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Zweitliga-Debüt für 16-jähriges Schachtalent Filiz Osmanodja aus Dresden

Zweitliga-Debüt für 16-jähriges Schachtalent Filiz Osmanodja aus Dresden

Am vergangenen Wochenende betrat das 16-jährige Dresdner Schachtalent Filiz Osmanodja Neuland. Nach sechs deutschen Meisterschaften im Juniorenbereich sowie zwei Vizeeuropameister- und einem Vizeweltmeistertitel durfte die Schülerin erstmals in der Zweitliga-Mannschaft des USV TU Dresden gegen die gestandenen Herren spielen.

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Seit frühester Kindheit ist Schach ihre Welt: Filiz Osmanodja.

Dresden. Und das durchaus erfolgreich.

Beim 7,5:0,5-Kantersieg des Teams gegen Wacker Neutraubling steuerte sie einen Sieg bei. Bereits seit frühester Kindheit hat Filiz Osmanodja den Schachsport für sich entdeckt. Während andere Mädchen noch mit Puppen spielten, erwachte bei ihr im zarten Alter von fünf Jahren ihre Leidenschaft für das Spiel. Allerdings war das eher Zufall und keinesfalls geplant. Ihr Vater Osman kann sich noch genau daran erinnern: "Ich habe damals mit meinem 7-jährigen Sohn Bilgin den Schachabend des USV TU Dresden besucht, um ihn für das Spiel zu begeistern. Filiz war eigentlich nur im Schlepptau mit dabei. Dass sie Interesse an dem Spiel haben könnte, konnte ich mir nicht vorstellen."

Doch weit gefehlt. Während dem kleinen Mädchen zunächst nur die Figuren gefielen, war sie bald auch Feuer und Flamme für das Spiel. Das Verdienst dafür gebührt USV-Abteilungsleiter Walter Nauber. Er zeigte Filiz zunächst ein paar einfache Züge und weckte dadurch ihre Begeisterung für den Schachsport. So kam es, dass die heute 16-Jährige ihren Vater immer öfter zum Vereinsabend begleitete und ab ihrem siebenten Lebensjahr regelmäßig das Jugendtraining des USV TU Dresden besuchte. In den darauffolgenden Jahren jagte ein Erfolg den anderen.

Doch was treibt die 16-Jährige überhaupt an? Warum hat sie so große Freude am Schachspielen? "Mir gefällt es, dass man beim Schach mentale Stärke beweisen kann. Wenn man gewinnt, bedeutet das, dass man dem Gegner geistig überlegen war", erklärt Filiz ihre Motivation. Darüber hinaus bereite es ihr großes Vergnügen, über die möglichen Varianten nachzudenken und dann die entsprechende Taktik anzuwenden. Allerdings geht die Schülerin dabei keine Kompromisse ein. "Ich mag keine Remis. Daher spiele ich immer auf Sieg, auch wenn ich deshalb manchmal verliere." Um sich weiterzuentwickeln besucht Filiz zahlreiche Turniere auf der ganzen Welt. Unter anderem war sie schon in Brasilien und Vietnam. In der Schule muss die Schülerin des Dresdner Sportgymnasiums aus diesem Grund manchmal zwei bis drei Wochen fehlen. Schlimm findet sie das aber nicht.

"Ich besuche gern Turniere und finde es gut, wenn man mal von der Schule wegkommt." Den Lehrstoff holt sie selbstständig nach. Und das ist ihr auch sehr wichtig. "Ich könnte zwar auch eine Verlängerung auf 13 Schuljahre beantragen, aber ich möchte mein Abitur gern nach zwölf Jahren ablegen." Schließlich hat die Schülerin auch abseits des Schachsports große Ziele: "Am liebsten würde ich Medizin oder Architektur studieren. Ganz genau weiß ich es aber noch nicht."

Stephan Hönigschmid

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.12.2012

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