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Sommermärchen mit Freudentränen bei den Faustballerinnen

Sommermärchen mit Freudentränen bei den Faustballerinnen

Den Zuschauern stockte der Atem, der Stadionsprecher konnte sich nicht mehr beherrschen. "Ja hat die denn einen an der Klatsche?", rutschte es ihm heraus. Gemeint war Stephanie Dannecker, die im Finale der Faustball-Weltmeisterschaft am Sonnabend im Ostragehege in Dresden Nerven wie Drahtseile bewies.

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Ein Häufchen Glück: Die deutschen Faustballerinnen bejubeln den hart umkämpften Finalsieg über Österreich.

Quelle: Olaf Rentsch

Mit 0:1 nach Sätzen lag Team Deutschland gegen Österreich bereits zurück. Im zweiten Satz hatte der haushohe Favorit beim 10:9 Satzball zur 2:0-Führung, womit der Traum vom Titel für den Gastgeber wohl bereits geplatzt gewesen wäre. Doch dann kam eben Stephanie Dannecker, die mit einem waghalsigen kurz cross-Überschlag nach einem nicht idealen Zuspiel den Satzball abwehrte und die Chancen offen hielt. Mit einem Ass von Sonja Pfrommer holte sich Deutschland den Abschnitt noch und schrieb am Ende mit einem 3:1 (10:12, 15:14, 11:7, 15:13)-Sieg das so erhoffte Sommermärchen. "Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft. Der Titel ist das größte, was ein Sportler erreichen kann. Es war unfassbar, wie es die Mädels in den vergangenen Tagen geschafft haben, sich trotz des ungewohnten Rummels auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wir haben zwei Jahre hart für diesen Traum gearbeitet", war Trainerin Silke Eber, die Freudentränen weinte, überwältigt.

Auf dem Siegerpodest bekam sie eine Sektdusche von Dannecker, anschließend sang die ganze Mannschaft ein Jubellied nach dem anderen. Bei der abschließenden Hymne vergossen die Goldmädchen einige Tränen, die jedoch bis spät in die Nacht beim ausgiebigen Feiern längst wieder getrocknet waren.

Getragen von der Unterstützung der 2500 Zuschauer hatte ihre Mannschaft nicht nur im Finale eine tolle Leistung gezeigt, sondern vom ersten Turniertag am Donnerstag an, mit Herz, Leidenschaft, Kampfgeist und spielerischer Qualität überzeugt. Allen voran Angreiferin Sonja Pfrommer. Sie steckte während des Turniers auch kleine Leistungstiefs weg und machte im Finale den Unterschied. Das Privatduell gegen Österreichs Angreiferin Magdalena Lindorfer, die als beste Faustballerin der Welt gilt, entschied Pfrommer für sich und damit auch ihr Team. "Der Titel gehört allen 10 Spielerinnen und unseren Betreuern", sagte sie nach dem Triumph. Linda Scholze, einzige Sächsin im Team, pflichtete bei: "Dieses Jahr hatten wir einen noch nie dagewesenen Teamgeist. Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Ich hoffe, dass wir nun mehr Leute für unseren Sport begeistern können."

Während die Mannschaft das Publikum mitriss, hatte Chef-Organisator Horst Tillner mit der Unterstützung von 140 freiwilligen Helfern aus 40 sächsischen Faustball-Vereinen die Rahmenbedingungen geschaffen. "Es ist ein Wahnsinn, was die Organisatoren auf die Beine gestellt haben. Manche haben ihren Jahresurlaub dafür genommen, um der Veranstaltung diesen fantastischen Rahmen zu geben", war Ulrich Meiners, Präsident der Deutschen Faustball-Liga, begeistert.

"Mit der Zuschauerresonanz sind wir zufrieden. Unsere richtige Arbeit geht jetzt erst los, denn ich hoffe, dass wir den Schub für unseren Sport nutzen können", hofft Tillner auf einen positiven Effekt des WM-Titels im eigenen Land.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.08.2014

Tina Hofmann

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