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Stures „Goldköpfchen“: Dynamo-Dresden-Idol Hans-Jürgen Kreische feiert 65. Geburtstag

Stures „Goldköpfchen“: Dynamo-Dresden-Idol Hans-Jürgen Kreische feiert 65. Geburtstag

Tore waren sein Markenzeichen, egal ob mit rechts, links oder dem Kopf. Doch Hans-Jürgen Kreische, von allen nur „Hansi“ genannt, war auch ein spielintelligenter Mittelfeldmann in den „goldenen Siebzigern“ der SG Dynamo Dresden.

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Dynamo-Idol "Hansi" Kreische wird 65.

Quelle: Archiv

Am Donnerstag feiert der 50-fache DDR-Fußball-Nationalspieler seinen 65. Geburtstag.

Auf das Altenteil will sich der einstige Torjäger jedoch nicht setzen. „Ich plane nicht, mich jetzt als Rentner auf die faule Haut zu legen“, sagt Kreische, der beim Regionalligisten RB Leipzig als Talentescout angestellt ist.Kreische - der Name steht für einige Meriten. Viermal sicherte sich das „Goldköpfchen“, wie ihn die Fans liebevoll riefen, die Torjägerkanone in der DDR-Oberliga. Er wurde als „Fußballer des Jahres“ geehrt und erzielte in 50 Länderspielen 25 Tore. Er war bei Olympia 1972 Dritter und bei der einzigen WM-Teilnahme der DDR zwei Jahre später dabei. Mit Dynamo Dresden holte er fünf Meistertitel.

Kreische, dessen Frau Beate 1975 mit der DDR Handball-Weltmeister wurde, plant keine große Geburtstagsfeier. „Der eine oder andere wird natürlich vorbeischauen“, meint er und ist sich sicher, dann auch wieder „die alte Geschichte“ mit den fünf Flaschen Whisky erzählen zu müssen. „Es war bei der WM 1974. Wir flogen nach dem 1:0 gegen die BRD von Hamburg nach Düsseldorf. Neben mir saß ein Herr, mit dem ich ins Gespräch kam. Er fragte mich, wer Weltmeister werden würde. Ich tippte auf die BRD, worauf mein Nachbar mir fünf Flaschen Whisky versprach, falls dies eintreffen würde.“ Ein paar Wochen später wurde Kreische auf die Dynamo-Geschäftsstelle zitiert, wo mehrere Stasi-Mitarbeiter warteten. „Sie forderten eine Erklärung für den Whisky, der angekommen war. Ich wusste ja nicht, dass der Herr im Flugzeug der damalige BRD-Finanzminister Hans Apel war.“ Erst mehr als 30 Jahre später trafen sich Apel und Kreische mit ihren Ehefrauen in Fuhlsbüttel wieder.

Mit dem Dresdner Erfolgstrainer Walter Fritzsch verband Kreische eine Art Hassliebe. Der Publikumsliebling und der akribisch arbeitende Fritzsch waren wie Feuer und Wasser. „Wenn wir schlecht spielten, war ich der Hauptschuldige“, erinnert sich Kreische, der selbst ein Sturkopf sein konnte. Beim Pokalfinale 1975 gegen Zwickau verweigerte er kurz vor Ende der Verlängerung seine Einwechslung - und Dynamo verlor das Elfmeterschießen. „Das hat mir Fritzsch nie verziehen.“

Zwei Jahre später machte der Torjäger, gerade mal 30, Schluss. „Fritzsch ließ mich bei einem Heimspiel gegen Magdeburg hinter dem Tor warm laufen. Es stand 0:0, die Dresdner Fans forderten meine Einwechslung. Aber der Trainer ließ mich draußen.“ Kreische spielte nie wieder für Dynamo. „Damals war einigen jedes Mittel recht, um Karriere zu machen. Ich gehörte nicht dazu und darauf bin ich schon ein wenig stolz“, meint er im Rückblick.

Später betrieb er eine Fußball-Nachwuchsschule in seinem Heimatort Weißig bei Dresden und ging mit 56 als Scout zum Hamburger SV. Jahrelang flog er rund um den Globus. Erst 2010 zog es ihn wieder näher an die Heimat. Bei RB Leipzig half er beim Aufbau der Scoutingabteilung und freut sich nun auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Sportdirektor: „Ich bin mir sicher, dass mit Ralf Rangnick die Weichen entsprechend gestellt werden“, sagt Kreische und freut sich auf die Zusammenarbeit.

Stefan Friedrich, dpa

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