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Silber-Flori wird zum Goldjungen

Silber-Flori wird zum Goldjungen

Thomas Florschütz hat den Fluch endlich abgeschüttelt. Den 33-Jährigen Bobpiloten vom BRC Riesa hatten sie schon "Silber-Flori" getauft.

Altenberg .

Von Astrid Hofmann

Altenberg (DNN). Thomas Florschütz hat den Fluch endlich abgeschüttelt. Den 33-Jährigen Bobpiloten vom BRC Riesa hatten sie schon "Silber-Flori" getauft. Doch nach sieben Vize-Titeln in seiner Laufbahn brach der Lokalmatador am Sonnabend auf der Heimbahn von Altenberg trotz widriger Umstände den Bann. Mit der Winzigkeit einer Hundertstelsekunde erkämpfte sich der gebürtige Sonneberger im Zweier mit seinem Anschieber Kevin Kuske die Goldmedaille vor dem Oberhofer Maximilian Arndt. Platz drei belegte der Schweizer Beat Hefti.

Für den Olympia-Zweiten, dreimaligen Vizeweltmeister, zweimaligen Vize-Europameister und Vize-Juniorenweltmeister glänzt dieses erste Gold besonders hell. Schließlich fiel dem Schützling von Trainer Gerd Leopold der Premieren-Titel keinesfalls in den Schoß, er musste unter widrigen Umständen hart erkämpft werden. Ausgerechnet vor den Heimrennen hatten sich seit Dienstag bei Florschütz Fußbeschwerden bemerkbar gemacht. Er musste fitgespritzt werden. Dann hieß es auch noch warten, denn wegen Schneefalls verlegte die Jury das Rennen um eineinhalb Stunden. Mit Startnummer zehn hatte der Riesaer zudem nicht gerade Losglück, denn während Teamgefährte Maximilian Arndt als Vierter noch bei besten Bedingungen eine Top-Zeit vorlegen konnte, begann es ausgerechnet kurz vorm Start des Favoriten heftig zu schneien.

Doch Florschütz ließ sich von nichts aus der Ruhe bringen, fokussierte sich nur auf seinen Lauf und brachte seinen Schlitten mit einer glänzenden Leistung ins Tal. "Er hatte die schlechtesten Bedingungen und hat eine geniale Fuhre hingelegt", ballte Gerd Leopold jubelnd die Faust. "Flori" selbst gestand: "Eigentlich dachte ich, der Vorsprung wäre größer, aber das lag wohl am Schnee, dass es nur eine Hundertstel ist." Allerdings ahnten weder Athlet noch Trainer zu diesem Zeitpunkt, dass das schon die "Goldfuhre" war. Als das Schneegestöber wieder dichter wurde und die Spurbob-Piloten nichts mehr sahen, entschieden die Verantwortlichen auf Abbruch des Wettkampfes. Überglücklich nahm Florschütz seinen 18 Monate alten Sohn Viktor auf den Arm und ließ sich von den vielen Fans bei der Siegerehrung feiern. "Wir waren jetzt einfach mal dran. Ich bin überglücklich und danke vor allem Kevin Kuske, der wegen meiner Fußprobleme 200 Prozent am Start geben musste", strahlte Florschütz. Gerd Leopold zeigte sich ebenfalls happy: "Für mich ist das ein besonderer Tag, denn damit wird meine sechsjährige Arbeit mit Flori gekrönt."

Dass sein Schützling angesichts der immer schlimmer werdenden Fußschmerzen gestern auch noch Bronze im Vierer gewann, rundete das Wochenende für den Trainer ab. Dabei könnte sich der Riesaer Pilot jetzt einen neuen Spitznamen zulegen: "Hundertstel-Flori". Denn auch im großen Schlitten erkämpfte er sich den Podiumsplatz nach zwei Läufen mit einer Hundertstel Vorsprung vor dem Letten Edgars Maskalans. Freuen konnte sich Florschütz gestern allerdings nicht mehr über seine elfte internationale Medaille. "Ich habe Bammel, ob ich nächstes Wochenende am Königssee überhaupt starten kann", gestand er mit schmerzverzerrtem Gesicht. Heute will er daheim in Erfurt seinen Fuß noch einmal untersuchen lassen.

Der Titel im großen Schlitten blieb aber dennoch im Land, denn der erst 24-jährige Oberhofer Maximilian Arndt lieferte nach Silber im Zweier mit zwei sensationellen Fuhren gestern im Kohlgrund sein "Meisterstück" ab und gewann seinen ersten Titel bei den Großen. "Mir liegt die Altenberger Bahn, ich kommen schon immer mit einem Lächeln her. Dazu ist mir der erste Lauf so perfekt gelungen wie es nur selten passiert", freute sich der Newcomer aus Thüringen, der mit Anschieber Marko Hübenbecker noch kurzfristig eine Verstärkung bekam und sich auch ab und zu Tipps von Olympiasieger André Lange holt. Mit 66 Hunderstel Vorsprung auf den Russen Alexander Zubkov hatte Arndt fast so souverän gewonnen wie einst sein Oberhofer Vorbild oft die Konkurrenz dominierte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.01.2012

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