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Vier aus Fünf: CHIO als knifflige Olympia-Ausscheidung

Pferdesport Vier aus Fünf: CHIO als knifflige Olympia-Ausscheidung

Beim größten Reitturnier der Welt muss der Bundestrainer der deutschen Springreiter eine schwierige Wahl für Rio treffen. Leidtragender könnte der bekannteste seiner Reiter sein.

Aachen. Für Otto Becker wird es am Ende eine unangenehme Woche. Der Bundestrainer muss von Dienstag an beim CHIO in Aachen seine Olympia-Kandidaten beobachten und danach zu einem sagen: "Du bist in Rio nur Ersatz."

Der ehemalige Weltklassereiter weiß: "Das ist eine knifflige Entscheidung." Es könnte auch den viermaligen Olympiasieger Ludger Beerbaum treffen - aber der Routinier hat eine Art Versicherung.

Bis Sonntag heißt es: Vier aus Fünf. Ungewöhnlich früh, bereits Mitte Juni, hatte sich Becker auf ein Quintett festgelegt, das nach Brasilien reisen soll. Doch nur ein Quartett darf bei den Olympischen Spielen tatsächlich in den Sattel steigen.

"Theoretisch müssten wir erst in Rio entscheiden, aber wir wollen das nächsten Montag machen", erklärte der Bundestrainer. Becker betonte vor den sechs CHIO-Tagen: "Es ist noch nicht raus, wer der fünfte Mann ist."

Der "fünfte Mann" könnte auch weiblich sein. Meredith Michaels-Beerbaum ist die einzige Frau im Quintett. Die dreimalige Weltcupsiegerin aus Thedinghausen hofft mit Fibonacci auf ihren dritten Olympiastart.

Für ihren Schwager Ludger Beerbaum wäre ein Olympia-Aus besonders bitter. Der Routinier konnte schon vor vier Jahren in London nicht antreten, obwohl er gesetzt war. Seine Stute Gotha war nicht fit. Damit so etwas nicht wieder passiert, erwarb seine Mäzenin Madeleine Winter-Schulze Ende vergangenen Jahres Casello, um für Olympia eine Alternative zu haben.

Vor vier Jahren "habe ich gedacht: Wer fährt außer dir nach London?" Umso größer war der Schock, als sein Olympia-Pferd ausfiel. Daher ist Casello jetzt eine Art Versicherung, der "Backup", wie Beerbaum es nennt: "Wenn man zwei Chancen hat, ist das besser als eine." Dass der Fuchswallach Klasse hat, bewies er vor allem beim Sieg im Großen Preis von Hamburg.

Beerbaum setzt aber beim Blick auf Brasilien in erster Linie auf eine Stute. "Chiara ist meine klare Nummer eins", sagte der 52-Jährige. Mit ihr gewann Beerbaum in diesem Jahr bereits die Großen Preise von Chantilly und Doha.

"Einige haben mehr Pferde, das macht es nicht einfacher", sagte Bundestrainer Becker. Gleich drei Pferde hat Christian Ahlmann zur Auswahl. Der Profi aus Marl könnte in Rio mit Codex One, Epleaser oder Taloubet starten. Er will die CHIO-Tage nutzen, "um mich für die Mannschaft zu empfehlen, die nach Rio fahren wird".

Je zwei potenzielle Rio-Pferde haben auch Marcus Ehning (Borken) mit Cornado und Pret a tout sowie der in Belgien lebende Daniel Deußer mit Cornet d'Amour und First Class. "Das sind alles Weltklassereiter, aber die Form muss stimmen", sagte Becker.

Bei den Dressurreitern scheint es weniger kompliziert. Das Aachen-Quartett dürfte auch das Olympia-Team sein: Isabell Werth mit Weihegold, Dorothee Schneider mit Showtime, Kristina Bröring-Sprehe mit Desperados und Sönke Rothenberger mit Cosmo. "Sicher wird ein Großteil des Aachen-Teams in Rio reiten", formulierte Bundestrainerin Monica Theodorescu vorsichtig. In einer zweiten Grand-Prix-Wertung wird beim CHIO ein Ersatzpaar für Rio gesucht.

dpa

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