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Zerreißprobe für das deutsche Eishockey - Zweitligisten kontra DEB

Zerreißprobe für das deutsche Eishockey - Zweitligisten kontra DEB

Die Leidensfähigkeit deutscher Eishockey-Fans ist in den letzten Jahren schon vielfach auf die Probe gestellt worden. Doch in diesem Jahr droht die schnellste Mannschaftssportart der Welt hierzulande im Chaos zu versinken.

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Quelle: Archiv

In den letzten Tagen eskalierte der Streit zwischen dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) auf der einen Seite und neun Zweitbundesligisten, darunter den drei sächsischen Teams aus Dresden, Weißwasser und Crimmitschau, auf der anderen Seite.

Worum geht es im Wesentlichen bei diesem Streit? Die Zweitligisten, die unter dem Dach der Eishockey-Spielbetriebs-Gesellschaft (ESBG) organisiert sind und bislang durch einen Kooperationsvertrag mit dem DEB verbunden waren, klagen seit geraumer Zeit über fehlende Konzepte und klare Perspektiven für den Profisport unter dem Dach des Verbandes. "So wie es in den letzten Jahren war, geht es nicht weiter. Es müssen endlich die richtigen Weichen für unseren Sport gestellt werden", sagt zum Beispiel Eislöwen-Trainer Thomas Popiesch. Rene Rudorisch, Geschäftsführer der Eispiraten Crimmitschau und einer der Verhandlungsführer der Zweitligisten, meint: "Die Leute um DEB-Präsident Uwe Harnos arbeiten nicht nur an der Realität des professionellen Sports, sondern auch an den Befindlichkeiten der Fans vorbei. Es gab in den letzten Jahren ein Vereinssterben, und wir können diesen katastrophalen Zustand nicht länger mittragen."

So entwickelten die Zweitligisten in Abstimmung mit der DEL ein Konzept für die DEL II, die von Profis geführt wird und damit den Anforderungen des Leistungssports gerecht wird, unter anderen bessere Vermarktungsmöglichkeiten sowie optimale Förderung junger Talente bietet. Für diese Variante sprachen sich übrigens auch über 500 000 Interessenten im sozialen Netzwerk Facebook aus. Der DEB lehnt den Plan jedoch strikt ab, stellte den Zweitligisten ein Ultimatum, sich für eine zweite Liga unter DEB-Dach zu bewerben. Nachdem die neun Zweitligisten hart blieben (nur Riessersee und Kaufbeuren meldeten sich an), erklärte Harnos gestern, dass die "Abtrünnigen" nun den Verbandsanschluss verloren hätten und keinerlei Unterstützung mehr erhielten. Das heißt: Spielerpässe werden nicht mehr bearbeitet, Schiedsrichter nicht mehr gestellt und jeder Spieler, der an Spielen dieser Teams teilnimmt, ist fortan für alle Spiele unter dem Dach der IIHF (International Ice Hockey Federation) gesperrt. Im Klartext bedeutet dies, dass die 2. Bundesliga zur "wilden Liga" würde.

Weil sich unter dem Dach des DEB nur Kaufbeuren, Riessersee und Kassel Huskies anmeldeten, will der Verband in der kommenden Saison auf einen Zweitliga-Spielbetrieb verzichten. Dafür soll eine Qualifikationsrunde der Oberligen für eine neue 2. Bundesliga ab der Saison 2014/15 durchgeführt werden. "Man kann nicht so diktatorisch wie der DEB vorgehen, sondern man muss versuchen, eine Lösung zu finden. Was mich an der ganzen Sache irritiert, es geht überhaupt nicht um unseren Sport, sondern nur noch um Machtspiele", ärgert sich Thomas Popiesch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.06.2013

Astrid Hofmann

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