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Sascha Klein liebäugelt in Rio mit Edelmetall

Dresdner bei Olympia Sascha Klein liebäugelt in Rio mit Edelmetall

Einmal hat er schon eine Medaille bei Olympia gewonnen: 2008 in Peking holte sich Sascha Klein im Turm-Synchronspringen mit Patrick Hausding Silber. In Rio will das Duo erneut zuschlagen, obwohl der Dresdner noch gesundheitliche Probleme hat. Doch der in Eschweiler geborene Routinier ist zuversichtlich, dass er bis zum 8. August noch richtig fit wird.

Sascha Klein fährt mit großen Hoffnungen, aber einem entzündeten Handgelenk nach Rio de Janeiro.

Quelle: soccerfoto

Dresden. Bei der Verabschiedung der Dresdner Olympioniken in der Centrum Galerie hält Sascha Klein glücklich den sechs Monate alten Oskar im Arm, strahlt mit seinem Söhnchen und Ehefrau Franziska in die Kamera. Dabei wirkt der 30-Jährige locker und gelöst wie selten. Seine kleine Familie stärkt dem DSC-Wasserspringer für seinen wohl letzten Olympia-Auftritt den Rücken. „Wir drücken natürlich daheim in Aachen vorm Fernseher die Daumen“, sagt Franziska, die ihren Schatz im Juni 2006 kennen lernte und mit ihm seither alle Höhen und Tiefen durchlebte, ihn immer unterstützt hat.

In dieser Zeit reift der in Eschweiler geborene Sportsoldat vom „jungen Wilden“ zu einem der erfolgreichsten deutschen Wasserspringer überhaupt. Ein Schulkamerad hatte ihn 1993 mit in die Halle in Aachen genommen und der stille Junge findet Gefallen an der schwierigen Sportart, die Mut und ganz viel Training erfordert, um sich in weniger als zwei Sekunden mit vierfachen Drehungen elegant ins Wasser zu stürzen. Sascha weiß schon bald: „ Man muss immer wieder aufstehen, wenn man einmal hingefallen ist, immer weiter kämpfen und nie aufgeben. Nur so kann man irgendwann mal oben ankommen.“

Der 1,72 m große Athlet schafft das. Im Jahr 2006 lernt er nicht nur seine große Liebe „Franzi“ kennen, sondern ihm gelingt auch der Durchbruch. Bei der Deutschen Meisterschaft im heimischen Aachen holt er die erste von mittlerweile 26 Goldmedaillen. Damals übrigens mit schwarz-rot-golden gefärbten Haaren. Nur wenige Wochen später gewinnt er an der Seite des Dresdners Heiko Meyer mit Silber im Turm-Synchron bei der EM in Budapest seine erste internationale Medaille im Seniorenbereich. Es ist der Start zu einer grandiosen Karriere, die auch von Niederlagen nicht verschont bleibt. Nur zwei Jahre später erkämpft er sich mit dem Berliner Patrick Hausding in der gleichen Disziplin olympisches Silber in Peking, wird dazu mit seinem langjährigen Trainingspartner Pavlo Rozenberg Sechster im Dreimeter-Synchronspringen.

In den folgenden Jahren konzentriert sich Sascha Klein aber hauptsächlich auf die Wettkämpfe vom Turm, heimst mit seinem Dauerpartner Hausding neunmal EM-Gold in Folge ein. Beide krönen ihre gemeinsame Arbeit 2013 bei der WM in Barcelona, wo sie mit WM-Gold einen historischen Triumph feiern. Einer, an den sie sich gerade jetzt vor Rio noch einmal besonders erinnern sollten. „In Barcelona sind wir auch im Freien gesprungen. Es zeigte sich, dass gerade die sonst so sicheren Chinesen mit diesen Bedingungen einige Probleme hatten. In Rio erwartet uns wieder ein Freiwasserbecken“, so Klein, der selbst mit jedem Wetter einigermaßen zurechtkommt: „Wir ziehen mit Patrick unser Ding auch bei Wind und Regen recht konzentriert durch, lassen uns nicht groß irritieren.“ Nervenstärke zeichne beide nach all den Jahren ebenfalls aus, ist der Wahl-Dresdner überzeugt.

Und Weicheier sind Wasserspringer, die leider zu selten im Licht der Öffentlichkeit stehen, ohnehin nicht. Schmerzen nehmen sie meist klaglos hin. Auch Sascha Klein kann davon ein Lied singen. Wie oft ihn schon Schulter- oder Rückenprobleme ausbremsten, kann er nicht mehr zählen. Sportdirektor Lutz Buschkow sagte einmal: „Die Weltspitze zeigt Sprünge im Grenzbereich der Leistungsfähigkeit. Vom Turm treffen die Springer nach bis zu vier Salti oder mehreren Schrauben mit 60 Stundenkilometer aufs Wasser. Die Bremskräfte gehen an Handgelenken oder Schultern nicht spurlos vorbei. Schließlich absolvieren die Athleten bis zu 16 000 Sprünge im Jahr.“ Auch jetzt, unmittelbar vor Olympia, macht Sascha Klein eine Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk zu schaffen. Aber er ist zuversichtlich, dass bis zum ersten Wettkampf am 8. August (Synchron) alles wieder in Ordnung ist.

Der Schützling von Boris Rozenberg, der 2011 seinem Trainer an den Stützpunkt nach Dresden folgte und 2012 in London Edelmetall leider verfehlte, ist heiß auf seine zweite Olympia-Medaille: „Im Synchron ist es definitiv unser Ziel. Im Einzel weiß ich, dass ich ebenfalls das Potenzial habe, ganz vorn mitzuspringen. Aber Fehler darf man sich angesichts der vielen Weltspitzenspringer auf keinen Fall erlauben“, weiß der junge Familienvater, der sich noch nicht festlegt, ob er nach Rio seine Karriere beenden oder fortsetzen wird. Jetzt gilt erst einmal alle Konzentration den Spielen in Rio. Ein kleines Plüsch-Schaf, das er vor vielen Jahren von seiner Franziska bekam, soll ihm auch in Brasilien Glück bringen.

Von Astrid Hofmann

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