Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Google+
Sechs starke Frauen: Wer wird Dresdens Sportlerin des Jahres

Sechs starke Frauen: Wer wird Dresdens Sportlerin des Jahres

Für Dreispringerin Jenny Elbe vom DSC begann das Jahr schon in der Halle sehr erfolgreich. Hinter Dauerrivalin Kristin Gierisch aus Chemnitz holte sich Studentin der Lebensmittelchemie bei den Deutschen Meisterschaften in Leipzig mit 13,83 m die Silbermedaille.

Voriger Artikel
Dresdner Eislöwen unterliegen am Freitag den Lausitzer Füchsen in Dresden mit 2:7
Nächster Artikel
Dynamo Dresden geht auf Distanz zu RB-Torjäger Frahn

Dreispringerin Jenny Elbe

Quelle: dpa

Auch der Start in die Sommer-Saison verlief glänzend. Beim Springer-Meeting in Ingolstadt knackte die Dresdnerin, die von ihrem Vater Jörg, einem ehemaligen Weltklasse-Dreispringer, betreut wird, auf Anhieb die EM-Norm. Mit 14,20 m erreichte sie exakt die vom DLV geforderte Weite für die Titelkämpfe in Zürich. Zudem stellte sie mit dieser persönlichen Bestleistung auch einen neuen Stadionrekord auf. Bei der Team-EM in Braunschweig erkämpfte sie mit 14,01 m einen starken dritten Platz und trug mit zehn Punkten zum Gewinn des Team-Europameistertitels für das DLV-Team bei. Bei der Deutschen Meisterschaft in Ulm gewann sie hinter Gierisch erneut Silber und zeigte mit der Weite von 14,03 m, dass sie die 14-Meter-Marke konstant überbieten kann. Bei der Europameisterschaft, bei der sie als einzige Athletin aus Dresden am Start war, klappte nicht alles nach Wunsch und sie belegte am Ende mit 13,68 m den elften Platz. Die kleine Enttäuschung will sie 2015 in neue Motivation umwandeln und wieder angreifen.

Kanutin Steffi Kriegerstein vom WSV Am Blauen Wunder kann auf das erfolgreichste Jahr ihrer bisherigen Karriere zurückblicken. Mit Partnerin Sabrina Hering (Karlsruhe) eilte die Sportsoldatin 2014 im Kajak-Zweier von Sieg zu Sieg. So gewann das Duo, das sich auch abseits der Kanustrecken blendend versteht, bei der U23-EM in Paris gleich zweimal Gold – im K2 über 500 und über 1000 m. Bei der U23-WM im ungarischen Kanu-Mekka Szeged ließen Kriegerstein und Hering ebenfalls die versammelte Konkurrenz hinter sich und sicherten sich den Titel im K2 über 500 m. Mit ihren starken Leistungen schaffte der Schützling von Trainer Jens Kühn auch den Sprung in die A-Nationalmannschaft. So durfte sie mit Sabrina Hering schon bei den Weltcups der Großen in Racice (6. Platz) und Szeged (3. Platz) ran. Das Tandem holte außerdem überraschend Bronze im K2 über 1000 m bei der Heim-EM in Brandenburg. Schließlich nominierte sie der Bundestrainer auch für die WM in Moskau, wo das Duo die Traum-Saison mit dem 6. Platz über 500 m abschloss. „Nach dem verkorksten letzten Jahr hätte ich niemals gedacht, dass es so gut läuft. Ich gehörte keinem Kader an, musste meine Trainingslager im Frühjahr zum Teil selbst finanzieren. Und dann lief die erste Sichtung auch noch schlecht“, so Kriegerstein. Doch vielleicht gab gerade das den richtigen Kick. „Ich habe dann voll durchgezogen. Gerade, wenn man eigenes Geld investiert, will man Ergebnisse sehen.“ Jens Kühn unterstreicht das: „Steffi war schon immer ein Riesentalent. Jetzt bewies sie auch den notwendigen Biss, um sich durchzusetzen.“

