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Tina Punzel erlebt in Rio ihre ersten Spiele

Dresdner bei Olympia Tina Punzel erlebt in Rio ihre ersten Spiele

Ihre Eltern waren beide Wasserspringer, das Talent bekam Tina Punzel also in die Wiege gelegt – nun kann sie ihr Können auf der Weltbühne des Sports in Rio zeigen. Zum ersten Mal ist die Dresdnerin bei Olympia dabei. Die harte Arbeit der letzten Monate und Jahre hat sich gelohnt. Damit in Brasilien alles klappt, hat sie auch ihre Glücksbringer dabei.

Tina Punzel freut sich riesig auf die Reise nach Rio. Schon am Sonntag geht es auf nach Brasilien.

Quelle: soccerfoto

Dresden. Wenn Tina Punzel an diesem Sonntag in den Flieger nach Brasilien steigt, wird bei der Wasserspringerin des Dresdner SC langsam das Kribbeln beginnen. „Schon bei der Einkleidung in Hannover habe ich die Vorfreude erstmals richtig gespürt“, gesteht die 20-Jährige, die wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele ihren 21. Geburtstag feiern wird. Die Aufregung ist verständlich, schließlich erlebt die Elbestädterin am Zuckerhut ihre Olympia-Premiere. „Damit geht für mich ein großer Wunsch in Erfüllung“, verrät sie.

Als Tochter von Eltern, die beide Wasserspringen betrieben (Vater Rainer war Anfang der 90-er auch international im Einsatz), bekommt Tina Punzel das Gen für diese Sportart gleich mit in die Wiege gelegt. „Ich war fünf, als ich damit anfing und ungefähr sieben oder acht, als ich das erste Mal auf dem Zehnmeterturm stand. Natürlich hatte ich Angst. Ich habe auch heute noch Respekt, wenn ich da oben stehe“, gibt sie freimütig zu. Aber das Talent entwickelt sich schnell, holt bei deutschen Jugendmeisterschaften insgesamt 26 Goldmedaillen, gibt als 13-Jährige 2009 in Budapest ihr Debüt bei Jugend-Europameisterschaften und wird Siebente vom Turm.

Mehr und mehr aber konzentriert sie sich auf das Brettspringen. Noch nicht einmal 16, feiert sie 2011 ihre WM-Premiere, scheidet in Schanghai (China) allerdings im Vorkampf vom Einmeterbrett aus. Dennoch weckt ihre Entwicklung große Hoffnungen für das Olympia-Jahr 2012. Doch nun erlebt die DSC-Springerin einen ersten Rückschlag. Sie soll auf „allen Hochzeiten tanzen“, von der Junioren-WM über EM und Olympia. Dazu gesellen sich Rückenprobleme. Am Ende aber verpasst sie alles – die EM, London und sogar für die JWM kann sie sich nicht qualifizieren. Die Trainer beraten, wie sie wieder auf Kurs zu bringen ist. Die Konsequenz: Tina wechselt von Frank Taubert in die Trainingsgruppe von Boris Rozenberg.

Täglich übt sie nun an der Seite von Sascha Klein und Martin Wolfram. Dazu arbeitet sie auch phasenweise mit einer Sportpsychologin zusammen. Und sie beißt sich durch, die Motivation kommt zurück. Und auch der Erfolg. Als sie 2013 bei ihrem EM-Debüt in Rostock auf Anhieb Europameisterin vom Turm wird, schütteln selbst die Insider verwundert den Kopf, sprechen von einer Riesensensation. Immerhin schlägt sie sogar die italienische Ikone Tania Cagnotto. Weitere EM-Medaillen folgen, auch wenn es zu EM-Gold bislang nicht noch einmal reicht. Dafür aber baut die Sportgymnasiastin, die 2014 vom DOSB sogar zur „Eliteschülerin des Sports“ gekürt wird, 2015 ein Einser-Abitur, was auch nicht gleich jeder schafft. Seither findet sie als Sportsoldatin bei der Bundeswehr beste Bedingungen, um sich voll und ganz auf ihren Sport zu konzentrieren.

Mit der Berlinerin Nora Subschinski (28) bildet sie schon seit 2014 ein starkes Synchron-Paar. Von der 28-Jährigen, die in Rio bereits ihre vierten olympischen Spiele erlebt, kann sie profitieren. „Natürlich habe ich sie schon über Olympia ausgefragt, sie kann mir schon den einen oder anderen Tipp geben“, erklärt Punzel schmunzelnd. Bei den Deutschen Meisterschaften vor wenigen Wochen springen beide zu Gold im Synchron und liefern sich im Einzel einen spannenden Zweikampf, den die Hauptstädterin knapp für sich entscheidet. Aber auch Tina erreicht eine neue Punktbestleistung und bucht das Ticket für Rio.

In beiden Disziplinen will sie nun auch in Brasilien ihr Können unter Beweis stellen. „Im Synchron ist es für uns schon ein Riesenerfolg, dass wir zu den acht besten Paaren der Welt gehören. Wenn wir es unter die Top-Sechs schaffen, wäre das super“, hält Tina den Ball flach, gesteht aber: „Mit einer Medaille würde sich ein Kindheitstraum erfüllen.“ Im Einzel hängen die Trauben noch höher. „Vorkampf und Halbfinale gut überstehen und ins Finale einziehen“, so ihre realistische Zielstellung. Die Generalprobe zuletzt beim Grand Prix im Freiwasserbecken von Bozen ging schief, was ja eigentlich als gutes Omen gewertet werden kann. „Da spielte das Wetter nicht mit, es war sehr kalt“, erklärt die bodenständige Athletin, die in Rio auf jeden Fall auf mehr Wärme hoffen darf. Und auf die Unterstützung ihrer Familie. „Meine Eltern und mein Bruder Hardy werden dabei sein“, verrät sie strahlend und fügt an: „Das sind meine Glücksbringer. Zudem bekomme ich von meiner Mutti immer noch etwas Besonderes, das sie mir mit auf den Weg gibt.“ Was es diesmal sein wird, weiß Tina noch nicht.

Auf jeden Fall fiebert sie jetzt ihren ersten olympischen Spielen entgegen: „Ich freue mich auf das ganze Flair im olympischen Dorf, eigentlich auf alles, was kommt. Nach einem Vorbereitungscamp in Joao Pessoa fliegen wir am 31. Juli nach Rio. Sicher wäre es schön, wenn ich bei der Eröffnungsfeier mit einmarschieren könnte. Aber das weiß ich noch nicht, zumal ich ja schon zwei Tage später mit Synchron meinen ersten Wettkampf habe“, erläutert Punzel. Sie ergänzt: „Wenn es unsere Zeit erlaubt, würde ich natürlich auch gern mal an der Copacabana schwimmen gehen und bei anderen Sportarten wie Beachvolleyball, Turnen oder Judo vorbeischauen.“

Von Astriid Hofmann

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