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"Wir meinen es ernst" - Olympische Spiele 2026 in Altenberg, Dresden und Klingenthal geplant

"Wir meinen es ernst" - Olympische Spiele 2026 in Altenberg, Dresden und Klingenthal geplant

Gestern, um die Mittagsstunde, klingelte in der Pension Sartor in Bärenfels bei Altenberg das Telefon. „Da wollte jemand ein Zimmer für den Februar 2026 reservieren, und das ganz im Ernst“, erzählt Diana Sartor.

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Ein Austragungsort für Olympia 2026 ? Die Bob- und Rodelbahn im sächsischen Altenberg.

Quelle: Arno Burgi

Die junge Dame ist nicht nur Chefin der Pension, sondern war auch eine sehr erfolgreiche Sportlerin, Welt- und Europameisterin 2004 im Skeleton, Olympiavierte 2002 und 2006.

Seit Dienstag ist ihr Name in aller Munde, als die Idee einer sächsischen Olympiabewerbung für 2026 publik wurde, öffentlich gemacht von Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten, mit dem sich Diana Sartor gemeinsam bei den Freien Wählern engagiert. Seit Dienstag steht ihr Telefon kaum noch still. „Sicher, es gibt Leute, die von der Nachricht gehört und im ersten Moment gedacht haben, das ist nicht ernst gemeint“, sagt sie. „Aber die meisten Reaktionen sind positiv und ich kann sagen: Die Idee ist kein Marketing-Gag, wir meinen es ernst.“

Und schon ist die 42-Jährige mittendrin in der Überzeugungsarbeit. Da sind zunächst ihre eigenen Erfahrungen: „2006 bei den Spielen in Turin, da war an der Rodelbahn gar nichts los, ganz dünn. Da ist es in Altenberg 100 Prozent besser.“ Die ehemalige Athletin sieht viele weitere Vorteile: „Die Rodelbahn ist bei Winterspielen der größte Kostenpunkt. Unsere Bahn steht. Auch die Sprungschanze ist teuer. Die steht auch, in Klingenthal. Hallen für den Eissport, kein Problem.

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Zwei Ski-Langläufer sind auf einer Loipe im verschneiten Altenberg unterwegs.

Quelle: dpa

Wir sind ein Musterbeispiel an Nachhaltigkeit und auch Vorhaltigkeit, wenn es das Wort gibt.“ Gibt es nicht. Macht aber nichts, denn eine echte Olympiakämpferin ist nicht so leicht zu bremsen. Was ist mit den Entfernungen beim angedachten Konzept mit Wettbewerben in Dresden, Altenberg, Klingenthal, Oberwiesenthal und in Tschechien? „Die sind nur für die Funktionäre ein Problem, die schnell von ViP-Zelt zu ViP-Zelt gelangen wollen.“ Das Thema Beherbergung, einer der Schwachpunkte der gescheiterten Leipziger Bewerbung, bereitet auch kein Kopfzerbrechen: „Unterkünfte gibt es in Dresden, Leipzig und der Sächsischen Schweiz reichlich.“ Keine Angst, dass 2026 kein Schnee liegt? „Wir können auch Schnee.“

Nicht überall stoßen die Altenberger Olympia-Pläne auf solche Begeisterung. LSB-Generalsekretär Ulf Tippelt nannte die Idee im Radio „absurd“. „Bayern war eine verpasste Chance. Nun sollte man keinen Wettbewerb skurriler Vorschläge eröffnen“, ließ Sachsens Innenminister Markus Ulbig erklären. Diana Sartor ficht das nicht an. „Olympia muss generell bodenständiger, bescheidener werden. Dafür stehen wir. Ich sehe unsere Pläne realistisch. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto besser gefallen sie mir.“ Am Sonnabend feiert Bürgermeister Thomas Kirsten seinen 60. Geburtstag. Diana Sartor schenkt ihm eine Olympiafahne.

U. Köster

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