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Schwere Zeiten für Dynamo Dresden - Entscheidung über Einspruch vertagt

Schwere Zeiten für Dynamo Dresden - Entscheidung über Einspruch vertagt

Den wirtschaftlichen Schaden beziffert Dynamos Dresdens Geschäftsführer Christian Müller nach dem Pokalausschluss auf eine Million Euro. Das Urteil vom DFB-Sportgericht trifft den Fußball-Zweitligisten in einer schweren Zeit.

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Dynamo-Präsident Andreas Ritter verkündet, es werde am Dienstag keine Beratung zum Pokalausschluss geben.

Quelle: Oliver Killig

Denn mitten im Abstiegskampf kam auch noch die Trainerentlassung von Ralf Loose hinzu. „Man rechnet vielleicht mit so einem Urteil, aber wenn es ausgesprochen ist, ist es immer noch einmal etwas anderes. Ich finde es ein Skandal für den Verein und für den Fußball. Es trifft immer den Club und die 95 Prozent friedlichen Fans, aber nicht die, die es verursacht haben“, zeigte sich Dynamo-Spieler Sebastian Schuppan schockiert.  

Der Aufsichtsrat habe das Urteil des DFB-Sportgerichts zur Kenntnis genommen, sagte Dynamo-Präsident Andreas Ritter am Dienstag. „Heute ist keine Beratung angedacht, ich gehe davon aus, dass diese nach dem Mittwoch stattfindet“, erklärte der Vereinschef. Spätestens von Donnerstag an werden die Gremien des Clubs mit Anwalt Jörg Heyer das weitere Vorgehen beraten. Der Verein hat eine Woche Zeit für einen Einspruch.

Dynamo war vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen der Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel in Hannover Ende Oktober für den Cup-Wettbewerb in der kommenden Saison gesperrt worden. In der Vorsaison wurden die Sachsen nach den Vorfällen bei der Pokalpartie in Dortmund schon einmal mit dem Pokalausschluss bestraft. In der Berufung wandelte das DFB-Bundesgericht die Strafe in ein Geisterspiel und eine Geldstrafe von 100 000 Euro um.  

In einer Revision zum aktuellen Urteil wären unter anderen zwei Geisterspiele und eine Geldstrafe möglich. In einem eigentlich gut besuchten Heimspiel würde Dynamo ein Schaden von rund 300 000 Euro entstehen. Dem gegenüber steht die Ungewissheit, welchen Gegner man im DFB-Pokal erwischt, ob man die zweite Runde erreicht und noch einmal das Glück hat, ein Live-Fernsehspiel wie 2011 gegen Dortmund zu erhalten. Trotz der ungewissen Umstände beziffert Geschäftsführer Müller den finanziellen Schaden auf rund eine Million Euro.  

Um dem vorzubeugen wurde im sozialen Netzwerk Facebook eine Gruppe gegründet, die für die Annahme des Urteil ist. „6 dynamische Heimspiele sind geiler als der DFB-Pokal 2013/2014“, heißt der Titel. Matthias Götze aus Köln schreibt dazu: „Die Geschäftsführung von Dynamo Dresden soll auf die sinnlose Berufung verzichten und stattdessen lieber zu jeder Pokalrunde ein Freundschaftsspiel gegen einen internationalen Gegner organisieren.“ Sechs garantierte Heimspiele, sechsmal volle Hütte und rein riesiges Medienecho wie im Geisterspiel gegen Ingolstadt verspricht sich die Gruppe, die bis Dienstagmittag rund 680 Mitglieder hatte.

Schuppan hält die Aktion für durchaus erfolgversprechend. „Bei Dynamo würde mich im positiven Sinn nichts mehr wundern. Das Potenzial für so eine Aktion ist auf jeden Fall da und irgendwie würden sie das sicher organisieren. Man hat beim Geisterspiel gegen Ingolstadt gesehen, was möglich ist“, so der Linksverteidiger. Damals wurden über 40000 virtuelle Geistertickets verkauft.  

Die Gewerkschaft der Polizei begrüßte das Urteil unterdessen. „Von diesem Urteil erwartet die Polizei eine erhebliche Signalwirkung. Die Nichtteilnahme an einem der Prestige trächtigsten und spannendsten Wettbewerbe im deutschen Fußball trifft den Verein und seine friedlichen Fans ins Mark. Der Vorstand und die vielen Dynamo-Anhänger beißen sich auf die Nägel, wenn bei der nächsten Pokalauslosung die großen Lose wie Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04 den anderen Vereinen zugelost werden“, meinte Bernhard Witthaut, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Polizei, in einer Mitteilung.  

In Dresden herrscht noch eine besondere Verbindung zur Fanszene, da es keine ausgegliederte Spielbetriebsgesellschaft wie bei anderen Profivereinen gibt. Daher können die Anhänger auf der Mitgliederversammlung mitbestimmen. Bei den Heimspielen hat Dynamo seine Fans aber seit geraumer Zeit im Griff, nur auswärts steht der Club immer wieder vor Problemen. Den letzten gravierenden Vorfall bei einem Heimspiel gab es außerhalb des Stadions 2007 nach der Partie der zweiten Mannschaft von Dynamo Dresden gegen Lok Leipzig.

dpa

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