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Sportminister von Bund und Land diskutierten in Dresden

Sportminister von Bund und Land diskutierten in Dresden

Als Chance für ein Umdenken im deutschen Spitzensport begreift Bundessportminister Thomas de Maizière (CDU) die Bewerbung Hamburgs für Olympia 2024. "Das hat auch für Sachsen große Relevanz, denn die ostdeutschen Länder haben bei den Sommerspielen richtig was in die Waagschale zu werfen", sagte de Maizière bei einer Diskussionsrunde am Freitagabend in Dresden.

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Thomas de Maizière

Quelle: Maurizio Gambarini

Der Landessportbund hatte unter dem Motto: "Hamburg 2024 - eine Chance für den Sport in Sachsen" recht kurzfristig zu einem offenen Gespräch mit de Maizière und seinem sächsischen Pendant Markus Ulbig (CDU) geladen.

"Wir werden etwa 60 Sachsen bei den Sommerspielen in Rio 2016 dabei haben, das zeigt die Relevanz von Sommerspielen für den Freistaat", betonte de Maizière. "Die Leistungen im deutschen Spitzensport sind aber in den vergangenen Jahren schlechter geworden bei gleichgebliebener Förderung. Die Bewerbung bietet eine Chance, sich im Spitzensport neu aufzustellen. Dafür muss es möglich sein, alles tabulos infrage zu stellen." Welche Olympiastützpunkte geeignet sind, ob die Verteilung von Fördergeldern sinnvoll läuft und wie neue Sportlertypen bei jungen olympischen Disziplinen wie Skicross oder Halfpipe stärker unterstützt werden können, all das soll in den kommenden Monaten diskutiert werden. "Daraus soll ein Spitzensport-Konzept entstehen, das wir nach Rio 2016 vorstellen werden."

Sachsens Sportminister Ulbig, der in einer Woche Oberbürgermeister in Dresden werden will und sich im Wahlkampf befindet, betonte die vergleichsweise hohe Förderung von Nachwuchs- und Breitensport in Sachsen. 19,6 Millionen Euro Zuwendungen erhält der Landessportbund 2015 zur Verteilung an seine Mitgliedsorganisationen. "Wir müssen uns auch nicht schämen für die Investitionen in Sportstätten im Vergleich zu anderen Bundesländern", sagte Ulbig. Mehrere Schwimmtrainer im Raum sahen das anders: "Die Olympiade fängt in den kleinen Vereinen an. Ich finde es eher beschämend, dass Dresden erst jetzt eine moderne Schwimmhalle bekommt, auch in Chemnitz ist die Lage nicht besser. Wenn 25 Sportler auf einer Bahn trainieren, läuft etwas schief", sagte Bezirksschwimmwart Uwe Albert aus Freiberg.

Einen wunden Punkt sprach die Leiterin des Dresdner Sportgymnasiums, Ulrike Becker, an: Die immer schwieriger werdende Vereinbarkeit von Schule und Spitzensport. Weil die Anforderungen immer höher werden, gehen im Übergang zum Erwachsenenalter viele Talente verloren, die sich den Spagat nicht mehr zutrauen. "Wir brauchen dringend Entlastungen in der Schule, vor allem was die Abschlussprüfungen betrifft. Unsere Europameisterin im Wasserspringen, Tina Punzel, hat seit Jahren eine 70-Stunden-Woche zwischen Schule, Training und Wettkämpfen. Ein additives Abitur wie in Brandenburg gäbe den Sportlern die Möglichkeit, Prüfungen auf mehrere Jahre zu strecken", so Becker. Eigentlich wollten de Maizière und Ulbig auch mit Spitzensportlern ins Gespräch kommen. Die aber fehlten aufgrund der kurzfristigen Einladung.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.06.2015

Skadi Hofmann

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