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Spannung nach großem Umbruch beim Dresdner SC

Volleyball Spannung nach großem Umbruch beim Dresdner SC

Ligaprimus, Champions-League-Dauerbrenner, Zuschauerkrösus sowieso – Attribute, die sich die DSC-Volleyballerinnen in den vergangenen Jahren erarbeitet haben. Sie waren der Taktgeber in der Frauen-Bundesliga, erkämpften drei Vizemeistertitel und zuletzt drei Meisterschalen in Serie. Jetzt werden die Uhren in Dresden wieder auf null gestellt.


Quelle: Matthias Rietschel

Dresden. Ligaprimus, Champions-League-Dauerbrenner, Zuschauerkrösus sowieso – Attribute, die sich die DSC-Volleyballerinnen in den vergangenen Jahren erarbeitet haben. Sie waren der Taktgeber in der Frauen-Bundesliga, erkämpften drei Vizemeistertitel und zuletzt drei Meisterschalen in Serie, dazu den historischen ersten Pokalsieg in der Mannheimer SAP-Arena. Volleyball-Herz, was willst du mehr?!

Jetzt werden die Uhren in Dresden wieder auf null gestellt. Titel, Pokale, Konfettiregen, alles Schnee von gestern. Nach dem großen Umbruch im Sommer, teils gewollt, teils auch wirtschaftlichen Zwängen geschuldet, startet das neuformierte Team mit frischem Schwung in die Saison. Aber diesmal nicht in der Favoritenrolle. „Den Druck haben jetzt die anderen. Stuttgart will natürlich nach zwei Vizemeisterschaften uns endlich vom Thron stoßen, auch in Schwerin sind sie nach drei titellosen Jahren heiß auf die Schale oder den Pokal“, findet Vorstandschef Jörg Dittrich eher die Konkurrenz in der Pflicht.

Und Trainer Alexander Waibl? Der Vater der Erfolge, der Meistermacher, der in Dresden nunmehr in seine achte Saison geht – wie erfolgshungrig ist der 48-Jährige nach so vielen Triumphen noch? Dittrich weiß da sofort eine Antwort: „Ich habe in den letzten Tagen an vielen Kleinigkeiten gemerkt, wie das Feuer bei ihm wieder lodert. Er lebt einfach Volleyball, da gibt es keine Müdigkeit.“

Der Chefcoach bestätigt diesen Eindruck. „Vielleicht wäre es komfortabler und auch ein wenig bequemer, wenn man mit dem Gros der gereiften Erfolgsmannschaft hätte weitermachen können“, meint Waibl, fügt aber sofort an: „Ich freue mich jetzt erheblich mehr auf die Saison, als wäre alles gleich geblieben. Ich spüre“, und das habe auch der Supercup am vergangenen Sonntag gezeigt, „dass wir mit diesen Mädels wahnsinnig viel zu entwickeln haben. Das macht es für mich spannend“, erläutert Waibl seine Lust auf die kommende Spielzeit. Dass Potenzial im Team steckt, davon ist der erfahrene Volleyball-Lehrer überzeugt. In welcher Geschwindigkeit sich das aus den Spielerinnen herauskitzeln lässt, vermag natürlich auch er nicht zu sagen und meint: „Für Prognosen ist es einfach noch zu früh.“

Da er durch seine Tätigkeit bei der tschechischen Nationalmannschaft erst spät seine Schützlinge selbst übernehmen konnte, hat er noch an vielen Stellschrauben zu drehen. „Block, Feldabwehr, Angriff, da gibt es eine Menge Arbeit. Und natürlich fehlt vielen unserer Neuverpflichtungen noch die Erfahrung. Und es ist für sie auch nicht so einfach, mit dem hohen Erwartungsdruck umzugehen. Das müssen sie erst lernen, dafür brauchen sie auch das Verständnis und die Unterstützung durch unsere Fans“, bittet der Chefcoach um Geduld beim Anhang. Dass auch er nach so erfolgreichen Jahren die Ansprüche nicht einfach herunterschraubt, versteht sich beim ehrgeizigen Perfektionisten von selbst, doch er betont auch: „Der Wunsch, auch weiterhin Champions League spielen zu können, ist bei uns da. Doch um einen Platz in der Königsklasse sicher zu haben, muss man Meister werden. Aber dafür müssen auch die entsprechenden Rahmenbedingungen vorhanden sein.“

So ist Waibl noch auf der Suche nach einer weiteren Angreiferin, da der Kader mit zwölf Spielerinnen in diesem Jahr noch nicht so breit aufgestellt ist wie in den vergangenen Spielzeiten. „Doch der Markt gibt nicht sehr viel her im Moment. Wir wollen zudem keinen Schnellschuss, sondern eine Spielerin, die uns wirklich weiterhilft“, sagt er. Durch die Dreifach-Belastung in Bundesliga, Pokal und Champions League wäre auch eine vierte Mittelblockerin von Vorteil. „Dafür haben wir aber kein Geld, wollen den freien Platz nutzen, um unsere jungen Nachwuchsathletinnen aus der eigenen Talenteschmiede auszubilden“, erläutert Waibl seine Strategie. Die Suche nach einem neuen Co-Trainer läuft derzeit auf Hochtouren, am Sonnabend beim Auftakt gegen Suhl wird aber erst einmal Ex-Co-Trainer Uli Rath einspringen.

Von Astrid Hofmann

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