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Der Weg für das Hoeneß-Comeback ist geebnet

Fußball Der Weg für das Hoeneß-Comeback ist geebnet

"Das war's noch nicht!" Diese Worte von Uli Hoeneß bei seinem bislang letzten großen Bayern-Auftritt könnten bald mit Leben gefüllt werden. Kehrt der Macher ins erste Amt bei seinem Herzensclub zurück? Eine Postenteilung mit Karl Hopfner ist eine naheliegende Variante.

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Uli Hoeneß (M) darf sich drei Jahre lang nichts zuschulden kommen lassen.

Quelle: Andreas Gebert

München. Der Tag der Entscheidung über die Zukunft von Uli Hoeneß beim FC Bayern wird mit jeder Woche in Freiheit näher rücken. Der langjährige Vereinspatron ist bald wieder frei für die großen Ämter bei seinem Herzensverein, der ihn natürlich mit offenen Armen empfängt.

Noch kann nur spekuliert werden über die Pläne des 64-Jährigen, der am 29. Februar aus dem Gefängnis kommt. Zuletzt rätselten selbst die aktuellen Bosse des deutschen Fußball- Rekordmeisters öffentlich über die Zukunft des langjährigen Präsidenten und Managers.

Fans, Mitglieder und Freunde würden Hoeneß wohl nur zu gerne wieder auf dem Vereinsthron sehen. Doch wie wird ein Vorbestrafter, der nach vielen Verdiensten das Recht auf eine neue Chance haben will, von der Öffentlichkeit in diesem prominenten Amt wahrgenommen?

Einem Bericht der "Bild" zufolge verkündet Hoeneß am 1. Juli, was er bei den Münchnern vorhat. Die Präsidentenwahl findet im November statt, eine Ämterteilung mit dem aktuellen Präsidenten Karl Hopfner ist eine bestens vorstellbare Variante. Hoeneß würde dann seinen inbrünstig geliebten FC Bayern als Präsidenten führen, Hopfner weiter den Posten als Aufsichtsratsvorsitzender an der Seite von einflussreichen Wirtschaftsführern behalten.

Eine Kampfkandidatur gegen seinen Vorgänger hatte Hopfner, der die Zukunft mit Hoeneß unter vier Augen besprechen wollte, stets ausgeschlossen. "Es geht bei diesem Thema nicht um mich. Ich stelle mich da zurück", erklärte der langjährige Hoeneß-Vertraute erst vor einigen Wochen. Der Weg zu einer Rückkehr - wenn der Vereinspatron diese dann tatsächlich will - ist längst geebnet. Genug Stimmen der Mitgliederschar sind ihm ohnehin gewiss.

Überstürzt handeln wird Hoeneß nicht. Erst einmal soll ohnehin ein längerer Urlaub mit Ehefrau Susi geplant sein. Ab Ende Februar ist Hoeneß dann ein halbwegs freier Mann, die Hälfte seiner Strafe von dreieinhalb Jahren wegen Steuerhinterziehung wird zur Bewährung ausgesetzt.

Hoeneß könnte beim FC Bayern, bei dem er seit Januar 2015 als Freigänger in der Jugendabteilung arbeitet, bald wieder mit der Mannschaft auf Reisen gehen. Er könnte sich wieder in den großen Stadien zeigen, wieder seinem Herzensclub in der Öffentlichkeit zujubeln. Kritische Stimmen von außen im Falle einer Rückkehr in ein offizielles Amt würden er und seine Bayern-Familie vermutlich geschlossen aussitzen.

Allerdings darf sich der nun von der Justiz als Muster-Häftling gepriesene Hoeneß drei Jahre lang, so lange ist die Aussetzung der Strafe auf Bewährung, auch nichts zuschulden kommen lassen. Für den durch seine Steuerhinterziehung entstandenen Schaden leistete Hoeneß Zahlungen in Höhe von mindestens 43 Millionen Euro.

"Ich freue mich, dass er das hinter sich gebracht hat, dass er seine Strafe vorbildlich abgesessen hat", sagte Ligapräsident Reinhard Rauball am Dienstag. Bundesliga-Weggefährten wie Heribert Bruchhagen oder Klaus Allofs mochten nicht über die spannende Zukunftsfrage mutmaßen. "Erstmal steht im Vordergrund, dass er wieder frei sein wird", sagte der Wolfsburger Sportchef Allofs.

Aber die Hoeneß'schen Worte von einst könnten bald mit Leben gefüllt werden. "Und dann, wenn ich zurück bin, werde ich mich nicht zur Ruhe setzen. Das war's noch nicht!", rief Hoeneß bei der letzten Mitgliederversammlung vor seiner Inhaftierung im Mai 2014 der Anhängerschar zu. Was er genau damit meinte, könnte sich bald weisen.

Bei der Jahreshauptversammlung Ende November hatte ein Vereinsmitglied schon den Wunsch geäußert, dass der langjährige Macher nach der Haft wieder an die Spitze des Vereins zurückkehren solle. Natürlich Beifall. Wie eine von Hoeneß selbst schon Gespräch gebrachte Abstimmung ausgehen würde, dürfte angesichts des großen Zuspruchs aus dem Club für "den Uli" klar sein.

"Möglicherweise wäre es für Uli besser, ein bisschen mehr das Leben zu genießen, nicht nur immer wieder irgendwelchen Erfolgen hinterherzurennen", dachte Bruder Dieter Hoeneß im vergangenen Jahr aber auch öffentlich über eine andere Variante nach. Doch ein Uli Hoeneß als Privatier wäre eine große Überraschung.

dpa

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