissen auch Bundestrainer und Teammanager, wie hoch ab 10. Juni kommenden Jahres die ersten Hürden bei der Titelmission 2016 sind.

Die Terrornacht von Paris, die Löw und die gesamte deutsche Nationalmannschaft im Stade de France vor Ort erlebt hatten, wirkt auch bei den Fans noch nach. 44 Prozent der Deutschen befürchten nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, dass es im Rahmen der EM 2016 in Frankreich zu weiteren Anschlägen kommen kann. 31 Prozent antworteten auf eine entsprechende Frage mit "nein", 24 Prozent äußerten sich dazu nicht. Allerdings haben nur zwei Prozent schon bestehende Reisepläne zur EM verworfen, 14 Prozent halten daran fest. 80 Prozent haben (noch) keine Reisepläne zur EM.

Trotz der großen Sorge ist überwiegende Mehrheit der Bundesbürger für die Austragung des Turniers in Deutschlands Nachbarland. 72 Prozent der Befragten sind dafür. 14 Prozent sind dagegen. 13 Prozent wollten sich nicht festlegen oder keine Angaben machen. "Es macht wenig Sinn, über ein anderes Land zu diskutieren. Das, was passiert ist, kann überall passieren", hatte DFB-Chefcoach Löw bereits nach der schlaflosen Nacht vor einem Monat in der Kabine der Pariser Endspiel-Arena erklärt.

Während des Freundschaftsspiel der EM-Gastgeber gegen das deutsche Team hatten zwei laute Donnerschläge, die sich dann als von Terroristen ausgelöste Explosionen herausstellten, für großes Unbehagen gesorgt. Später stellte sich heraus, dass mindestens ein Selbstmord-Attentäter auch versucht hatte, in das Nationalstadion in St. Denis zu gelangen.

"Wir sind alle erschüttert und schockiert", sagte Löw, als die Ausmaße der Terrorakte in der französischen Metropole mit weit über 100 Toten und 300 Verletzten deutlich wurde. Das DFB-Team war bis zur Abfahrt zum Flughafen am nächsten Morgen im Stadion geblieben, in dem am 10. Juli nächsten Jahres das EM-Finale angepfiffen wird.

Der Sicherheitsaspekt hat nach dem Terror von Paris natürlich für das Turnier, das erstmals mit 24 Nationen ausgetragen wird, großen Einfluss. "Es werden Maßnahmen ergriffen werden, die für Fans, Medien und die Mannschaften Veränderungen mit sich bringen werden", sagte Bierhoff. Auch für den Golden-Goal-Schützen zum EM-Triumph von 1996 wird es bei der ersten Rückkehr nach Paris noch schwer werden, das Sportliche wieder in den Vordergrund zu rücken.

"Ich darf sogar auslosen, weil ich Teil der EM-Geschichte bin", berichtete Bierhoff, der 1996 mit seinem Golden Goal im Finale gegen Tschechien den deutschen Team den EM-Sieg gebracht hatte. "Ich bin sehr gespannt auf unsere Gegner. Früher war ja die Gruppenphase bei einer EM schwerer als bei der WM. Das ist jetzt nach der Aufstockung nicht mehr so", bemerkte der Teammanager.

Dass die Erlebnisse vom 13. November den sportlichen Erfolg der Nationalmannschaft negativ beeinflussen könnten, glauben nur 14 Prozent der Deutschen, 67 Prozent rechnen nicht damit.

Ein halbes Jahr vor Turnierstart ist bei den Fans der Optimismus gestiegen, dass Deutschland nach dem WM-Triumph von 2014 im nächsten Jahr auch Europameister werden kann. 26 Prozent der Bundesbürger glauben an den vierten EM-Erfolg nach 1972, 1980 und 1996. Vor neun Monaten hatten auf die Frage, ob Deutschland 2016 Fußball-Europameister wird, nur 13 Prozent mit "ja" geantwortet. Vor der Gruppenauslosung glaubt jeder vierte Befragte an den Triumph des Löw-Teams. 45 Prozent rechnen nicht mit einem weiteren Erfolg.

dpa

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