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Volleyballer haben Sieger-Gen rechtzeitig entdeckt: VC-Dresden-Trainer Sven Dörendahl im DNN-Interview

Volleyballer haben Sieger-Gen rechtzeitig entdeckt: VC-Dresden-Trainer Sven Dörendahl im DNN-Interview

Sven Dörendahl war gestern noch völlig platt, aber glücklich. Am Sonntag hatte der Trainer mit seinen VC-Volleyballern die Sensation des Jahres perfekt gemacht.

Dresden.

Mit dem zweiten Sieg gegen den CV Mitteldeutschland schaffte der Liga-Neuling nicht nur den Klassenerhalt, sondern zog sogar ins Playoff-Viertelfinale ein. Im DNN-Interview plaudert der 39-jährige Coach über seine Emotionen, die Entwicklung der Mannschaft und Erfolgsgeheimnisse.

Frage: Wie ausgiebig wurde gefeiert?

S. Dörendahl: Die Jungs sind noch losgezogen, aber ich habe nicht mehr gefeiert. Mich hat wirklich alles so mitgenommen, dass ich froh war, als Ruhe einkehrte. Ich habe mich gemütlich auf die Parkbank vor meinem Haus gesetzt und die Seele baumeln lassen. Zudem musste ich ja früh wieder arbeiten gehen. Eine richtige gemeinsame Feier gibt es nach der Saison.

Haben Sie schon realisiert, was passiert ist?

Ich denke schon. Obwohl es selbst für mich überraschend war, dass wir es in zwei Spielen schaffen. Es kommt nicht so oft vor, dass ein Neuling, der fast mit kompletter Aufstiegsmannschaft weiterspielt, die Playoffs erreicht. An unsere Chance aber habe ich immer geglaubt. Spätestens beim Sieg gegen Rottenburg wurde es auch anderen klar.

War dieser Sieg die Initialzündung?

Ja, das war der Schlüssel. Dieser Sieg hat die Mannschaft in die Lage versetzt, daran zu glauben, dass wir auch etablierte Teams schlagen können. Die Leistungen waren auch zuvor schon nicht schlecht, doch wir sind immer wieder am Kopf gescheitert. Aber genau zum richtigen Zeitpunkt haben die Jungs das Sieger-Gen entdeckt.

Wie haben Sie das bei Ihrem Team herausgekitzelt?

Durch viel Kommunikation mit den Spielern. Ich bin dabei keinen Konfrontationen aus dem Weg gegangen. Man muss kontroverse Diskussionen zulassen, nur so fühlen sich die Spieler auch für voll genommen. Dabei habe ich den Vorteil, dass ich an den Jungs dicht dran bin, weil ich mich selbst noch als halber Spieler fühle. Am Ende war entscheidend, dass jeder im Team, egal ob Stamm- oder Wechselspieler, seine Rolle angenommen hat.

Haben Sie angesichts der zahlreichen Niederlagen in der Saison nicht selbst ab und zu gezweifelt?

Sicher gab es auch bei mir Zweifel. Die habe ich aber im stillen Kämmerlein gelassen. Wichtig war die Bestätigung von außen, zum Beispiel von unserem Geschäftsführer Jan Pretscheck; und auch von unseren Fans, die uns trotz der Niederlagen immer wieder auch bei Auswärtsspielen unterstützt haben. Gerade für unsere Spieler, die das alles für einen Appel und ein Ei machen, war diese Rückendeckung ganz wichtig.

Sind Sie mit der Entwicklung der Mannschaft zufrieden?

Ich hatte schon gehofft, dass wir uns etwas schneller an diese Liga gewöhnen. Aber jeder Trainer weiß auch, dass man mit nur dreimal Balltraining pro Woche keine großen Sprünge erwarten kann. Aber mit Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit sind wir ans Ziel gekommen.

Wie wichtig war die Verpflichtung von Vincent Lange?

Auch wenn er nur selten auf dem Feld stand, hat er noch einmal neuen Schwung ins Training gebracht, hat mit den Liberos gearbeitet, ihnen Tipps gegeben. Und es war unglaublich hilfreich, wie er die Jungs von außen gepusht hat. Nicht zuletzt war er auch für mich in den letzten Wochen immer wieder ein Anlaufpunkt, wir haben uns viel ausgetauscht. Er war ein Bindeglied zur Mannschaft.

Jetzt wartet im Viertelfinale Titelverteidiger Berlin...

Diese Spiele wollen wir genießen. Das können wir aber nur, wenn wir uns nicht abschießen lassen. Wir müssen dem Spannungsabfall, der nach dem Klassenerhalt eintritt, entgegenwirken.

Wissen Sie schon, wie es in der neuen Saison weitergeht? Bleibt das Team zusammen?

Nein, das weiß ich noch nicht. Wir werden uns nach Saisonende zusammensetzen.

Mit Philipp Collin haben Sie einen Kader der Nationalmannschaft, können Sie ihn halten?

Ich hoffe es inständig, aber es wird schwer.

Haben Sie denn inzwischen Ihre EC-Karte wiedergefunden?

Ja (grinst). Ich hatte sie bei der Sportgala gar nicht verloren, sondern fand sie gestern zwischen Tankquittungen in meinem Portemonnaie.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.03.2013

Astrid Hofmann

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