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Unaufgeregt ins Risiko: Hartmann will auch bei Dynamo Dresden überzeugen

Unaufgeregt ins Risiko: Hartmann will auch bei Dynamo Dresden überzeugen

Zumindest in den Vereinsfarben dürfte sich Marco Hartmann schon heimisch fühlen. Schwarz und Gelb prangen auf dem Emblem des sächsischen Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden.

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Dynamo-Neuzugang Marco Hartmann, hier noch im Dress des Halleschen FC.

Quelle: Archiv

Der Thüringer Club, bei dem er einst das Kicken lernte, trägt diese Farben ebenso. „Ein lustiger Zufall“, bemerkt der 25 Jahre alte Mittelfeldmann, der noch bis Sommer beim Drittligisten Hallescher FC unter Vertrag steht. Es passt dennoch irgendwie.

Die Verbundenheit mit der Region war wohl der entscheidende Grund, dass es den gebürtigen Leinefelder in der kommenden Saison für die sportliche Herausforderung nach Dresden verschlägt. „Dresden ist nah dran an allem, was mir wichtig ist. Hier in Halle sind meine Freunde, meine Freundin“, erzählt Hartmann. Das gepaart mit dem Wunsch, sich höherklassig neu zu beweisen, hätten die Elbestadt zu einer absoluten Wunschadresse gemacht. „Irgendwo zu sein, nur um Fußball zu spielen, wäre nicht mein Leben gewesen.“

Über lukrativere Angebote als das der Sachsen mag er deshalb gar nicht reden - ebenso wenig, wie über die Tatsache, dass deren Klassenverbleib noch nicht gesichert ist und er so nächste Saison womöglich drittklassig auf seinen Noch-Arbeitgeber Halle wiedertrifft. Ob das schlimm wäre? „Das Risiko bin ich in vollem Bewusstsein eingegangen“, erklärt Hartmann ganz unaufgeregt. „Weil das Gesamtpaket gestimmt hat.“

In Halle hätte man ihn gern behalten. An der Seite von Maik Wagefeld auf der Doppelsechs hätte man mit ihm den Umbruch wagen können, der der Mannschaft im Sommer zweifelsohne bevorsteht. Umso betrübter zeigte man sich bei den Rot-Weißen über die Abwerbung durch den höherklassigen Club. „So etwas ist immer ärgerlich“, betonte Hartmanns Noch-Trainer Sven Köhler. „Es ist aber auch Anerkennung unserer Arbeit, wenn ein Spieler sich bei uns so gut entwickelt hat.“

Zwei Jahre gilt Hartmanns Kontrakt in Dresden. „Hätte ich mich noch einmal an Halle gebunden, wäre es zu spät für einen Tapetenwechsel gewesen“, sagt er. Statt des Stammplatzes beim HFC wartet bei Dynamo nun vorerst die Rolle des Herausforderers. Hartmann freut sich darauf - auch, wenn diese neue Aufgabe erst einmal die eines Reservisten auf der Ersatzbank sein könnte. „Das ist nicht mein Anspruch. Aber wenn es so kommt, werde ich nicht murren. Sondern es aushalten und irgendwann überzeugen.“

Disziplin, sagt er, sei geistig wie spielerisch eine seiner größten Stärken. Ebenso wie der Wille, der sich entwickelt, wenn er sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat. So hätte es sich mit der guten Note im Lehramtsstudium letztlich auch verhalten. „Man entwickelt dann mitunter so einen gewissen Ehrgeiz, dass es fast nervig ist“, sagt er und lacht.

Die Dresdner Herausforderung ist für Hartmann aber mehr als nur Kopfsache. „Ich begreife den Verein auch als ein Stück meiner Kindheit“, erklärt der blonde Linksfuß. Sein verstorbener Vater, erzählt er, hätte früher immer das Treiben der ehemaligen DDR-Oberligisten verfolgt - und sei bereits sehr stolz gewesen, als der Filius damals zum HFC wechselte. Seitdem ist Hartmann jun. vom A-Jugendlichen zum gestandenen Vize-Kapitän eines Drittligisten gereift. 115 Pflichtspiele in der Ersten, darin 15 Tore, haben sich in sieben Jahren angesammelt.

„Über den Wechsel nach Dresden in die 2. Liga wäre mein Vater wohl jetzt noch ungleich glücklicher“, vermutet er.

Anne Armbrecht, dpa

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