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Torhüter Wolfgang Hesl: Dynamo Dresden ist besser als sein Tabellenplatz

Torhüter Wolfgang Hesl: Dynamo Dresden ist besser als sein Tabellenplatz

Das Bundesliga-Gastspiel der SpVgg Greuther Fürth währte nur kurz, dennoch hat Torhüter Wolfgang Hesl den Wechsel von Dynamo Dresden zu den Franken nie bereut.

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Fürths Torwart Wolfgang Hesl pariert diesen Schuss des Hamburgers Tolgay Arslan, doch am Ende verlor die SpVgg das Pokalspiel mit 0:1 (0:0).

Quelle: imago/O. Ruhnke

Fürth/Dresden. Am Montagabend empfängt der 27-Jährige, der inzwischen Kapitän der Spielvereinigung ist, die Schwarz-Gelben im Fürther Ronhof. Vor dem Wiedersehen mit den Ex-Kollegen telefonierten die DNN mit dem gebürtigen Oberpfälzer.

Frage: Wie haben Sie das Pokal-Aus am Dienstag beim HSV verkraftet?

Hesl: Man muss das Ganze realistisch sehen. Ich glaube, dass es der HSV ganz gut gemacht und das Spiel verdient für sich entschieden hat.

Gegen einen Ihrer ehemaligen Klubs, der nicht nur in der Liga gerade sehr große Probleme hat, hatten Sie sich sicher etwas ausgerechnet, oder?

Ja, wir sind da hoch gefahren, um eine Runde weiterzukommen, aber der HSV hat sich von der Situation, die um ihn herum herrscht, nicht beirren lassen und keinen Zweifel aufkommen lassen, dass sie der Erstligist sind. Wir wussten vorher schon: Wenn der HSV sein Potenzial abruft, wird es schwer.

Sie haben tolle Paraden gezeigt - nur beim 0:1 sahen Sie schlecht aus, ließen den Ball unglücklich prallen. Haben Sie deswegen schlecht geschlafen?

Nein, habe ich nicht. Das sind halt Situationen, die passieren. Das ist für Torhüter einfach schwer, wenn der Ball vier-, fünf Mal in seiner Flugbahn die Richtung ändert. Da sieht man in letzter Instanz als Torwart eben schlecht aus. Da bin ich nicht der erste, dem das passiert ist, und ich werde nicht der letzte sein.

Ihr Wechsel nach Fürth hat sich für Sie gelohnt, Sie sind in die Bundesliga zurückgekehrt. Konnten Sie das Jahr trotz der vielen Niederlagen ein bisschen genießen?

Genießen tut man das immer, man spielt durchweg in Wahnsinns-Stadien mit super Fans, die Atmosphäre in der Bundesliga ist fantastisch. Ich habe die Zeit in der Ersten Liga genutzt, in der Rückrunde viele gute Spiele gemacht und habe mich auch zum Führungsspieler entwickelt. Für mich persönlich war es eigentlich ein gutes Jahr, auch wenn natürlich der Abstieg für uns alle sehr schmerzhaft war.

Welchen Rat würden Sie den Braunschweigern geben, die Sie aus der Zweiten Liga gut kennen und denen nun ein ähnliches Schicksal droht wie zuletzt Fürth?

Man muss immer weiter an den Klassenerhalt glauben. Der ist immer noch nicht verloren, auch wenn im Moment sehr schlecht aussieht. Es gibt immer Lichtblicke - Augsburg lag im Winter auch weit hinten, hat es aber noch geschafft. Man kann sich im Laufe einer Saison auch weiterentwickeln. Es ist eben sehr, sehr schwer, mit einem niedrigen Etat und einer kompletten Zweitliga-Mannschaft in der Ersten Liga zu bestehen.

Am Montag sieht es anders aus. Da ist Ihr Team der Favorit. Im Ronhof ist die Rollenverteilung völlig klar, oder?

Es ist normal, wenn wir sagen: Wir haben ein Heimspiel, wir sind Tabellenführer und wollen deshalb auch die drei Punkte hier behalten.

Gibt es noch Kontakt nach Dresden?

Ich habe noch mit Romain Brégerie regelmäßig Kontakt, wir telefonieren ab und zu. Das tue ich auch mit Zeugwart Maik Hebenstreit. Kontakt hatte und habe ich auch noch zu "Flo" Jungwirth, der aber jetzt in Bochum spielt.

Sie haben 2012 per Option Ihren Vertrag in Dresden gekündigt. Warum?

Ich hatte ein super Jahr dort, aber die Chance, in der Ersten Liga zu spielen, musste ich nutzen. Gerade auf der Torwartposition bekommt man sie nicht oft. Da spielt nur einer, es sind nur zwei Positionen in einer Mannschaft zu vergeben.

Inzwischen haben Sie nicht nur Max Grün als Nummer Eins verdrängt, sondern sind auch Kapitän. Was bedeutet Ihnen das?

Das Kapitänsamt ist immer was Besonderes. Das macht einen natürlich stolz, den Verein, die Mannschaft nach außen vertreten zu dürfen. Es macht in erster Linie aber Spaß, dadurch etwas mehr mitzubekommen als ein 18-jähriger Spieler.

Ihr Weg zum Schiedsrichter ist mitunter recht weit, wenn diskutiert werden muss. Oder tun Sie das nicht?

Wenn jetzt an der gegnerischen Eckfahne irgendwas passiert, laufe ich nicht vor. Aber wenn etwas halbwegs in meiner Nähe los ist, versuche ich schon präsent zu sein. Dann probiere ich durchaus, den Schiedsrichter auf meine Seite zu ziehen, auch wenn es meistens nicht funktioniert.

Am Montag erwischen Sie mit Brégerie ja genau den Richtigen beim Wimpeltausch...

Wir haben schon telefoniert, als er zum Kapitän ernannt wurde. Wir freuen uns beide auf das Wiedersehen.

Haben Sie schon um eine Flasche Bordeaux gewettet?

Bis jetzt nicht, wir werden sehen. Hauptsache, er macht kein Tor.

Was trauen Sie Dynamo in dieser Saison noch zu? Kriegt die SGD noch die Kurve?

Ich glaube, dass Dynamo einen sehr guten Kader hat und dass sie im Moment schwächer dastehen als sie eigentlich sind. Es sind einige Spieler neu dazugekommen, einige erfahrene weggegangen. Das dauert dann, bis man sich aufeinander einstellt. Dann kam noch ein Trainerwechsel dazu. Ich habe das Spiel gegen Paderborn gesehen, da sah das Ganze aber schon deutlich besser aus. Ich denke, dass Dynamo seinen Weg finden wird.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.09.2013

Jochen Leimert

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