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Traditionsklub SC Borea Dresden beginnt von vorn - mit alten Neuen auf dem Platz und daneben

Traditionsklub SC Borea Dresden beginnt von vorn - mit alten Neuen auf dem Platz und daneben

In einem Jahr kann sich viel tun - das beweisen Fritz Gerisch und sein SC Borea. Lag der Klub aus dem Jägerpark nach massiven Finanzproblemen vor einem Jahr noch am Boden, scheint er nun wieder auf dem Weg nach oben.

Dresden .

Nicht mehr in der Oberliga, die Mannschaft von Trainer André Müller nimmt mit neuem Mut Anlauf für eine schwere, laut Sportdirektor Thomas Baron aber machbare Landesligasaison. Für einen ersten Sieg aus Leidenschaft sorgte vor allem Fritz Gerisch.

Vor einem Jahr zum Heidenauer SV gewechselt, weil die Dresdner Männermannschaft wegen finanzieller Engpässe aufgelöst worden war, ist er nun wieder zurück im Borea-Dress. Und ausgerechnet beim 1:0-Heimerfolg am Sonnabend gegen den Radebeuler BC, bei dem er Tage zuvor noch beim Probetraining war, avancierte Gerisch zum Matchwinner, schoss per Freistoß den Siegtreffer. Seine Entscheidung, nicht zum finanziell besser aufgestellten Landesliga-Konkurrenten zu wechseln, dafür an seine alte Wirkungsstätte zurückzukehren, ist eine Herzensangelegenheit für den 19-Jährigen. "Ich habe hier eine tolle Jugend verbracht und verdanke Thomas Baron sehr viel. Jetzt habe ich die Möglichkeit, dem Verein etwas zurückzugeben und der Mannschaft zu helfen", sagt er.

Nach den finanziellen Turbulenzen, die 2010 zur Auflösung des Oberliga-Teams führten, versucht der Verein nun, sich sportlich als auch wirtschaftlich zu rehabilitieren. Dies könne nur durch viel ehrenamtliche Tätigkeit gelingen, so Baron. Auch er ist ein Rückkehrer, obwohl er bis vor einem Jahr das Symbol schlechthin des SC Borea war.

Nach seinem kurzzeitigen Engagement als Cheftrainer von Budissa Bautzen ist der 60-Jährige nun erneut Sportlicher Leiter bei Borea. André Müller, der über viele Jahre Co-Trainer an Barons Seite war, ist nun verantwortlich für das erste Herrenteam. "Wir haben eine Mannschaft aufgestellt, die für einen Appel und ein Ei spielt. Das sorgt für viel Herzblut, mit dem wir jede Partie bestreiten", sagt Thomas Baron. Einer dieser Spieler ist Fritz Gerisch. In Radebeul hätte er einen hübschen Nebenverdienst zu seiner Lehre beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr haben können. Doch ganz im Zeichen des neuen Windes im Jägerpark stellt er sich in den Dienst seiner alten und nun neuen Mannschaft: "Den Leuten, die hier spielen, geht es nicht ums Geld, und das macht es so sympathisch. Hier steht das Familiäre, das Miteinander im Vordergrund."

Zur Riege der Spieler, deren Gehälter im Laufe des Jahres 2010 nicht mehr gezahlt werden konnten, gehört auch der 19-jährige Tom Fischer. Der ehemalige Sportschüler ist nach einem Jahr in Amerika an seiner Ausbildungsstätte im Jägerpark zurück. "Viele Spieler, gerade auch im Juniorenbereich, sind von anderen Dresdner Vereinen abgeworben worden. Klar schmerzt das", erzählt er. Doch auch "Fischi" glaubt an das neue alte Prinzip: "Diejenigen, die noch übrig sind, setzen sich voll für den Klub ein. Das kann mehr wert sein als jedes Geld."

Fritz Gerisch will mindestens ein Jahr hier bleiben, und sich dann eventuell noch einmal weiter nach oben orientieren. "Ich möchte schon noch mal ran schnuppern an das Profigeschäft. Aber jetzt bin ich erst einmal hier und möchte mich entwickeln." Mit der Motivation seines neu ins Rennen startenden Vereins ist Wochenend-Torschütze Fritz Gerisch auch überzeugt, dass Borea das Saisonziel erreichen wird: "Wenn wir an uns glauben und so weiter spielen wie am Sonnabend, schaffen wir auf jeden Fall den Klassenerhalt. Alles andere sehen wir dann."

Es liegt ein weiter Weg vor Barons Schützlingen um Fischer und Gerisch. Am Sonnabend wollen sie beim SV Einheit Kamenz den nächsten Schritt tun.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.09.2012

Göran Kügler

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