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Sportvereine boomen – aber Trainer fehlen

Landessportbund Sportvereine boomen – aber Trainer fehlen

Noch nie haben in den vergangenen 25 Jahren so viele Sachsen in Vereinen Sport getrieben: Mit aktuell 641 300 Mitgliedern registriert der Landessportbund (LSB) einen neuen Rekord. Der Zulauf stellt viele Vereine allerdings vor erhebliche Probleme – weil die Zahl der Ehrenamtlichen nicht mitwächst, sondern bestenfalls stagniert.

Dresden. Noch nie haben in den vergangenen 25 Jahren so viele Sachsen in Vereinen Sport getrieben: Mit aktuell 641 300 Mitgliedern registriert der Landessportbund (LSB) einen neuen Rekord. Der Zulauf stellt viele Vereine allerdings vor erhebliche Probleme – weil die Zahl der Ehrenamtlichen nicht mitwächst, sondern bestenfalls stagniert. „Ehrenamtliche fehlen überall. Das fängt bei den Schiedsrichtern an, geht die Vorstände bis zu den Übungsleitern“, erklärt LSB-Präsident Ulrich Franzen im DNN-Interview, „es sind häufig Ältere, die sich, gerade in ländlichen Strukturen engagieren.“ LSB-Geschäftsführer Christian Dahms sagt: „Die Ehrenamtlichen werden immer älter – und es wird immer schwieriger, Menschen zu finden, die sich in ihrer Freizeit engagieren.“ Die meisten Jüngeren hätten durch Arbeit oder Familie zu wenig Zeit, aber auch das Interesse am Engagement gehe zurück, so Dahms.

Kleine Vereine ringen ums Überleben

Die Folge ist: Gerade kleinere Vereine ringen ums Überleben. Im vergangenen Jahr war das schon zum zweiten Mal in Folge der Fall, 25 der 4511 LSB-Vereine warfen das Handtuch. „Die Masse, 80 Prozent, sind in Sachsen kleine Sportvereine, die natürlich schnell Probleme bekommen“, macht der LSB-Geschäftsführer klar. Gleichzeitig legen Großsportvereinen zu, die mehr als 1000 Mitglieder haben: Das sind in Sachsen schon 50 – im ostdeutschen Vergleich eine gute Zahl. Der mitgliederstärkste Verein ist die SG Dynamo Dresden mit 17 000, davon viele Fans, rein sportlich ist es der SC DHfK Leipzig mit über 6000 Mitgliedern.

Den größten Mitgliederzuwachs verzeichnen Gesundheitssportvereine, die in der Altersgruppe 50plus aktiv sind. „Die ältere Generation wächst, und damit auch das Bedürfnis, sich zu bewegen und fit zu halten, Bewegungsabläufe zu trainieren.“

Kinder- und Jugendsport leidet schwer

Während bei den Älteren das Ehrenamts-Dilemma noch nicht so gravierend ausgeprägt ist, leidet vor allem der Kinder- und Jugendsport unter den fehlenden Ehrenamtlern. „Wie suchen immer nach Übungsleitern“, sagt zum Beispiel Uwe Großmann, der Geschäftsführer des Leipziger Sportvereins Südwest. Teilweise müssen schon Eltern eingespannt werden, die die Mannschaften fahren oder Gästeteams betreuen. „Eine Mannschaft mussten wir bisher aufgrund fehlender Ehrenamtlicher zum Glück noch nicht auflösen“, sagt Großmann.

Anders sieht dies beim Mehrspartenverein Sport und Jugend Dresden aus. „Zwei Gruppen mussten wir in den vergangenen Monaten schließen“, erklärt Geschäftsführer Ray Mehlig. Der Verein sei über ganz Dresden verteilt und die ehrenamtlichen Übungsleiter würden meist nicht durch die ganze Stadt zu einem Training fahren wollen. „Wir müssen auch Eltern um Mithilfe bitten“, erklärt Mehlig. Anders seien die Angebote kaum aufrecht zu erhalten.

Diese Vorgehensweise ist bei vielen Vereinen mittlerweile üblich. Auch der Sportverein Lindenau braucht die Unterstützung der Eltern. „Bei den Fahrten und der Betreuung setzen wir Eltern ein, teilweise sind sie sogar Mannschaftsleiter“, erklärt Pressewart Björn Mencfeld. Einen kleinen Bonus habe dieser Verein aber bei der Gewinnung von Ehrenamtlichen: „Wir sind durch den DFB-Integrationspreis etwas bekannt.“ Allerdings sei eine sinkende Bereitschaft bei den Vorstandstätigkeiten auch hier deutlich zu bemerken.

Von Andrea Schulze und Andreas Debski

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