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Verfahren gegen Dynamo Dresden: Mitarbeiter des Fanprojekts berichtet von chaotischen Szenen in Hannover

Verfahren gegen Dynamo Dresden: Mitarbeiter des Fanprojekts berichtet von chaotischen Szenen in Hannover

Am Donnerstagnachmittag blicken die Fans von Fußball-Zweitligist SG Dynamo Dresden gespannt nach Frankfurt. Dort wird in der Zentrale des DFB darüber verhandelt, ob die Schwarz-Gelben in der kommenden Saison im DFB-Pokal antreten dürfen oder zuschauen müssen.

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Nach dem Pokalspiel in Hannover stürmten Dresdner Fans auf den Platz. (Archivbild)

Quelle: dpa

Nach den Vorfällen beim Zweitrundenspiel im Oktober 2012 in Hannover hatte das DFB-Sportgericht die Dynamos als Wiederholungstäter in erster Instanz aus dem Pokal der kommenden Saison geworfen.

Ob der Pokalausschluss für Dynamo Dresden das richtige Urteil ist, stellt Christian Kabs, Mitarbeiter beim Fanprojekt Dresden, in Frage. „Ich fände es gut, wenn Dynamo drin bleibt, da das Urteil sehr hart ist und dem Verein kein Fehlverhalten vorzuwerfen ist“, sagt Kabs im Gespräch mit DNN-Online. Er selbst war bei dem DFB-Pokalspiel gegen Hannover 96 in Niedersachsen vor Ort und hat die Geschehnisse aus nächster Nähe miterlebt.

Chaos beim Einlass ins Stadion

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Dynamo-Fans umgehen die Einlasskontrollen - über die Zahl derjenigen wird gestritten.

Quelle: dpa

„Etwa 3000 Fans liefen gemeinsam in einem Fanmarsch zum Stadion. Dabei wurde viel Pyrotechnik gezündet“, beschreibt er die Zeit vor dem Spiel. Am Stadion angekommen, schlossen die Hannoveraner die Tore und ließen für die drängelnden Fans zwei Pforten geöffnet. „Das ergab eine große Unruhe“ so Kabs, der von Polizisten berichtet, die auf Fans einschlugen und wahllos Pfefferspray versprühten. In dem Chaos habe er mit dem Fanbeauftragten der SGD Sanitäter herbeigerufen und Leuten die reizgasverschmierten Augen ausgespült.

Sowohl Dynamo-Anhänger als auch Fans von Hannover 96 hatten im Vorfeld des Spiels laut Polizei die Ordner überrannt und ihren Fanblock gestürmt. Wie viele und aus welchen Gründen, dazu gibt es widersprüchliche Aussagen von Fans und Polizei. So sollen zwischen 50 und 300 Dresdner Anhänger sich über die Ordner hinweggesetzt haben. „Ich habe mit dem Vorsänger der Dynamo-Fans versucht, die Leute zu beruhigen“, schildert Kabs die Zeit vor dem Spiel. Da er keinen Kontakt zu den Verantwortlichen von Hannover 96 herstellen konnte, fehlte es an einer Absprache.

Das sei der große Knackpunkt an dem Abend gewesen. Schon im Vorfeld, als die Teams den Spielablauf geplant hatten, erweckten die Niedersachen den Eindruck, dass der Verein die Organisation nicht ganz Ernst nehme.

Pyrotechnik und Fans auf dem Spielfeld

Insgesamt reisten rund 10.000 Fans von Dynamo Dresden an. Der kleine Teil, der sich daneben benahm, sorgt nun für den drohenden Pokalausschluss. Denn auch im Stadion zündeten sowohl Dynamo-Anhänger als auch Hannoveraner Pyrotechnik und bengalische Feuer. Nach Spielende, Dynamo verlor im Elfmeterschießen, „verschafften sich bis zu 200 Anhänger der Gäste gewaltfrei Zugang zum Spielfeld und wurden anschließend von der Polizei wieder zurückgedrängt“, lauten die weiteren Vorwürfe des DFB. „Das war sicherlich dumm von den Leuten“, ordnet Kabs die Situation nach Spielende ein.

Die Krux sei, dass der Verein nichts falsch gemacht habe. „Dass ich als Mitarbeiter des Fanprojekts den Eingang zum Stadion mitorganisieren musste, das ist schon sehr fragwürdig“, so Kabs abschließend.

dbr

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