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Wie ein Spaziergang

Wie ein Spaziergang

Es war der Tag der Wiedergutmachung und dies gelang eindrucksvoll. Nicht nur der DSC hatte mit Smart Allianz Stuttgart noch ein Hühnchen zu rupfen, sondern auch Spielerin Katharina Schwabe mit sich selbst.

Dresden .

Dresden (DNN). Es war der Tag der Wiedergutmachung und dies gelang eindrucksvoll. Nicht nur der DSC hatte mit Smart Allianz Stuttgart noch ein Hühnchen zu rupfen, sondern auch Spielerin Katharina Schwabe mit sich selbst. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. In Sinsheim habe ich es dermaßen vermasselt, dass ich heute einfach froh war, den Ausrutscher wieder ausbügeln zu können", sagte die Angreiferin nach dem Spiel am Sonnabend.

Schwabe hatte mit 14 Punkten maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Volleyballerinnen für die bittere 0:3 Hinspiel-Pleite eindrucksvoll revanchierten. Beim 3:0 (25:13, 25:10, 25:18)-Sieg in nur 63 Minuten hatte Stuttgart dabei noch mehr zu leiden, als der DSC im Hinspiel. Egal ob Aufschlag, Angriff, Annahme oder Block - bei den Gastgeberinnen lief vor 2900 in der Margon Arena alles wie am Schnürchen, beim Gegner dagegen so gut wie gar nichts. Schwabe war in Sinsheim als Libero aufgelaufen, doch das funktionierte nicht wie gewollt. "Heute konnte ich mich in der Annahme wieder stabilisieren", sagte die 18-Jährige nach dem elften Liga-Sieg in Serie.

Dabei musste das Talent erneut in die Bresche springen, denn die Verletzten-Bank des DSC hatte vor der Partie Coach Alexander Waibl schon Sorgenfalten auf die Stirn getrieben. Neben den Langzeit-Ausfällen Stephanie Kestner, Nicole Schröber und Anna Cmaylo saß plötzlich auch der komplette Außenangriff mit Anne Matthes (Rückenbeschwerden) und Friederike Thieme (Fußschmerzen) in Zivil neben dem Spielfeld.

Doch Schwabe und Grit Müller lösten ihre Aufgaben souverän, so dass der Sieg nie wirklich in Gefahr kam. "Ich hätte heute nicht gewusst, wen ich als beste Spielerin von meiner Mannschaft ausgezeichnet hätte. Sie waren alle toll", schwärmte Waibl. Dem Stuttgarter und Ex-Allianz-Trainer ging der Sieg nach der bösen Auftaktpleite in seiner Heimat sicher runter wie Öl. "Wir haben überragend in allen Elementen agiert, und ich konnte keinen Schwachpunkt ausmachen", war er wunschlos glücklich.

Mittelblockerin Stefanie Karg wurde nach dem Spiel zur wertvollsten Spielerin gekürt und war erleichtert, dass die Revanche gelang. "Im Hinspiel waren wir so schwach, weil wir vorher überhaupt nicht zusammen trainiert hatten. Nach der Kritik zum Saisonauftakt bin ich froh, dass wir nun gezeigt haben, was in uns steckt. Das war heute ein bisschen wie spazieren gehen", freute sich die 25-Jährige.

Der Pokalsieger aus Stuttgart zeigte lediglich im dritten Satz Ansätze seines Leistungsvermögens. Mit Tatjana Zautys (Schulter) und Vendula Adlerova (Muskelfaserriss) müssen die Schwaben momentan auf Stammkräfte verzichten. "Für die Moral war es heute sicher nicht förderlich, so abgeschossen zu werden", musste Trainer Jan Lindenmair nach der Partie eingestehen.

Der DSC freute sich nicht nur über die Revanche, sondern auch das schnelle Spiel. Gestern Vormittag saß die Mannschaft nämlich schon wieder im Flieger nach Baku/Aserbaidschan. Morgen trifft das Waibl-Team dort im Champions-League-Rückspiel auf Rabita. Momentan stehen die Dresdnerinnen in Gruppe B auf Rang drei und sind damit auf Viertelfinal-Kurs in der Königsklasse. Der Tabellenvierte Mulhouse verlor zwar gegen Baku und Istanbul zwar auch zwei Mal klar mit 0:3, doch man weiß nie, was noch passiert. "Wir haben überhaupt keinen Druck. Wir wollen aber alles aus uns herausholen, weil am Ende auch die kleinen Punkte den Ausschlag geben können. Wenn dabei ein Satzgewinn herausspringt, wäre es umso besser", sagte Stefanie Karg vor dem Abflug.

Mit in der Maschine saß auch Mittelblockerin Tesha Harry, die nach ihren Rückenbeschwerden gegen Stuttgart schon wieder im Kader stand, aber nicht eingewechselt wurde. Waibl hofft, dass Matthes und Thieme am Dienstag wieder voll belastbar sind, ansonsten muss es wieder Energiebündel Katharina richten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.01.2012

Tina Hofmann

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