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Weiter Streit um gesperrte Rennbahn-Holztribüne in Dresden

Weiter Streit um gesperrte Rennbahn-Holztribüne in Dresden

Vor dem morgigen Saison-Höhepunkt auf der Galopp-Rennbahn ging gestern der Streit um die Sperrung der Holztribüne in die nächste Runde. Nachdem das Bauaufsichtsamt am Mittwoch dem Rennverein eine sofortige Anordnung zur Nutzungsuntersagung der 100 Jahre alten Holzkonstruktion zukommen ließ, hatten die Seidnitzer Verantwortlichen mit Unverständnis reagiert (DNN berichteten).

Doch die Vorwürfe, dass dies völlig aus heiterem Himmel gekommen sei, wies gestern die Behörde vehement zurück.

"Dass Vereinspräsident Matthias Stier überrascht ist, überrascht mich aber jetzt", bemerkte Amtsleiterin Ursula Beckmann. Schon im April 2011, habe es eine Anhörung zur Nutzungsuntersagung gegeben. "Wenn die Tribüne mit 1000 Menschen voll belegt ist, lassen sich im Gaststättenbereich die Türen nur noch schwer öffnen, weil sich die ganze Konstruktion senkt. Zudem wurden massive brandschutztechnische Mängel festgestellt. Nach einigen kompensatorischen Maßnahmen haben wir dem Rennverein für 2011 die Durchführung weiterer Renntage gestattet, aber auch die Auflage erteilt, die Mängel komplett zu beseitigen. Das ist jedoch bis heute nicht geschehen", so Beckmann. Weitere Gespräche habe es im Frühjahr erst auf Nachfrage des Bauaufsichtsamtes gegeben.

Zwar habe dann der Rennverein das geforderte Brandschutzkonzept eingereicht, das aber fachlich angezweifelt werde und außerdem keinen Maßnahmeplan enthalte. Anfang Mai habe man erfahren, dass durch Bauarbeiten im Küchenbereich die Gesamtsituation sogar noch verschlechtert wurde. "Im Deckenbereich sind Gipskartonplatten angebracht worden", erläuterte der zuständige Abteilungsleiter Helmut Bruche. "Die kompensatorischen Brandschutzmaßnahmen wurden damit wirkungslos, zudem verschlechterte es auch die Statik. Wir hatten keine andere Wahl, als die Tribüne zu sperren."

Allerdings könnte es für den morgigen Renntag doch noch eine Ausnahmeregelung geben. Stier ließ gestern die Telefondrähte glühen und verkündete am Abend: "Der Baubürgermeister hat uns in Aussicht gestellt, dass zumindest 300 Besucher auf die Tribüne dürfen. Außerdem haben wir gegen den Sofortvollzug mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Widerspruch eingelegt." Stier hofft darauf, dass die Richter noch heute eine Entscheidung fällen. Es bleibt spannend.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.06.2012

A.H.

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