Wasserspringerin Tina Punzel vom DSC wusste lange nicht, ob sie bei der Heim-Europameisterschaft in Berlin überhaupt antreten kann. Fast vier Monate bremsten sie Rückenprobleme aus, so dass an ein kontinuierliches Training nicht zu denken war. Doch rechtzeitig vor dem Saison-Höhepunkt kam die 19-Jährige doch noch in Schwung. Trotz knapper Vorbereitungszeit gewann die Schülerin des Dresdner Sportgymnasiums gleich zum Auftakt mit ihrem Trainingsgefährten Sascha Klein Bronze im Team-Wettbewerb. Dazu holte sie noch Bronze vom Einmeterbrett und erkämpfte sich mit der Berlinerin Nora Subschinski Silber im Brett-Synchron. „Angesichts meiner Vorgeschichte bin ich mit dieser EM sehr zufrieden“, sagte der Schützling von Boris Rozenberg. Das sahen Trainer und Aktive des deutschen Verbandes ebenso und wählten Tina im Dezember zur „Springerin des Jahres“. Inzwischen bereitet sich die Abiturientin schon wieder auf die nächsten Höhenflüge vor. Sie widmet sich verstärkt dem Turmspringen, um im Synchron die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio anzugehen.

Shorttrackerin Anna Seidel vom Eislauf-Verein Dresden avancierte in der Olympia-Saison zum Shooting-Star der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft. Mit einem Sieg über 1500 m beim Deutschland-Pokal im September 2013 und dem zweiten Platz in der Gesamtwertung begann der Höhenflug des damals 15-jährigen Talents. Damit qualifizierte sich die nur 43 kg leichte Anna überraschend für das Weltcup-Team. Als beim letzten Weltcup im russischen Kolomna dann im Halbfinale über 1500 m drei Läuferinnen vor dem deutschen Mannschafts-Küken stürzten, stand sie plötzlich im Finale und hatte das Olympia-Ticket in der Tasche. Die Neuntklässlerin des Sportgymnasiums konnte ihr Glück kaum fassen. Neben Robert Seifert vertrat Seidel als einzige Shorttrackerin die deutschen Farben in Sotschi. Sie genoss die Atmosphäre und schaffte über 1500 m den Einzug ins Halbfinale. Dabei verbesserte sie den deutschen Rekord von Christin Priebst. Nach den Spielen wartete auf das Talent der eigentliche Höhepunkt ihrer Saison – die Junioren-WM im türkischen Erzurum. Am Ende einer langen und ereignisreichen Saison belegte Anna Seidel dort im Gesamtklassement einen guten siebenten Platz.

Turnerin Marlene Bindig vom DSC hat im August eine kleine Sensation geschafft. Die 17-Jährige gewann bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart im Finale am Boden die Bronzemedaille. Damit beendete der Schützling von Trainer Olaf große eine lange Durststrecke. Die letzte Medaille für den DSC in der Meisterklasse gewann zuvor Linda Müller 1997, dem Geburtsjahr von Marlene Bindig. Der Erfolg ist umso höher einzuschätzen, weil Dresden seit Jahren schon kein Bundesstützpunkt mehr ist. In Stuttgart musste Bindig nur den Auswahlturnerinnen Kim Bui und Pauline Schäfer den Vortritt lassen. Im Gesamtklassement belegte sie einen guten elften Platz. Die Athletin, die durch ihre Eltern zum Turnen kam, gehörte 2014 zudem zu den Leistungsträgerinnen in der DSC-Mannschaft, die souverän den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga schaffte.

Beachvolleyballerin Sandra Seyfferth vom DSC feierte mit ihrer Münsteraner Partnerin Kim Behrens im Sommer den größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere. Die 22-jährige gebürtige Grimmaerin holte mit ihrer gleichaltrigen Gefährtin bei den Studenten-Weltmeisterschaften in Porto die Silbermedaille. Die beiden Sandspezialistinnen sammelten 2014 bei internationalen Turnieren viele Erfah- rungen. Auf der World Tour überraschten die Talente im chinesischen Xiamen mit einem hervorragenden fünften Platz. Damit erreichten sie die bislang beste Platzierung auf der World Tour. Bei der Deutschen Meisterschaft am Timmendorfer Strand wiederholten sie den neun- ten Rang von 2013. Ende des Jahres verkündeten beide auch das Ende ihrer Partnerschaft. Sandra Seyfferth wird in Zukunft mit ihrer DSC-Kollegin Anni Schumacher auf Punktejagd im Sand gehen.

Astrid Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr