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Zwölf Damen, sieben Länder - Der Dresdner SC startet in die neue Saison

Zwölf Damen, sieben Länder - Der Dresdner SC startet in die neue Saison

Er sei noch nie so ruhig gewesen wie vor dieser Saison, sagt Alexander Waibl. Der Trainer der DSC-Volleyballerinnen schöpft seine überraschende Gelassenheit aus der Überzeugung, dass in der neuformierten Mannschaft "unglaublich viel Potenzial" steckt und dass man nur ein wenig Geduld und Zeit zur Entwicklung brauche.

Den Druck, nach drei Vizemeisterschaften in Serie endlich mal wieder einen Titel in die Landeshauptstadt zu holen, möchte der 45-Jährige von seinen Damen möglichst fern halten.

Ganz ausblenden, das weiß auch Waibl nach vier Jahren Amtszeit in Dresden, kann er die hohen Ansprüche nicht. Doch seine Schützlinge sollen davon möglichst unbeeindruckt ihre Talente entfalten und sich entwickeln können und vor allem mit Spaß Volleyball spielen. Deshalb hält der gebürtige Schwabe bei der Formulierung der Saisonziele den Ball flach: "Es wird schwer genug, das zu wiederholen, was wir in den letzten Jahren erreicht haben. Wir gehören erneut zu den Top-Vier der Liga. In der Meisterschaft wollen wir uns eine gute Ausgangsposition für die Playoffs erarbeiten." Als schärfste Konkurrenten sieht Alexander Waibl wieder Titelverteidiger Schwerin, der allerdings mit neuem Trainer und ebenfalls deutlich verändertem Gesicht antritt, sowie die Teams aus Vilsbiburg, Potsdam und Suhl. "Die Liga ist so gestrickt, dass man gegen jeden Gegner stolpern kann, wenn man nicht hundertprozentig bei der Sache ist. Ganz schwache Teams gibt es nicht", glaubt der DSC-Chefcoach, der mit seinen Damen einmal mehr den "Tanz auf drei Hochzeiten" bewältigen muss. Für den DVV-Pokal lehnt er sich sogar etwas weiter aus dem Fenster: "Wir wollen endlich einmal wieder ins Finale nach Halle, weil diese Atmosphäre einfach einmalig ist." Allerdings hat es die Losfee auch diesmal nicht gut mit den Dresdnerinnen gemeint. Erneut bekam der Vizemeister kein Heimspiel, muss beim SC Potsdam gleich in der ersten Runde eine hohe Hürde nehmen. "Wenn wir die meistern, dann würde ich mir nichts sehnlicher als endlich einen Heimauftritt im Viertelfinale wünschen", so Waibl fast flehend.

Auch nach der Auslosung der Champions League wusste der Trainer sofort, was die Stunde geschlagen hat: "Mit Baku und Omsk haben wir zwei ganz harte Brocken erwischt, deshalb wird es schwer, in die Playoffs einzuziehen."

Nicht nur das sportliche Potenzial seines Teams stimmt Waibl aber insgesamt zuversichtlich: "Die ersten Wochen haben gezeigt, dass es auch menschlich sehr gut passt." Kapitän Stefanie Karg, die in der Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt von 22,3 Jahren jetzt mit ihren 26 Jahren zur "Mutter der Kompanie" avanciert, bestätigt fast euphorisch: "Wir schwimmen alle auf einer Wellenlänge. Die Stimmung im Team ist einfach top und wir freuen uns alle riesig auf die Saison."

Und das will schon etwas heißen, wenn zwölf Frauen, die aus sieben Nationen kommen, so schnell einen gemeinsamen Nenner gefunden haben. Und noch etwas sehen alle Beteiligten als neue Qualität: Auch wenn der Kader in diesem Jahr "nur" zwölf Spielerinnen umfasst, kann der Coach am Mittwoch gegen Schwerin ohne Ausfälle in die Saison starten. "Ich finde es echt befreiend, dass wir nicht von Beginn an mit Verletzungen zu kämpfen haben", meint auch Karg, die sich nach dem "harten Sommertraining topfit" fühlt.

Von seinen fünf Neuzugängen ist der DSC-Trainer sehr angetan. Bei den Vorbereitungsturnieren konnte die Amerikanerin Rebecca Perry bereits zeigen, dass sie in Angriff und Block eine wichtige Stütze sein wird. Die Kanadierin Shanice Marcelle schätzt Waibl als spielintelligente junge Athletin ein, die sich sicher noch an die Wettkampfhärte in Bundesliga und Champions League gewöhnen muss. Auch die slowakische Mittelblockerin Jaroslava Pencova habe ihre Fähigkeiten in Aufschlag und Angriff bereits bewiesen, von der zuletzt verpflichteten Weißrussin Kristina Mikhailenko auf der Diagonalen verspricht sich Waibl ebenfalls viel: "Sie muss sich noch an das höhere Tempo gewöhnen, aber sie kann eine sehr komplette Spielerin sein." Mit der belgischen Zuspielerin Elies Goos feilt Alexander Waibl noch an der Umstellung ihrer Technik. Dass er diesmal nur mit zwölf Spielerinnen in die Saison startet, sei bewusst gewählt. "Damit können wir mit jeder noch intensiver arbeiten und vor allem die jungen Spielerinnen besser fördern.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.10.2013

Astrid Hofmann

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