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Vor dem Saisonstart: Die Dresdner Eislöwen leben noch

Vor dem Saisonstart: Die Dresdner Eislöwen leben noch

Thomas Popiesch ist ein zäher Typ. Ihn haut so schnell nichts um und er hat gelernt, mit schwierigen Bedingungen klar zu kommen. So hat sich der 48-Jährige seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren als Trainer der Eislöwen auch an das alljährliche "Sommertheater" gewöhnt.

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Die Eislöwen 2013/2014; hinten von links: Physiotherapeut Jan Mai, Felix Thomas, Florian Lüsch, Thomas Ziolkowski Carsten Gosdeck, Marvin Tepper, Betreuer Erik Langer; Mitte von links: Marketingleiter Falk Terjek, Teamarzt Dr. Axel Schlegel, Arturs Kruminsch, Max Prommersberger, David Hajék, Petr Macholda, Bruce Becker, Feodor Boiarchinov, Betreuer Perry Wagner, Betreuer Lennart Halling; vorn von links: Kevin Nastiuk, Christoph Ziolkowski, Sami Kaartinen, Hugo Boisvert, Trainer Thomas Popiesch,

Quelle: Dehli-News / Frank Dehlis

In diesem Jahr fiel es durch die Querelen zwischen dem DEB und den Vereinen der zweiten Liga besonders heftig aus. Umso verständlicher, wenn der Ex-Berliner vor dem morgigen Saisonauftakt bei den Lausitzer Füchsen mit Erleichterung vermerkt: "Ich bin wahnsinnig froh, dass überhaupt wieder Eishockey gespielt wird und dass Dresden weiter dabei ist." Die lange Ungewissheit über die Zukunft der Liga insgesamt und die der Eislöwen im Besonderen hat an den Nerven gezerrt. "Aber dass es der Verein trotz aller Probleme wieder geschafft hat, darauf können wir alle stolz sein", findet der Löwen-Dompteur. Das Überleben der Eislöwen hing auch in diesem Sommer wieder am seidenen Faden, schwebte doch schon im Frühjahr das Damoklesschwert einer Insolvenz über dem Zweitligisten. Als Ende April der damalige Geschäftsführer Danilo Klee die Fans um Unterstützung bitten musste, war das Schlimmste zu befürchten. Nur dank der Hilfe der Landeshauptstadt, die den Eislöwen den erhofften Rangrücktritt und die Stundung von Forderungen in Höhe von über 450000 Euro gewährte, konnte der Eishockey-Standort noch einmal vorm drohenden Untergang bewahrt werden. Die Amtszeit von Danilo Klee als Geschäftsführer ging dann sehr schnell zu Ende. Bis zur Vorstellung des Nachfolgers Steffen Bouchard brauchten die Gesellschafter dann viele Wochen länger als erwartet. Erst vor einem Monat übernahm er die Geschäfte, trat zurück, war wieder im Amt. Bleibt zu hoffen, dass nun endlich Solidität und Kontinuität einziehen. Durch die Chaos-Jahre mit vielen Intrigen im Hintergrund haben sich die Eislöwen nicht gerade einen guten Namen bei Sponsoren gemacht.

So müssen die Elbestädter erneut den Gürtel enger schnallen, was sich in einem kleinen Kader und sehr späten Spielerverpflichtungen dokumentiert. Insgesamt stehen Thomas Popiesch nach der gestrigen Bekanntgabe der Verpflichtung von Arturs Kruminsch gerade mal 16 Feldspieler zur Verfügung, wobei er auf den verletzten Carsten Gosdeck (Mittelfußbruch) zum Saisonstart noch verzichten muss. Der Coach ist trotz des kleinen Aufgebots optimistisch: "Alle Spieler, die für die Eislöwen auflaufen, haben finanzielle Abstriche gemacht. Ich bin aber überzeugt, dass wir eine konkurrenzfähige Mannschaft beisammen haben, die uns viel Spaß bereiten wird." Mit der Verpflichtung des kanadischen Torhüters Kevin Nastiuk gelang Popiesch ein echter Coup, auch der finnische Neuzugang Tomi Pöllänen, der dank der Vermittlung seines Landsmannes Sami Kaartinen an die Elbe gelockt werden konnte, hat in der Vorbereitung schon sein Können unter Beweis gestellt. Er soll den Weggang von Patrick Jarrett zumindest teilweise kompensieren. Mit dem Finnen-Duo sowie dem neuen Kapitän Hugo Boisvert, dem hoffentlich bald wieder fitten Carsten Gosdeck und Marvin Tepper sind die Dresdner in der Offensive gut aufgestellt. Damit sich in Zukunft vor allem die jungen Spieler noch besser und schneller an das Zweitliga-Niveau heranarbeiten, wurde mit Anton Raubal ein erfahrener Mann als Co-Trainer geholt.

Obwohl sich der Trainer vor Saisonbeginn nicht gern zu konkreten Zielen äußert, sagt er unumwunden: "Wir haben uns in der Liga etabliert. Jetzt wollen wir auch in den nächsten Jahren eine Playoff-Mannschaft sein." Das muss kein Traum bleiben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.09.2013

Astrid Hofmann

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