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Sascha Pfeffer muss bei Dynamo Dresden zum Rapport

Sascha Pfeffer muss bei Dynamo Dresden zum Rapport

Im Vergleich zu anderen Jahren umfasst der Profikader von Dynamo Dresden stolze 28 Spieler. Nur 18 davon bekommen pro Pflichtspiel einen Eintrag auf dem Spielberichtsbogen, sind also im Kader für den Höhepunkt der Woche.

Dresden .

Von Jochen LEIMERT

Maximal 14 von ihnen können auch eingesetzt werden. Wer aufläuft, kann sich zeigen, bekommt Prämien, festigt seinen Marktwert und wird im besten Fall von Tausenden bejubelt, hinterher um Autogramme gebeten und im Restaurant auch mal eingeladen. Aber was ist mit den Bankdrückern und Tribünenhockern, Leuten wie Sascha Pfeffer?

Denen, die mal nicht spielen, geht es mies, aber die, die auf Dauer nur auf der Tribüne hocken oder in der "Zweiten" kicken müssen, sind oft richtig angefressen. Und dann haben sie sich manchmal nicht im Griff. Offenbar ging es am vergangenen Sonnabend Pfeffer so: Der nicht mit für die Partie in Düsseldorf (1:2) eingeteilte Profi musste mit der "Zweiten" trainieren und fand das gar nicht so toll. Demotiviert soll er mit anderen Reservisten und der U23 über den Platz getrabt sein, bis ihn U23-Trainer Thomas Köhler vorzeitig unter die Dusche schickte. "Es gab einen Vorfall, aber dazu will ich mich nicht äußern", blockte Köhler, der auch Torwarttrainer und somit einer der Assistenten von Chefcoach Ralf Loose ist, Nachfragen ab.

Eigentlich sollte Pfeffer am Sonntag im Steyer-Stadion mit der "Zweiten" gegen Luckenwalde (4:2) spielen, aber dazu kam es nicht. Gut möglich, dass er so schnell auch nicht wieder mitkicken darf. Auch eine dauerhafte Trennung scheint nicht ausgeschlossen. An seiner Zweitliga-Tauglichkeit hatten Loose und Sportchef Steffen Menze schon im Frühjahr Zweifel. Pfeffers Vertrag verlängerte sich aber aufgrund einer Klausel, die ihm Weiterbeschäftigung im Aufstiegsfall sicherte. Immerhin konnte sich der 25-Jährige zu Saisonbeginn, als Looses Kader noch nicht komplett war, vier Einsätze erkämpfen, stand gegen Union (4:0) und Paderborn (1:2) sogar in der Startelf und traf gegen die Berliner zum zwischenzeitlichen 3:0. Seit dem 21. August spielte der gebürtige Hallenser aber keine Minute mehr.

Das nagte an ihm. Während Pfeffer für die DNN gestern nicht erreichbar war, bestätigte sein Berater Alexander Fröhlich: "Da hat sich die letzten Wochen etwas aufgestaut. Sascha hat sich durch eine schwierige Situation durchgekämpft, auch ein paar Einsatzzeiten bekommen, hat das auch vernünftig gemacht. Trainiert hat er laut Aussage vom Trainer gut, aber er spielt keine Rolle und schafft es noch nicht einmal in den Kader. Das ist natürlich unbefriedigend für den Jungen." Bis jetzt habe er noch kein Signal bekommen, dass Dynamo Pfeffer unbedingt loswerden will, aber für den Fall der Fälle wolle er gewappnet sein: "Natürlich halten wir die Ohren offen", so Fröhlich. Deutet sich da ein Wechsel nach Chemnitz oder Halle an? Spekuliert wurde darüber schon im Sommer. In Halle wäre Pfeffer wieder bei seiner Familie und bei seinem Kumpel Maik Wagefeld, der mit dem HFC um den Aufstieg in die 3. Liga kämpft.

Zum Vorgang am Sonnabend wollte oder konnte Fröhlich keine Auskunft geben: "Ich kenne ihn nicht, habe Sascha noch nicht sprechen können." Etwas mehr Klarheit über mögliche Konsequenzen könnte es heute geben, wenn Pfeffer bei Dynamo zum Rapport muss. "Alle Beteiligten werden das zusammen noch intern besprechen und dann sehen, was wir damit machen", kündigte Steffen Menze an.

Entgegen anderen Gerüchten muss Maik Kegel nicht mit Suspendierung rechnen. Die Meldung, wonach auch er am Sonnabend angezählt worden sein soll, dementierte Köhler. Auch Kegel bestritt das: "Ich bin nicht vom Trainingsplatz geflogen." Warum der ebenfalls bei den Profis wenig berücksichtigte Mittelfeldmann (5 Saisoneinsätze) gegen Luckenwalde nicht spielte, wisse er nicht. Marvin Knoll (8 Profispiele) war wohl ursprünglich auch eingeplant, soll sich aber kurzfristig krank gemeldet haben. Am Freitagmorgen war der Berliner noch nach Düsseldorf nachgeflogen, als der Ausfall von Kapitän Cristian Fiel feststand.

Heute testet Dynamo um 18 Uhr bei der SG Motor Wilsdruff. Karten kosten sechs bzw. vier Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.11.2011

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