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Tobias Jänicke ist der erste deutsche Torschütze von Dynamo Dresden

Tobias Jänicke ist der erste deutsche Torschütze von Dynamo Dresden

Bekannte Gesichter, vertraute Wege, automatisierte Abläufe und die Liebsten in der Nähe, wenn man sie braucht. Darauf konnte sich Tobias Jänicke bis zu diesem Sommer immer verlassen.

Dresden .

Von Tina Hofmann

Seit der Jugend spielte er für Hansa Rostock und blieb dem Verein auch in sportlich schweren Zeiten treu. Nun ist alles anders für den 23-Jährigen, denn nach dem Abstieg des FC Hansa war sein Vertrag in Rostock nicht mehr gültig. Mit Dynamo hat er einen neuen Verein gefunden, bei dem er so schnell wie möglich für Heimatgefühle sorgen möchte. "In der Mannschaft bin ich super aufgenommen worden und fühle mich schon sehr wohl. Das wird aber noch besser, da meine Freundin, unsere Tochter und unser Hund jetzt auch nach Dresden kommen", berichtet der Fußballer.

Kurz vor Ende der Transferperiode hatten die Schwarz-Gelben Jänicke mit einem Vertrag bis Ende Juni 2014 ausgestattet. Ausgerechnet im brisanten Duell gegen Aue gelang dem gebürtigen Neubrandenburger sein erstes Saisontor zum 3:1. Der Mittelfeldspieler war damit der erste Deutsche, der in dieser Saison in die Maschen traf. Bis dato hatten nur die Franzosen um Mickael Poté (4), Anthony Losilla (2), Romain Brégerie (2) und Idir Ouali für Torjubel gesorgt. "Für mich war es eine super Sache, im Sachsenderby vor ausverkauftem Haus zu treffen. Wir haben eine Mannschaft mit vielen Nationen, da ist es vielleicht ein wenig seltener, dass ein Deutscher Tore schießt. Dass es mich auch noch als Ossi erwischt hat ist super. Aber wichtiger war, dass wir die drei Punkte geholt haben", erklärt der Flügelflitzer.

Nach dem Treffer lief er mit ausgestrecktem Finger auf die Tribüne zu. "Meine Onkel, Tanten und Cousinen mit ihren Familien sind die dreieinhalb Stunden aus Strasburg in der Uckermark extra für das Spiel angereist, um mich zu unterstützen. Mit dem Tor habe ich auf meine Art Danke gesagt", erklärt Jänicke. Vergessen sind die schwierigen Wochen im Sommer, als die Clubsuche sich schwierig gestaltete. "Ich hatte einige Optionen geprüft, aber manche Vereine ließen sich sehr viel Zeit oder reagierten nicht. Ich war sogar bereit, in die dritte Liga zu gehen, aber zum Glück hat es dann mit dem Vertrag in Dresden geklappt. Mir war schnell klar, dass es der richtige Schritt für mich ist", blickt er zurück.

Nach kurzer Eingewöhnungszeit will Jänicke nun versuchen, das Beste aus sich herauszuholen. "Ich bin jetzt hier richtig angekommen, auch durch das Tor. Nach meinen Einwechslungen habe ich immer gute Leistungen gezeigt. Als Spieler möchte man immer auf dem Platz stehen. Ich weiß aber auch, dass es ein einem großen Kader mit viel Qualität nicht so einfach ist und dass man sich jede Woche neu beweisen und dem Trainer die Entscheidung so schwer wie möglich machen muss", sagt der Neuzugang.

Neben dem Platz ist er "eher der ruhige Vertreter", der viel Zeit mit der Familie verbringt. Nicht nur sportlich, sondern auch menschlich soll Dresden ein weiterer Schritt sein. "Es ist eine neue Herausforderung, wenn man das erste Mal von Zuhause weg ist und die Eltern und Verwandten nicht mehr um die Ecke sind. Man lernt neue Leute kennen, gewinnt neue Eindrücke und muss auch mal Phasen überstehen, in denen es nicht so läuft", weiß Jänicke.

In den kommenden Spielen will er mit dafür sorgen, dass das Positive überwiegt. "Die Phase des Zueinanderfindens ist langsam abgeschlossen. Wir werden ein verschworener Haufen sein. Wir haben gegen Aue gewonnen, aber es gibt noch viel Luft nach oben, gerade was das Spielerische betrifft. Jetzt kommen Partien, in die wir nicht als Favorit gehen. Da muss der Gegner mehr machen, wir können mehr Fußball spielen, müssen nicht nur über den Kampf kommen", blickt Jänicke voraus. In Köln wird sich das am kommenden Montag zeigen.

Am Freitag, dem 12. Oktober, bestreitet Dynamo ab 16.30 Uhr in Frankenberg ein Testspiel gegen Drittligist Rot-Weiß Erfurt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.10.2012

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