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Was Union Berlin Dynamo Dresden voraus hat

Was Union Berlin Dynamo Dresden voraus hat

Wer ist die Nummer eins im Fußball-Osten? Die Frage ist für überzeugte SGD-Fans rasch beantwortet: Dynamo natürlich! Noch immer kann der achtfache DDR-Meister und Ex-Bundesligist mit seinen vielen Anhängern und den Erfolgen der Vergangenheit punkten.

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Wenn Dynamo Dresden und Union Berlin aufeinandertreffen, dann geht es nicht nur um Punkte, sondern auch um viel Prestige. Beim letzten Duell der beiden populärsten Ostvereine am 12. April (Endstand 0:0) schenkten sich Cristian Fiel (vorn) und Baris Özbek keinen Zentimeter.

Quelle: imago sportfotodienst

Doch wer versucht, etwas objektiver an die Sache heranzugehen, der findet gute Argumente, die für den kommenden Gegner sprechen. In einigen Bereichen hat Union Berlin den Schwarz-Gelben den Rang abgelaufen. Sportlich sind die "Eisernen", die morgen um 18.30 Uhr im ausverkauften Glücksgas-Stadion auflaufen, den Sachsen schon seit Jahren enteilt. Und auch wirtschaftlich und strukturell sind sie inzwischen glänzend aufgestellt.

Bereits seit 2009 spielen die Rot-Weißen wieder zweitklassig. Unter Trainer Uwe Neuhaus (seit 2007 im Amt) haben sie sich im Bundesliga-Unterhaus etabliert, während Dynamo erst 2011 in die Zweite Liga zurückkehrte und vergangene Saison beinahe wieder abstieg. Union indes schielte lange in Richtung Bundesliga, brach erst im Frühjahr ein und wurde schließlich Siebenter. Eine Platzierung, von der andere Teams - auch Dynamo - momentan nur träumen dürfen. Eine Platzierung, die aber kein Zufall ist. Einer, der genau verfolgt, was an der Alten Försterei passiert, ist Steffen Menze (44). Der frühere Kapitän von Union kennt die Gründe für den Aufwärtstrend beim alten Ostrivalen: "Die Unioner haben sich unter Präsident Dirk Zingler strukturell sehr stabil entwickelt und in dieser Saison noch einmal einen entscheidenden Schritt nach vorne gemacht." Auf der letzten Mitgliederversammlung im Februar konnte Zingler Rekordzahlen vermelden: mehr Zuschauer, mehr Transfererlöse, gestiegene Werbe- und TV-Einnahmen. 17 Millionen Euro flossen auf die Konten, in diesem Jahr sollen es drei Millionen mehr sein. Im Stadion wurde weiter gebaut, die Vermarktung der VIP-Plätze bringt jetzt mehr ein. Und im Schnitt sind die Kosten, die Union für die mit Hilfe der Fans umgebaute Arena aufbringen muss, um 50 Prozent niedriger als bei der Konkurrenz. Gegenüber Dynamo ist der Kostenvorteil noch größer, denn die SGD zahlt eine der höchsten Stadionmieten. Menze kann in dieser Saison bei weitem nicht so viel für gute Spieler ausgeben wie Union, obwohl beide Klubs den gleichen Gesamtetat besitzen: "Sie haben einen weitaus höheren Personaletat, der auch aus ihrer längeren Vergangenheit in der Zweiten Liga resultiert." Allein an Fernsehgeld bekommt Union mit 6,4 Millionen Euro deutlich mehr als Dynamo (5 Mio.). "Das große Plus bei Union ist eine gewisse Kontinuität", glaubt Menze. Der Bauunternehmer Zingler, seit 2004 im Amt, sei "eine sehr integere Persönlichkeit" mit langer Verbundenheit zum Klub und "Mitstreitern, die zu ihm stehen, aber nicht in den Vordergrund treten". Die Entscheidungswege seien kurz. Von Dynamo kann man das nicht behaupten.

Ob all die günstigen Faktoren schon in dieser Saison für den Aufstieg reichen, bezweifelt Menze. Doch Union wird oben mitspielen, obwohl der Start trotz neuer Stars wie Benjamin Köhler oder Sören Brandy mäßig war (erst ein Punkt). "Das braucht trotz guter Namen eine Weile, bis alles greift", glaubt Menze und sieht seine Mannschaft morgen keineswegs chancenlos: "Ich denke, da geht es um Kleinigkeiten. Die Tagesform wird entscheiden."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.08.2013

Jochen Leimert

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