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Weißwasser feiert die Eröffnung der neuen Lausitzer Eisarena

Weißwasser feiert die Eröffnung der neuen Lausitzer Eisarena

Weißwasser. Ein Jahr nach dem Jubiläum "80 Jahre Eissport in Weißwasser" steht in der Lausitzer Eishockey-Hochburg an diesem Wochenende ein historischer Moment an.

Nach den Stationen Braunsteich, Stadion "Jahnteich", Wilhelm-Pieck-Eisstadion und "umgebaute Trainingshalle" weihen die Füchse morgen Abend (20 Uhr) ihre neue Eisarena ein. Gegner ist der Deutschen Meister, die Eisbären aus Berlin.

Als direkt nach der Wende die Bemühungen, das altehrwürdige Pieck-Stadion zu sanieren und zu überdachen, gescheitert waren, schien der Neubau einer Halle für die Weißwasseraner in unendliche Ferne gerückt. Um nach der Aufnahme des gesamtdeutschen Spielbetriebs überhaupt über eine zugelassene Spielstätte zu verfügen, war 1990 die alte Trainingshalle eiligst mit Tribünen aus Stahlrohr und Holz ausgestattet worden. Sie verfügte über zunächst 3000 Besucherplätze (nach dem Einbau von Sitzplätzen zuletzt über 2750) und lief immer mehr Gefahr, die TÜV-Abnahmekriterien nicht mehr zu erfüllen. Nach diversen Rechenbeispielen pro oder contra Sanierung der alten Eishalle nahmen die Bemühungen um einen Sportstättenneubau ihren konkreten Beginn mit einem Stadtratsbeschluss pro neuer Eishalle am 24. Februar 2009, setzten sich fort mit dem am 12. Oktober 2010 gestarteten Abriss des alten Freilufteisstadions, dem ersten Spatenstich für die neue Arena am 1. März 2012 und der Grundsteinlegung am 18. April 2012.

Dabei war und ist auch die neue Arena der einzig möglichen Weißwasseraner Philosophie unterworfen: Aus wenig mache viel. In den 15,7 Millionen Euro, die das Hallenprojekt kosten darf und wird - für vergleichbare Bauwerke also sehr "preiswert" -, ist der Abriss des Pieck-Eisstadions inbegriffen. Und weil die Arena vom Freistaat Sachsen mit zwölf Millionen Euro als Ersatz-Neubau gefördert wurde, war die Hallenkapazität praktisch "staatlich limitiert". So werden in der neuen EHC-Heimstätte 2625 Menschen Platz finden - mit natürlich höherem Komfort.

Statt bisher 364 Sitzplätzen gibt es nun 1391, dazu zehn Plätze für Pressevertreter, 26 Behindertenstellplätze und 1198 Stehplätze. Die umbaute Grundfläche inklusive Nebenanlagen beträgt 15 400 Quadratmeter. Von der Eisfläche bis unter das Kuppeldach sind es elf Meter. Die Lüftungszentrale liegt nochmals acht Meter unterhalb der Eisfläche. In den Katakomben finden sich neben Schlittschuhausleihe, Büros und Technikräumen die Kabine für die Füchse-Profis, sechs Kabinen für den eigenen Nachwuchs, die Kabine für die Schiedsrichter und drei Gästekabinen, wobei eine besonders groß und komfortabel ist, nämlich die für die Ligakontrahenten.

Der Bau ist lichtdurchflutet und präsentiert durch große Fensterfronten nicht ganz so viel Sichtbeton. Der Umstand, dass die Sitzschalen gleichfalls in weiß und grau gehalten sind, verleiht der hellen und freundlich wirkenden Arena ein edles Antlitz. Die Bande ist mit Sicherheitsverbundglas gerahmt. Für die Cracks stehen ein Kraft- und ein Gymnastikraum zur Nutzung bereit. An sechs Cateringständen und Pinters "Fuchsbau" können sich die Fans stärken. Dabei verfügt die Stadiongaststätte, die ganzjährig geöffnet sein soll, sogar über eine Sonnenterrasse.

Viel Wert wurde auf eine anspruchsvolle Beschallungsanlage bei guter Akustik gelegt. Zwei Videowände, jeweils auf den langen Seiten mon- tiert, runden das Bild der modernen Arena ab, die klein, aber fein ist. Dimitrios Kogios vom Stuttgarter Planungsbüro ASP, das die neue Füchse-Heimstätte projektierte, sprach für sich und seine Mitstreiter von der "Magie des Ortes", den der Platz des abgerissenen Pieck-Stadions für den Neubau bot: "Diese Magie galt es in Architektur zu fassen. Unser Ziel war die Planung eines 'Pavillons im Wald', wobei wir viel mit dem Medium Eis und der Farbe Weiß gearbeitet haben, um die Nutzung der Halle von Innen nach Außen zu tragen." Entstanden ist ein Schmuckkästchen, das helfen soll, den Bestand des Eishockeysports in Weißwasser - inklusive der Profiabteilung - auf lange Jahre abzusichern.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.08.2013

Sebastian Matthieu

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