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Unfassbar: Steelers treffen nach der Sirene und das Tor zählt

Unfassbar: Steelers treffen nach der Sirene und das Tor zählt

"Sorry" sagte Kevin Gaudet beim Verlassen der gestrigen Pressekonferenz nach dem zweiten Playoff-Viertelfinalspiel der Dresdner Eislöwen gegen die Bietigheim Steelers.

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Eislöwe Jonas Mueller (links) verfolgt Bietigheims Marcus Sommerfeld.

Quelle: Frank Dehlis

Der Trainer des souveränen Vorrunden-Siegers zuckte lächelnd mit den Schultern und gab zu: "Wir waren die glücklichen Sieger." Sein Team profitierte nach einer heißen Eishockey-Schlacht von einem Entscheidungstor, das erst fiel, als schon die Sirene ertönt war. So verloren die Eislöwen vor 3090 Zuschauern auch die zweite Partie mit 1:2 (0:0, 0:1, 1:0, 0:1) nach Verlängerung.

Bereits am Freitag lieferten die Elbestädter dem Favoriten in Bietigheim einen bravourösen Fight und mussten sich auch in dieser Auftakt-Partie mit 1:2 (0:0, 0:0, 1:1, 0:1) in der Overtime geschlagen geben. In einer ausgeglichenen Begegnung hatte Petr Macholda in der 57. Minute für das 1:0 aus Dresdner Sicht gesorgt. Aber die Steelers schlugen nur 20 Sekunden später durch Markus Gleich zurück. In der anschließenden Verlängerung war es erneut Gleich, der nach drei Minuten Kevin Nastiuk, der in beiden Partien eine überragende Leistung zeigte, überwand.

Auch in das gestrige Spiel starteten die Steelers mit Vollgas, setzten die Eislöwen von Beginn an unter Druck und Nastiuk bekam alle Hände voll zu tun. Aber der 29-Jährige stand wie ein Fels in der Brandung, wehrte alles ab. Die Hausherren erarbeiteten sich einige wenige Möglichkeiten, konnten den Puck aber nicht im Gehäuse von Sinisa Martinovic unterbringen. Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs waren die Eislöwen eine gute Minute lang in doppelter Überzahl. Leider versäumten sie es, daraus Kapital zu schlagen. "Diese Chancen hätten wir besser nutzen müssen", monierte später Thomas Popiesch, der aber zugleich sagte: "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir gegen das offensivstärkste Team der Liga spielen."

Auch danach musste Nastiuk weiter Schwerstarbeit leisten. Und die Partie wurde immer bissiger. Erst "nagelte" Marcus Sommerfeld Dresdens Jonas Schlenker an die Bande und bekam eine Zwei-Minuten-Strafe. Schlenker schüttelte sich kurz und konnte weiterspielen. Keine Minute später setzte Stefan Chaput mit einem Check gegen Kopf und Nacken Frederik Cabana außer Gefecht. Der Bietigheimer konnte die Partie nicht fortsetzen, musste ärztlich behandelt werden. Dafür gab es für den Übeltäter eine Matchstrafe. Da Chaput erst kürzlich eine Sperre von zwei Spielen für das gleiche Delikt abbrummen musste, dürfte das Strafmaß diesmal deutlich höher ausfallen. Die Steelers ihrerseits nutzten das Überzahlspiel, Marcus Sommerfeld tauchte allein vorm Tor auf, wartete lange und zog dann eiskalt zum 1:0 (36.) ab.

Nach der zweiten Pause kamen die Dresdner mit frischem Elan zurück. Nach 20 Sekunden endlich die Erlösung für die Blau-Weißen: Der Playoff-Torschütze vom Dienst, Steven Rupprich, krönte einen Sololauf mit dem Ausgleich. Das gab Auftrieb. Beide Teams lieferten sich weiter einen heißen Fight, ein Tor aber fiel bis zur 60. Minute nicht mehr. So ging es wie schon am Freitag in die Verlängerung. Die Zuschauer hielt es nicht mehr auf den Sitzen, mit stehenden Ovationen trieben sie ihre Mannschaft voran. Als auch dieses Drittel so gut wie vorbei war, geschah das Unfassbare: Die Uhr war nach 20 Minuten heruntergelaufen und die Sirene ertönte, da drückte Mark Heatley die Scheibe über die Linie. Alle Proteste der Dresdner Cracks halfen nichts. Das Tor zählte.

Deshalb räumte selbst Kevin Gaudet ein: "Das war für uns sehr glücklich. Ich plädiere schon lange für den Videobeweis." Eislöwen-Trainer Thomas Popiesch konterte: "Dafür brauche ich keinen Videobeweis. Dass sich der Puck beim Ertönen der Sirene noch vor der Linie befand, konnte man klar sehen." Der Coach fügte an: "Wir haben schon manche Nackenschläge bekommen, werden auch diesen wegstecken. Auf jeden Fall fahren wir am Dienstag angriffslustig nach Bietigheim."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.03.2015

Astrid Hofmann

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