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Wandervogel auf Dienstreise nach Hause

Wandervogel auf Dienstreise nach Hause

"Ich habe über 20 Karten geordert", feixt Mario Fillinger. Seine Familie, Freunde und Bekannte - alle wollen sie dabei sein, wenn der gebürtige Pirnaer am Sonntag (13.30 Uhr) mit dem FSV Frankfurt bei Dynamo aufläuft.

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Mario Fillinger lernte in Heidenau und Dresden das Fußball-Abc, bevor er die Region verließ. Nun kehrt er mit dem FSV Frankfurt zurück.

Quelle: imago/Reichwein

Dresden . Von Jochen Leimert

Das Duell zweier Mannschaften, die gegen den Abstieg spielen, ist für den 27-Jährigen nicht nur sportlich ein besonderes. In der Heimat, wo er das Fußball-Abc beim Heidenauer SV und der SG Striesen erlernte, ist Fillinger immer gern.

Erst im Oktober feierte er seinen Geburtstag an der Elbe, bei Gelegenheit schaut er auch im Nachwuchszentrum der SG Striesen vorbei. "Manchmal trainiere ich dort ein bisschen für mich", erzählt der Profi. An der Salzburger Straße steht eine Autogrammkarte von ihm in einer Vitrine - inmitten von Pokalen. Bei der SGS ist man stolz darauf, dass es einer aus dem kleinen Klub bis ins Bundesliga-Unterhaus geschafft hat. Sogar eine Etage höher spielte Fillinger schon, zwölfmal lief der Sachse zwischen 2006 und 2008 für den HSV in der Eliteliga auf.

Über den Umweg Chemnitz war er 2005 in Hamburg gelandet. Wiederholte Kontakte zu Dynamo hatten zu keiner Zusammenarbeit geführt. Erst wollte der junge Fillinger, der als Striesener in Dynamo mehr den Rivalen sah, nicht so recht. "Dann gab es ein Gespräch mit Christoph Franke, aber das hat sich auch zerschlagen", erinnert er sich. Der ehemalige HSV-Scout Hans-Jürgen Kreische witterte seine Chance und lotste das Talent nach Hamburg, "wo er sich schnell für die erste Mannschaft empfohlen hat und kurzzeitig Stammspieler wurde, bevor er nach einer schweren Verletzung in Vergessenheit geriet", so das Dynamo-Idol. Fillingers Neuanfang bei Hansa Rostock endete nach nur zwei Spielzeiten, als die "Kogge" im Abstiegsstrudel versank und in die 3. Liga musste.

Kreische, inzwischen bei RB Leipzig im Scouting beschäftigt, wollte ihn prompt zurück nach Sachsen holen, doch Fillinger blieb lieber in der 2. Bundesliga und heuerte beim FSV Frankfurt an, wo er im ersten Jahr auf 30 Einsätze und drei Treffer kam. In dieser Saison konnte der Flügelspieler erst neun Begegnungen bestreiten, eine im Training ohne Fremdeinwirkung aufgetretene Adduktorenverletzung warf ihn nach dem 4:0-Sieg in Karlsruhe aus der Bahn. Zuletzt lief es für den Wahl-Hessen (ein Saisontor beim 1:1 gegen Aue) aber wieder besser: Vergangene Woche bereitete er gegen Paderborn einen Treffer vor. Zum erhofften ersten Heimsieg reichte es trotzdem nicht, das Spiel endete 2:2.

Nach sechs sieglosen Partien steht sein Klub nun in Dresden mächtig unter Druck. Weil aber auch Dynamo Probleme hatte, rechnet sich Fillinger mit seinem Team durchaus etwas aus: "Die Chancen zu punkten, stehen gar nicht so schlecht. Wir wollen etwas mitnehmen." Auf keinen Fall mag man in die Abstiegszone abrutschen, was für den Tabellen-14. bei einer Niederlage wahrscheinlich ist.

Am Sonntag wird Fillinger bei seinem ersten Besuch im Glücksgas-Stadion überhaupt auch auf dem Platz und im Kabinengang alte Bekannte treffen. Dynamo-Stürmer Cidimar kickte letztes Jahr noch beim FSV, Torwart Wolfgang Hesl kennt Fillinger noch aus Hamburg. "Ich hatte lange keinen Kontakt zu ihm, freue mich, ihn wiederzusehen. Wir werden sicher eine Runde schnacken", kann er norddeutsche Einflüsse nicht verleugnen. Aber auch in Frankfurt fühlt sich der Wandervogel wohl, er schätzt die familiäre Atmosphäre am Bornheimer Hang. Äppelwoi hingegen weniger: "Ich habe das einmal probiert, aber das ist nichts für mich."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.11.2011

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