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Wie Dynamo Aue überholt hat

Wie Dynamo Aue überholt hat

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, da kann in einem Jahr viel passieren. Davon zeugt auch die Formkurve der beiden besten sächsischen Vereine.

Dresden .

Von Jochen Leimert

Vor zwölf Monaten spielte Dynamo Dresden noch eine Liga tiefer als der Rivale Erzgebirge Aue und lag mit 26 Punkten aus 16 Spielen auf Platz fünf der 3. Liga, während die "Veilchen" schon 27 Zähler aus nur zwölf Partien eingesackt hatten und als Zweiter im Bundesliga-Unterhaus vom Einzug ins Oberhaus träumten. Bekanntlich glückte der Aufstieg am Ende aber nur Dynamo, das die Lila-Weißen inzwischen sogar überholt hat und beim Derby am Sonntag (13.30 Uhr) plötzlich mit der Favoritenrolle klarkommen muss.

Dass der Zweitliga-Rückkehrer aus Dresden nach 14 Partien mit 17 Punkten als Zehnter drei Zähler vor den Auern (Platz 12) rangieren würde, das hätte sich Dynamo-Trainer Ralf Loose im Sommer nicht träumen lassen. "Unsere Punktausbeute ist zum jetzigen Zeitpunkt sehr gut, deswegen sind wir auch zufrieden. Trotzdem wissen wir, dass wir mit Aue auf eine Mannschaft treffen, die sehr robust und kampfstark ist und die sich sicher mehr erhofft hat, als sie bisher erreicht hat", freut sich Loose zwar über den guten Saisonstart seiner Truppe, vergisst aber nicht, dass der Tabellenfünfte des Vorjahres noch immer ein wehrhafter Gegner ist.

Nach wie vor verfügt die Mannschaft von Trainer Rico Schmitt über eine routinierte Abwehr. Mit schon 20 Gegentoren hat der Ruf des traditionell auf lange Kerls mit Eisenfüßen gegründeten Auer Bollwerks zwar gelitten - vor einem Jahr hatte es nur acht Einschusslöcher -, doch Platz acht im Ligavergleich ist noch immer passabel. Dynamo (24) ist in der Defensive nur wenig schlechter, hat aber wie vor der Wende im Offensivbereich deutlich mehr zu bieten als die Westsachsen. Mit 25 Toren, verteilt auf elf Schützen, haben die Schwarz-Gelben schon 14 mehr erzielt als das Team aus der nur 17 500 Einwohner zählenden Bergbaustadt.

Beim Shoppen auf dem Transfermarkt hatte Dynamo nicht nur mehr Geduld, sondern auch mehr Glück, denn die neuen Dresdner Stürmer trafen abgesehen vom noch torlosen Cidimar insgesamt häufiger als die Neuerwerbungen der Auer: Mickael Poté (5 Tore), Pavel Fort (3) und Zlatko Dedic (2) haben gegenüber Ronny König (4), Mike Könnecke, Guido Kocer (je 1) und Christian Cappek (0) die Nase vorn. "Im Sturm sind wir gut besetzt, haben gute Leute geholt, was die Trefferquote auch zeigt", freut sich Loose, der immer wieder betont: "Unser Ziel ist es, den Zuschauern offensiven Fußball zu zeigen."

Dass ihm Aue Mitte Mai mit König einen starken Mann wegschnappte, stört ihn nicht mehr. Den gebürtigen Lichtensteiner hatte der SGD-Trainer noch am 34. Spieltag der Vorsaison in Cottbus beobachtet, als König mit Oberhausen 1:3 verlor und absteigen musste. "Er hat dann in Aue unterschrieben, bevor wir aufgestiegen sind", erinnert sich Loose. Von den Qualitäten des 28-jährigen Mittelstürmers ist der Dresdner Coach weiter überzeugt. Im Derby am Sonntag müsse Dynamo gut auf ihn aufpassen: "Ronny König ist der treffsicherste Schütze des Gegners, der mit seiner robusten Spielart sehr hart und konsequent bekämpft werden muss. Das verlangt allerhöchste Konzentration von unseren Abwehrleuten." Vom Wahl-Auer, der mit 1,90 Meter Körperlänge sehr kopfballstark ist und einen guten rechten Fuß besitzt, möchte er sich ganz gewiss nicht die ansehnliche Zwischenbilanz schmälern lassen. Und dass es den Dynamo-Fans viel bedeutet, mit ihrem Klub auch weiter vor den "Veilchen" zu stehen, hat der Westfale Loose vor seinem ersten Sachsenderby schnell mitbekommen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.11.2011

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