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Sommer-Fußball: Public Viewing in Dresden vor dem Aus

Sommer-Fußball: Public Viewing in Dresden vor dem Aus

Schon zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 im eigenen Land gab es Streit darüber, wie viel Geld denn die Stadt in das kollektive kostenlose Fußball gucken - gemeinhin Public Viewing genannt - stecken soll.

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War das ein Rausch in Schwarz, Rot und Gold zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 im eigenen Land: Tausende Dresdner Fans feierten ihre Jungs beim Public Viewing, dem kostenlosen Fußball gucken, am Königsufer. Doch ob es das auch zur Fußball-EM, die vom 8. Juni bis 1. Juli in Polen und der Ukraine läuft, gibt, ist mehr als fraglich.

Quelle: Archiv

Von Ralf Redemund

Doch damals strömten die Fußball-Massen, erzeugten den Mythos vom Sommer-Märchen. Im kollektiven Freudentaumel waren 20 000 Euro städtische Unterstützung zu verschmerzen. Nun steht vom 8. Juni bis 1. Juli die Fußball-Europameisterschaft bei den Nachbarn in Polen und in der Ukraine an. Wieder entzündet sich Streit, wenn auch noch auf kleinerer Flamme. Doch diesmal könnte das Tauziehen wohl zu ungunsten der Fußball-Fans ausgehen.

Zwei ernsthafte Bewerber gibt es zurzeit: die Stadionprojektgesellschaft und die PAN GmbH, die die Filmnächte am Elbufer betreibt. Zwar haben sich laut Sven Mania, Chef des Sportstätten- und Bäderbetriebes, drei weitere Interessenten gemeldet, doch zwei von denen hätten keine konkreten Bedingungen geliefert. Der dritte Bewerber, eine Firma aus München, würde gerne einen Lkw mit Leinwand auf dem Dresdner Altmarkt platzieren.

Hauptkonkurrenten sind jedoch die Filmnächte und die Dynamo-Stadion-Betreiber. Die Stadt will in keinem Fall als Veranstalter auftreten, hilft lediglich bei der Suche nach einem geeigneten Ort und einer günstigen Lösung. Doch da sieht es derzeit eher mau aus. Denn ähnlich wie zur "hauseigenen" Fußball-WM will die Stadt auch zur Fußball-EM nur einen niedrigen fünfstelligen Betrag Förderung an einen Veranstalter zahlen. Wie Mania auch schon im Sportausschuss klar gemacht hat, drängt die Stadt auf ein Angebot ohne Eintritt für die Zuschauer.

Jörg Polenz, Geschäftsführer der PAN GmbH, gab sich vor Wochen schon siegesgewiss, verlangte allerdings das Drei- bis Vierfache, insgesamt knapp unter 90 000 Euro von der Stadt. Die Bürgermeisterrunde unter Führung von Interims-OB Dirk Hilbert (FDP) indes lehnte diese Forderung in dieser Woche ab, erteilte Sven Mania den Auftrag, noch einmal in Verhandlungen zu treten. Polenz wiederum befindet sich zurzeit in Urlaub. Immerhin hat die PAN GmbH ein Ass im Ärmel. Der koreanische Autobauer Hyundai - Hauptsponsor der europäischen Fußballvereinigung Uefa - hat nur für das Elbufer Interesse bekundet. Für das Stadion gebe es kein Geld. Doch auch mit Hyundai könne die PAN GmbH das Projekt derzeit nicht stemmen, wenn die Stadt nicht entgegen komme, heißt es aus Polenz-Kreisen.

Stadionmanager Hans-Jörg Otto hat grundsätzlich weiter Interesse, sagt aber: "Das geht nicht für uns auf eigenes Risiko." Kostenloses Fußball gucken sei allein aus dem Catering nicht zu finanzieren, so Otto, der auf Leipzig verweist. Der dortige Stadionbetreiber habe sich vom Projekt Public Viewing bereits verabschiedet. Letztlich wird wohl die wiedergenesene Helma Orosz (CDU), die ab 1. März wieder im Amt ist, entscheiden, ob die Stadt bereit ist, mehr Geld auszugeben - oder nicht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.02.2012

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