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Amerika-Eroberung gescheitert: Abraham verliert WM-Titel

Boxen Amerika-Eroberung gescheitert: Abraham verliert WM-Titel

Die Vorfreude war groß, die Enttäuschung größer. Durch einen indiskutablen Auftritt verlor Arthur Abraham in Las Vegas seinen WM-Gürtel. Seine Hoffnungen, den amerikanischen Markt zu erobern, sind geplatzt.

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Arthur Abraham (l) war zu defensiv gegen Gilberto Ramirez. Foto: John G. Mabanglo

Las Vegas (dpa) – Der einstige K.o.-König Arthur Abraham wird Box-Amerika nicht mehr erobern. Der 36 Jahre alte Supermittelgewichtler verlor in Las Vegas seinen WBO-WM-Gürtel nach einer einstimmigen Punktniederlage (108:120, 108:120, 108:120) gegen den Mexikaner Gilberto Ramirez.

Er lieferte dabei wie schon bei seinen beiden vorherigen Amerika-Auftritten eine ganz schwache Vorstellung ab. "Ich möchte keine Ausreden suchen, heute war nicht mein Tag, es tut mir sehr leid", meinte der sichtlich enttäuschte Wahl-Berliner.

Die mit 17 000 Zuschauern ausverkaufte Halle, die berühmte Box-Bühne in der MGM Grand Garden-Arena, auf der einst schon Evander Holyfield und Mike Tyson kämpften - all das habe nichts mit seinem schwachen Auftritt zu tun, betonte der 36-Jährige. "Dies war mein 49. Kampf, ich bin erfahren genug. Aber Ramirez war einfach ein bisschen beweglicher und aktiver – das war's", resümierte Abraham. Der gebürtige Armenier hatte im Mekkaland des Boxens bereits 2010 und 2011 nach ähnlich blassen Auftritten Niederlagen gegen die Amerikaner André Dirrell und André Ward kassiert.

Wie schon damals trat der einst wegen seiner Schlaghärte gefürchtete Schützling von Ulli Wegner auch gegen Ramirez passiv auf, wirkte sehr statisch, traute sich kaum in die Offensive – und verlor verdient. Die im Vorfeld lauthals geäußerten Amerika-Ambitionen verhallten im Nichts. "Wir wollten ein Statement abgeben, aber das hat nicht geklappt", sagte Promoter Kalle Sauerland. Einen derart lustlosen, fast ausschließlich defensiv auftretenden Box-Oldie will in Amerika niemand sehen.

Abraham boxte von Beginn an zaghaft und unentschlossen. In der zweiten Runde kassierte er einen harten rechten Haken am Kopf. "Arthur, du musst reingehen, eins, zwei und wieder raus", rief ihm vor der Schlussrunde Trainer Wegner zu. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass Abraham nur noch mit einem Knockout seinen Titel verteidigen kann. Die finale Offensive blieb aus. Die drei Kampfrichter gaben Ramirez alle Runden – deutlicher geht es kaum.

Er sei "total enttäuscht", meinte Wegner, der zunächst gar nicht reden wollte, anschließend jedoch kaum mehr zu bremsen war. "Wir brauchen hier nicht lange zu diskutieren. Das war keine Leistung, die Arthur gebührt", befand der Trainer. Als ihm die Medien-Fragen an Abraham nach dem Grund für seine schwache Leistung zu nervig wurden, stellte Wegner sogar seinen eigenen Posten zur Disposition. "Wenn wir jetzt eine Ursache suchen, dann müssen wir beim Trainer anfangen."

Wie es nach der fünften Niederlage im 49. Kampf mit Abraham weitergeht, konnte spontan niemand sagen. Er werde "alles geben und hundertprozentig zurückkommen", kündigte der Profi an. Sauerland bezeichnete seinen Schützling als "Kämpfer", der es schon öfter geschafft habe, wieder nach oben zu kommen. Und genau das erwarte man von ihm auch jetzt.

Ein Publikumsliebling verabschiedete sich derweil in die vermeintliche Box-Rente. Manny Pacquiao hat den angeblich letzten Kampf seiner Karriere gewonnen. Der Filipino setzte sich im Weltergewichts-Duell einstimmig nach Punkten gegen den Amerikaner Timothy Bradley durch. Es war der zweite Sieg für Pacquiao im dritten Kampf der beiden. Im Vorfeld hatte er angekündigt, sich künftig mehr um seine politische Karriere kümmern zu wollen.

 

dpa

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