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Bundesregierung beschließt Gesetzesentwurf zu Wettbetrug

Sportpolitik Bundesregierung beschließt Gesetzesentwurf zu Wettbetrug

Nach den Dopern nimmt der Gesetzgeber die Sportwettbetrüger ins Visier. Das Bundeskabinett verabschiedete einen entsprechenden Gesetzentwurf. Er sieht Haftstrafen von drei bis fünf Jahren vor.

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Bundesjustizminister Heiko Maas sagt dem Betrug im Sport den Kampf an.

Quelle: Kay Nietfeld

Berlin. Bis zu fünf Jahren Gefängnis drohen in Zukunft Sportlern, Trainern, Schiedsrichtern und Funktionären bei Spielmanipulation und Wettbetrug. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat das Bundeskabinett am 6. April verabschiedet.

"Mit dem beschlossenen Gesetzentwurf zeigen wir Betrug und Manipulation im Sport die Rote Karte", sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). "Sport hat eine riesige gesellschaftliche Bedeutung. Wir müssen alles tun, um die Glaubwürdigkeit des Sports zu schützen."

Das Gesetz soll die Integrität des Sports und das Vermögen anderer vor der Manipulation von Wettkämpfen besser schützen. Neben Gefängnisstrafen zwischen drei und fünf Jahren sind auch Geldbußen vorgesehen. Durch den Gesetzentwurf soll zudem für die neuen Straftatbestände unter besonderen Voraussetzungen eine Befugnis zur Überwachung der Telekommunikation geschaffen werden.

"Sportwettbetrug und die Manipulation berufssportlicher Wettbewerbe beeinträchtigen die Integrität des Sports", sagte Maas. Sie schädigten in betrügerischer Weise das Vermögen anderer und würden dadurch den Sport "in seiner gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Relevanz" gefährden. Weltweit werden nach Schätzungen rund 700 Milliarden Euro in Sportwetten investiert.

"Die bisherige Rechtslage hat Spiel- und Wettmanipulationen nur unzureichend erfasst. Das werden wir nun mit den neu zu schaffenden Straftatbeständen ändern", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Nach dem Anti-Doping-Gesetz sei dies ein weiterer wichtiger Schritt hin zu mehr Fairness im Sport.

"Das Anti-Doping-Gesetz hat bereits wenige Monate nach seiner Einführung gezeigt, dass mit den Mitteln des Strafrechts erfolgreich gegen Betrug im Sport vorgegangen werden kann", erklärte Rainer Koch, Interimspräsident des Deutschen Fußball-Bundes. "Nur so kann der Kampf gegen die weltweite Bedrohung durch die Wettmafia erfolgreich gestaltet werden." Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung des Sports rechtfertigte es, das Strafrecht als Ultima Ratio zur Wahrung der Integrität des Wettbewerbs einzusetzen.

Ähnlich äußerte sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) zum Vorstoß der Bundesregierung. "Der Kampf gegen die wachsende Bedrohung durch organisierte Kriminalität im globalen Maßstab erfordert auch in diesem Bereich unbedingt den Einsatz des Strafrechts", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Gleichzeitig werde der Profi-Fußball weiterhin alle in seiner Macht stehenden Maßnahmen ergreifen, um Wettbetrug und Spielmanipulation zu bekämpfen.

Auch der Deutsche Lotto- und Totoblock (DLTB) begrüßt das Gesetz. "So erhalten wir als langjähriger Partner und Förderer des Sports eine weitere Rückendeckung für unsere Bemühungen zum Schutze der Integrität", erklärte Lotto-Hamburg-Geschäftsführer Torsten Meinberg. Abgesehen von einer einfacheren und konsequenteren Verfolgung von Betrug von Sportwetten, würden künftig auch Absprachen mit Trainern, Schieds-, Wertungs- oder Kampfrichtern, um den Verlauf beziehungsweise das Ergebnis von Sportereignissen zu beeinflussen und zu manipulieren, als Straftatbestand angesehen.

dpa

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