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Siebtes EM-Gold in Folge für Turm-Duo Hausding/Klein, Bronze für Punzel

Siebtes EM-Gold in Folge für Turm-Duo Hausding/Klein, Bronze für Punzel

Erst verbeugten sie sich vor ihrem Publikum, dann fielen sich Patrick Hausding und Sascha Klein um den Hals. Seit 2008 haben die beiden Wasserspringer aus Berlin und Dresden EM-Gold im Turm-Synchronwettbewerb abonniert, gestern errangen sie ihren siebten gemeinsamen Europameisterschafts-Titel in Folge.

Berlin.

Was für Außenstehende eine Selbstverständlichkeit ist, bedeutet für die beiden Weltklasse-Athleten im Vorfeld eine gehörige Portion Stress. "Alles ist endlich im Leben. Auch unsere Siegesserie", philosophierte der 25 Jahre alte Hausding, für den es bereits die zweite Goldmedaille in dieser Woche auf seiner Heimschanze war. Sein gut drei Jahre älterer Partner meinte: "Jeder erwartet von uns, dass wir nach dem sechsten Titel unseren siebten holen. Nächstes Jahr soll es dann der achte und 2016 der neunte sein." Beide haben nun je zehn Mal EM-Gold im Schrank.

Die Erwartungen der 600 begeisterten Fans in der Halle waren nicht überzogen. Letztlich hatten die beiden Weltmeister fast 40 Punkte Vorsprung und sendeten ein abermaliges Signal an die einst übermäßigen Chinesen. "Wir hatten nur einen Punkt weniger als bei der WM in Barcelona", meinte Sascha Klein stolz: "Wir wissen, dass die Chinesen immer noch einen Tick mehr drauf haben. Aber eine solche Punktzahl schaffen sie nicht alle Tage." Siehe WM 2013. Dass sich nur fünf europäische Paare auf die Zehn-Meter-Plattform wagten (bei den Frauen waren es tags zuvor gar nur drei), schätzte der Elbestädter so ein: "Etwas schade ist es und wir können nichts dafür. Aber die Russen mussten zum Beispiel verletzungsbedingt absagen. Sie wären ein ernstzunehmender Gegner gewesen." Der Hauptstädter ergänzte: "Bei uns gab es wenigstens zwei Paare, die keine Medaille bekommen haben. Vielleicht trauen sich einige nicht gegen uns anzutreten."

Dass die beiden Plattformen in Berlin auf Wunsch des französischen Architekten fünf, sechs Meter voneinander entfernt sind, stellte große Anforderungen an die Synchronität. Im vorletzten Durchgang sprangen die Sieger leicht nacheinander ab, kompensierten den kleinen Fehler aber durch perfekte Einzelsprünge. "Ob Paddy zu früh dran war oder ich geschlafen habe, müssen wir später mal analysieren", sagte Sascha Klein schmunzelnd. Bei den beiden leichten Pflichtsprüngen waren Klein und Hausding von einer Plattform gesprungen, berührten sich aber einmal in der Luft und gaben sich beim Eintauchen gegenseitig einen Schlag auf den Unterarm. Bei den vielen Salti und Schrauben in der Kür wäre es zu gefährlich, direkt nebeneinander zu springen.

Im Schatten des Gold-Duos ging Bronze von Tina Punzel vom Ein-Meter-Brett ein wenig unter. In einem spannenden Finale trennte die besten vier nur knapp vier Punkte. Die 19-jährige Dresdnerin profitierte beim Sieg der zehn Jahre älteren Tania Cagnotto vom Heimvorteil und fühlte mit der fast 30-jährigen Maria Marconi (beide Italien), die bittere Tränen vergoss. "Ich kenne keine Springerin, die so oft Pech hat und Vierte wird. Sie tut mir richtig leid." Punzel und Marconi lagen nach fünf Sprüngen nur 1,20 Punkte auseinander.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.08.2014

Frank Schober

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