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1:4 gegen Russland - WM-Aus für deutsches Eishockey-Team

Eishockey 1:4 gegen Russland - WM-Aus für deutsches Eishockey-Team

Die Weltmeisterschaft ist für die deutsche Eishockey-Auswahl beendet, aber der neue Bundestrainer Sturm weckt Hoffnungen. Es stehen wichtige Aufgaben für das deutsche Eishockey an.

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Trotz dem Aus im WM-Viertelfinale können die DEB-Spieler Trost in ihrer Leistung finden. Foto: Sergei Ilnitsky

Moskau. Müde Beine und zu viel Respekt vor Russlands Starensemble: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft die Sensation gegen den Gastgeber verpasst.

Nach dem 1:4 gegen den Rekordweltmeister endete das Turnier für die Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm im Viertelfinale. "Das war nicht die deutsche Mannschaft, die ich kenne", sagte der Coach am späten Donnerstagabend. "Aber das ist auch nicht einfach gegen eine solche Mannschaft und vor der Kulisse in Moskau noch dazu."

30 Minuten lang schien das Wunder möglich. Doch am Ende reichten auch eine erneut starke Leistung, ein herausragender Torhüter Thomas Greiss und sogar eine Führung vor 12 199 Zuschauern nicht. "Die Jungs haben schwere Beine gehabt. Der Wille war da, die Leidenschaft war da", sagte Sturm, der auf vier Stammspieler verletzungsbedingt verzichten musste. "Nur irgendwie war auch der Kopf müde, die Beine waren müde."

Dennoch überwog bei ihm der Stolz über die gesamte Turnierleistung. "Sie haben es sich wirklich verdient, im Viertelfinale zu stehen. Es waren zwei tolle Wochen in St. Petersburg", sagte der Trainer-Novize.

"Am Ende war Russland das bessere Team. Vielleicht war es heute nicht unser bestes Spiel", meinte der 37-Jährige weiter. Mit WM-Platz sieben wurde das Minimalziel klar übertroffen. Besser war die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zuletzt beim Heim-Turnier 2010. Damals hatte Deutschland das Halbfinale ebenfalls gegen Russland mit 1:2 verloren und Rang vier belegt.

"Im Moment überwiegt die Enttäuschung. In ein paar Tagen kommt aber der Stolz durch", sagte NHL-Verteidiger Christian Ehrhoff. Gegen das russische Star-Ensemble genügte die Führung durch Torjäger Patrick Reimer (5. Minute) nicht. "Der Druck war schon groß, vor allem im zweiten Drittel. Thomas (Greiss) hat uns im Spiel gehalten", sagte Stürmer Patrick Hager.

Wadim Schipatschow (21./35.), Jewgeni Dadonow (28.) und Alexander Owetschkin (43.) drehten das Spiel zugunsten des Favoriten, der erstmals seit 30 Jahren wieder vor eigenem Publikum Weltmeister werden will. Am Samstag findet das Halbfinale gegen Finnland statt.

"Die individuell stärkere Mannschaft hat sich durchgesetzt. Im Großen und Ganzen kann man positiv auf die WM blicken", sagte Torjäger Reimer. In der Tat scheint das mutiges Experiment mit Sturm und der ehrgeizige Plan des DEB-Präsidenten Franz Reindl, bis 2026 bei großen Turnieren um Medaillen mitspielen zu können, deutlich früher als geplant aufzugehen.

Schon in der Vorrunde hatte Deutschland erstmals seit 23 Jahren vier Spiele gewonnen und dabei unter anderem die Ex-Weltmeister USA und Slowakei geschlagen. Dadurch war das Minimalziel, sich in der Weltrangliste von Platz 13 zu verbessern, bereits erreicht. Trotz des Ausscheidens im Viertelfinale winkt nun ein Top-Ten-Platz nach dem Turnier, was für den Spielplan für die Heim-WM 2017 enorm wichtig wäre.

Im September steht erst einmal die Olympia-Qualifikation an, der Bundestrainer rechnet dafür mit allen NHL-Profis. In Riga will Deutschland eine Blamage wie 2013 unbedingt vermeiden. Damals verpassten die deutschen Männer unter Sturms Vorgänger Pat Cortina erstmals die Qualifikation für die Olympischen Spiele. "Die Olympia-Quali wird mit Sicherheit nicht einfach werden", warnte Sturm. Gastgeber Lettland, Österreich und Japan sind dann die Gegner.

dpa

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